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Bundesliga-Kommentar Abstiegskandidaten als Vorbilder

 ·  Augsburg und Freiburg machen es den Möchtegern-Champions von morgen vor. Die Abstiegskandidaten erreichen gegen weit überlegene Team ein Remis - und dienen als Vorbild für die Deutschen in der Champions League.

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© REUTERS Aufsteiger Augsburg wehrt sich ehrhaft gegen Meister Dortmund - und wird belohnt

Bayer Leverkusen hat sich in dieser Woche für die Bundesliga sehr ehrfürchtig vor dem FC Barcelona verneigt. 1:7 hieß das niederschmetternde Resultat in der Champions League, das bei Bayer aber nicht niederschmetternd genannt werden sollte, weil man es doch mit der besten Vereinsmannschaft der Welt zu tun hatte - und mit dem besten Spieler der Welt obendrauf.

Nun aber hat dieses intergalaktische Super-Ausnahmeteam in der spanischen Fußball-Meisterschaft allerdings schon zehn Punkte Rückstand auf Real Madrid, und man wird bei aller Brillanz von Barcelona dennoch kaum sagen können, dass die Katalanen den Rest der Primera Division Liga überrollen. Denn in etwa jedem dritten Spiel geht diese außergewöhnliche Mannschaft in der nationalen Klasse eben nicht als Sieger vom Platz.

Das ist zwar eine starke Bilanz, aber es ist dennoch genau dieselbe Quote, die auch Tabellenführer Borussia Dortmund in der Bundesliga mit acht nicht gewonnenen Spielen nach 25 Partien ausweist. Mit anderen Worten: Es gibt offenbar Möglichkeiten, mit denen man nicht nur die Dortmunder Borussen stoppen kann, sondern auch den FC Barcelona.

Bei allem Respekt für das messianische Werk von Pep Guardiola sollte sich mit Bayer Leverkusen auch die Bundesligaspitze fragen, wie es in diesem Jahr Osasuna, Villarreal oder Espanyol Barcelona gelungen ist, den FC Barcelona erfolgreich zu ärgern. In der Bundesliga sind solche Überraschungen zwischen den Millionenklubs und ihren armen Verwandten auch immer wieder zu besichtigen.

An diesem Wochenende etwa machte der Aufsteiger FC Augsburg der Dortmunder Siegesserie mit einem respektablem 0:0 ein Ende, der SC Freiburg bremste Borussia Mönchengladbach ebenfalls mit einem 0:0 auf dem Weg in die Champions League, nachdem der Abstiegskandidat zuletzt auch den FC Bayern München mit demselben Ergebnis frustriert hatte.

Es gibt offenbar selbst in den Niederungen von Freiburg und Augsburg mit Christian Streich und Jos Luhukay Trainer, die es taktisch verstehen, weit überlegenen Teams, die ihnen so mächtig vorkommen müssen wie Barcelona den Leverkusenern, ihre Kraft zu nehmen.

25. Bundesliga-Spieltag: Bayern wie Barcelona

Augsburg legte die Seriensieger des BVB über Kagawa im Mittelfeld ziemlich lahm, die Freiburger ließen Reus und Co. immer wieder leer laufen, nachdem sie sich zuvor den Bayernstars Robben und Ribery klug in den Weg gestellt hatten - und selbst noch ganz viel in den eigenen Spielaufbau investierten konnten.

Da gerät für die Möchtegern-Champions von morgen, die in der europäischen Meisterklasse gerne mal mithalten wollen, der scheinbar graue Liga-Alltag auch mal zu einer internationalen Nachhilfestunde. So betrachtet kann das Motto des Tages mit Blick auf Augsburg und Freiburg dann auch einmal für die Besten lauten: Von den Abstiegskandidaten lernen, heißt siegen lernen.

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Jahrgang 1965, Korrespondent für Sport in Berlin.

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