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1:1 in Leipzig : Hollerbach macht dem HSV neue Hoffnung

Gut gebrüllt zum Einstand: Bernd Hollerbach und der HSV holen einen Punkt. Bild: AFP

Nach vier Niederlagen in Serie und einem Trainerwechsel gibt es wieder eine gute Nachricht für die Hamburger. Beim Einstand ihres neuen Coaches springt in Leipzig gleich ein Punktgewinn heraus.

          Der Einstand von Trainer Bernd Hollerbach beim Hamburger SV ist gelungen. Das verdiente 1:1-Unentschieden des Tabellenvorletzten bei RB Leipzig war ein erster Hoffnungsschimmer, aber noch längst keine Trendwende. Auch den Abstand zum Tabellenletzten 1. FC Köln konnte der HSV trotz seines Achtungserfolgs nicht verkürzen. Aber immerhin zeigten sich die Hanseaten gefestigter als zuletzt. Der frühe Rückstand durch Bruma in der neunten Minute warf den Dino der Bundesliga in Leipzig aber nicht mehr um.

          Bundesliga
          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          In der 29.Minute glich Filip Kostic zum 1:1 aus, danach war der HSV ein gleichwertiger Gegner in einem schwachen Spiel – und der Punktgewinn beim diesjährigen Champions-League-Teilnehmer verdient. Die Hamburger verstanden es nach dem Ausgleich, den Favoriten immer wieder erfolgreich im Spielaufbau zu stören. Hollerbachs Team geriet auch nie dauerhaft unter Druck. Aber RB Leipzig ist auch nicht mehr die Mannschaft, die sie in der vergangenen Saison noch war: ein Schrecken der Bundesliga.

          Vor einem Jahr hatte der HSV noch mit Trainer Gisdol exakt am 20. Spieltag in Leipzig vollkommen überraschend den Grundstein seiner Rettung gelegt. Mit den neuen Spielern Papadopoulos und Mavraj siegten die Hanseaten 3:0. An dieses Ereignis knüpften die Hamburger nun auch an diesem 20. Spieltag mit dem Einstand des neuen Trainers Hollerbach ihre Hoffnungen. Hollerbach verändert die Mannschaft nach dem desaströsen 0:2 gegen Köln vor einer Woche auf fünf Positionen. Mathenia verdrängte Pollersbeck im Tor, außerdem erhielten van Drongelen, Walace, Sakai und Wood den Vorzug vor Mavraj, Janjicic, Hahn sowie Holtby, der nicht einmal im Kader stand.

          Aber schon nach neun Minuten war der HSV schon wieder in der Wirklichkeit 2018 gelandet. Leipzig schaltete über Kampl und Sabitzer nach Ballverlust der Hamburger in der gefährlichen Zone ganz schnell um. Die Flanke des Österreichers nutzte Bruma mit einem Kopfball zur 1:0-Führung. Der HSV konnte sogar von Glück sprechen, dass er nach einer Viertelstunde nicht schon mit zwei Toren in Rückstand lag. Nach einem Querschläger von Papadopoulos stand Augustin frei vor dem Tor, aber sein Schuss verfehlte um Zentimeter das Ziel. Eine fahrlässig vergebenen Chance.

          Die Hamburger ließen sich in Leipzig nicht unterkriegen.

          Der HSV brach trotz des frühen Rückschlags nicht in sich zusammen, im Gegenteil. Die Mannschaft versuchte sich mitunter an einem konstruktiven Spielaufbau und geriet so auch nicht dauerhaft unter Druck. Leipzig schaffte es nicht, die Partie klar zu dominieren. Es fehlte Power und Präzision, aber auch das Selbstbewusstsein der Vorsaison. Der Hamburger Ausgleich fiel dennoch wie aus dem Nichts, denn bis dahin hatte der HSV in der Offensive gar nichts zustande gebracht. Einen geschickten Pass von Jung durch die Leipziger Verteidigung hindurch verschaffte Kostic freie Bahn, der dann auch noch Torwart Gulasci umkurvte und den Ball zum 1:1 mit dem ersten Hamburger Torschuss ins Tor beförderte (29.).

          Leipzig tat sich nach dem Ausgleich schwer, die Hamburger in Gefahr zu bringen. Die beste Chance erspielte sich der Favorit in der 55. Minute durch einen wunderbaren Pass von Kampl in die Tiefe, Sabitzer umspielte den HSV-Torwart, aber der Winkel für einen Torschuss wurde dadurch zu ungünstig. Mathenia war dann wieder zur Stelle und wehrte Sabitzers Schuss ab. Nach knapp einer Stunde kam Keita in die Partie, um die bis dahin vermisste Kreativität ins Leipziger Spiel zu bringen. Aber auch diese Hoffnung von Trainer Hasenhüttl erfüllte sich nicht. Vieles im Leipziger Spiel blieb bruchstückhaft und unpräzise – und der HSV wehrte sich nach Kräften. In der Schlussphase hatten die Hamburger sogar noch die Möglichkeit zum Siegtreffer gegen weiter ideenlose Leipziger. Doch Torhüter Gulasci konnte den Schuss von Kostic (81.Minute) aus spitzen Winkel abblocken.

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