07.08.2006 · Kabelbetreiber und Telekom bieten Bundesliga-Übertragungen, Internet und Telefon im Paket. „Triple Play“ heißt das Zauberwort. Im Sportfernsehen bricht eine neue Zeit an. Doch wofür sich der Fan entscheidet, will gut überlegt sein.
Von Holger Schmidt und Marcus Theurer„Triple Play“ heißt das Zauberwort, das Manager in der Telekom- und Fernsehbranche zur Zeit umtreibt. Fernsehen, Internet und Telefon aus einer Buchse wollen sie den Kunden verkaufen. Die Deutsche Telekom bringt pünktlich zum Start der neuen Fußball-Bundesligasaison Fernsehen via DSL-Leitung in die Wohnzimmer, und die großen Kabelnetzkonzerne bieten ihren Kunden zusätzlich zum Fernsehprogramm auch Internet- und Telefonanschluß an. So viel Konkurrenz war nie.
Zugpferd für Kabelnetzbetreiber und die Telekom ist die Liveübertragung der Fußball-Bundesliga. Denn bei der jüngsten Bundesliga-Rechtevergabe Ende 2005 bekam für die nächsten drei Jahre erstmals der Kabelkonzern Unity Media - Eigentümer von Ish in Nordrhein-Westfalen und Iesy in Hessen - den Zuschlag. Die erstmals ausgeschriebenen Rechte für das DSL-Fernsehen gingen an die Telekom. Wenn am kommenden Freitag die neue Bundesliga-Saison startet, beginnt damit zugleich eine neue Zeit im Sportfernsehen.
Mit aggressiven Preisen in den Markt
Für die Telekom steht in der kommenden Saison viel auf dem Spiel: Der Fußball ist ihr wichtigstes Instrument, um in dem Wettbewerb gegen die Kabelnetzbetreiber zu bestehen. Kabel Deutschland, Ish, Iesy und Kabel Baden-Württemberg bauen nämlich ihre Fernsehkabelnetze zu Multimedianetzen aus und gehen mit aggressiven Preisen in den Markt. In dem Wettbewerb geht es ums Ganze, denn die Kunden stehen vor einer Systementscheidung: Wer sich für seinen Kabelnetzbetreiber entscheidet, kann seinen Telefonanschluß abbestellen und damit der Telekom für alle Zeiten den Rücken kehren.
Wer sich dagegen für die Telekom als Triple-Play-Anbieter entscheidet, fällt als Kunde für die Kabelgesellschaften komplett aus. Die Telekom hat zur Zeit den Vorteil, im Internetgeschäft einen Zeitvorsprung zu besitzen, aber den Nachteil, daß bei jedem ihrer Kunden ein weit größerer Umsatz auf dem Spiel steht als bei den Kabelgesellschaften. Diese verlieren nur etwa 15 Euro Umsatz im Monat, wenn ein Kunde zur Telekom abwandert. Wer aber Telefon- und DSL-Anschluß bei der Telekom kündigt, nimmt monatlich mehr als 30 Euro Umsatz mit.
Entscheidungsmöglichkeit nur im Idealfall
Aus Sicht der Kunden ist der neue Wettbewerb der Netzbetreiber eine schöne Sache, verspricht er doch niedrige Preise. Allerdings können sich Fußballfans, die Bundesliga, Internet und Telefon von einem Anbieter haben wollen, nur im Idealfall zwischen Kabel und Telekom-DSL entscheiden. Voraussetzung für diese Wahlmöglichkeit ist nämlich, daß sowohl der regionale Kabelkonzern als auch die Telekom ihre Netze für das Triple Play aufgerüstet haben. Bei den Kabelanbietern kann man auf deren Homepage überprüfen, ob man im Ausbaugebiet wohnt. Die Telekom bietet ihr Triple Play vorerst nur in einzelnen Städten an.
Wer sich für das Kabel entscheidet, fährt damit, wie die Beispielrechnung dieser Zeitung zeigt, klar billiger als mit der Telekom. Allerdings ist in den Preisbeispielen bei den Kabelgesellschaften nur ein 6-Megabit-Internetanschluß eingerechnet, da meist keine schnellere Verbindung angeboten wird. Diese Anschlußgeschwindigkeit reicht aber für fast alle Internetanwendungen völlig aus. Knapp 90 Prozent der DSL-Nutzer in Deutschland sind noch mit einem 1-Megabit-Anschluß an das Internet angeschlossen.
Triple-Play-Standortvorteil Baden-Württemberg
Am billigsten ist das Fußball-Triple-Play via Kabel mit 69,30 Euro im Monat in Baden-Württemberg, wo die Abonnements für den neuen Bundesligasender Arena - eine Tochtergesellschaft von Unity Media - vom dortigen Netzbetreiber Kabel BW und vom Bezahlsender Premiere vertrieben werden. Der zeigt die Bundesliga nicht mehr selber, sondern darf nur noch beim Vertrieb der Arena-Abos helfen.
In Hessen und Nordrhein-Westfalen sind für das Kabel-Komplettpaket knapp 75 Euro fällig. Der Vertrieb läuft über die regionalen Kabelbetreiber Iesy und Ish. In allen anderen Bundesländern, in denen Kabel Deutschland das Netz betreibt, ist dagegen wieder Premiere als Abo-Verkäufer für den Arena-Sender unterwegs. Mit knapp 82 Euro ist das Kabel-Triple-Play in diesen Ländern am teuersten.
Erst tief in die Tasche greifen, dann rollt der Ball
Die Verfügbarkeit des Telekom-Dreierpacks ist noch vergleichsweise dürftig. Zum Bundesligastart können drei Millionen Haushalte und bis zum Jahresende sechs Millionen Haushalte in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart die Bundesliga-Spiele über die superschnelle VDSL-Internetleitung der Telekom sehen. In der Hinrunde der kommenden Saison verschenkt die Telekom das Bundesliga-Paket; erst in der Rückrunde werden knapp 10 Euro im Monat fällig. Für die Telekom ist der Fußball aber nur Mittel zu dem Zweck, möglichst viele VDSL-Anschlüsse zu verkaufen.
Bevor der erste Ball rollt, müssen die Fußball-Fans nämlich tief in die Tasche greifen: Benötigt wird ein normaler Telefonanschluß der Telekom für knapp 16 Euro in der günstigsten Variante. Der reine VDSL-Anschluß kostet knapp 35 Euro je Monat; dazu kommen rund 20 Euro für den Datenverkehr für Fernsehen und Internet. In dem Preis sind unbegrenztes Surfvergnügen im Internet und alle großen frei empfangbaren Fernsehsender enthalten, allerdings noch keine Gesprächskosten für Telefonate. Zusätzlich buchbar ist daher ein Pauschaltarif für unbegrenzte Gespräche über die Internetleitung in das deutsche Festnetz für rund 10 Euro.
Beckenbauer und den schnellsten Internetanschluß
In diesem Fall ist zwar eigentlich kein Festnetzanschluß mehr nötig, aber auf die 16 Euro für den Anschluß möchte die Telekom nicht verzichten. Von der Rückrunde an kostet das Gesamtpaket aus Telefon, Internet und Bundesliga bei der Telekom also knapp 91 Euro im Monat. Dafür hat der Kunde dann Franz Beckenbauer als Fachmann und den schnellsten Internetanschluß Deutschlands. Statt der zunächst geplanten Übertragungsgeschwindigkeit bis zu 50 Megabit je Sekunde startet die Telekom zwar nur mit 25 Megabit, aber auch das kann ein normaler Internetsurfer kaum ausnutzen.
Diese enorme Bandbreite ist nur nötig, um Bewegtbilder zu übertragen. Zum Beispiel benötigt ein hochauflösender HDTV-Kanal etwa 9 Megabit Übertragungskapazität und könnte theoretisch auch mit den schon eingeführten ADSL2+-Anschlüssen übertragen werden, die bis zu 16 Megabit schaffen. Aber das liegt nicht im Interesse der Telekom, die gern ihr brandneues VDSL-Netz mit Leben füllen möchte.
Abzocke ohne Ende
Peter Neises (XGROBMOTORIKERX1)
- 07.08.2006, 11:45 Uhr
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |