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Bundesliga-Fernsehrechte Leicht erhöhte Erlöse für „Salami-Spieltage“

28.11.2008 ·  Die DFL kassiert in den kommenden vier Jahren 1,65 Milliarden Euro für die Fernsehrechte der ersten und zweiten Bundesliga. Premiere überträgt weiter alle Spiele live. Wichtigste Neuerung: Die ARD übernimmt die Berichterstattung am Sonntagabend vom DSF.

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Die Deutsche Fußball Liga kassiert in den kommenden vier Jahren 1,65 Milliarden Euro für die Fernsehrechte der ersten und zweiten Bundesliga - die Fans können sich die künftigen „Salami“-Spieltage wie bisher in Premiere, ARD, ZDF und DSF anschauen.

Mit diesen Eckpunkten präsentierten die Verantwortlichen der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Freitag in Frankfurt am Main die Vermarktung der Medienrechte von der Saison 2009/2010 an. Der Kontrakt bringt den Profivereinen mit durchschnittlich 412 Millionen nach Angaben des Dachverbandes jährlich sogar sieben Millionen mehr als bisher ein.

Sendeplatz von Anne Wills Polit-Talk ist nicht gefährdet

Wichtigste Neuerung ist eine ARD-„Sportschau“ am Sonntagabend, die von 21.45 Uhr an gesendet werden könnte. Der Sendeplatz des Polittalks „Anne Will“, der bisher zu diesem Zeitpunkt gesendet wurde, ist aber nicht gefährdet.

Das stellte ARD-Programmdirektor Volker Herres in einer Erklärung klar. „Besonders im Wahljahr 2009 ist für Das Erste eine politische Gesprächssendung dieser Qualität unverzichtbar. In nächster Zeit werden wir in der ARD über die programmliche Umsetzung der Bundesliga-Rechte am Sonntag beraten“, sagte Herres.

Bundesliga-Bericht muss nicht um 21.45 Uhr beginnen

Ein ARD-Sprecher wies ergänzend darauf hin, dass man die Rechte für eine Ausstrahlung am Sonntagabend ab 21.45 Uhr erworben habe. Der Vertrag mit der Deutschen Fußball Liga bedeute keineswegs, dass eine Bundesliga-Zusammenfassung pünktlich um 21.45 Uhr beginnen müsse. Die ARD prüfe derzeit verschiedene Optionen, zu denen auch die Dritten Programme der ARD-Sender gehörten.

Damit verabschiedete sich auch das Deutsche Sport-Fernsehen (DSF) aus der Erstverwertung der ersten Liga. Der Spartensender bleibt aber bei der zweiten Liga - mit den Zusammenfassungen am Freitag und Sonntag sowie mit dem Live-Montagsspiel - am Ball. Die Pay-TV-Rechte behält wie zuvor bereits bekannt geworden Premiere („Alle Spiele, alle Tore“), das auch das neue Samstagabend-Erstliga-Spiel um 18.30 Uhr überträgt. Dies ist in den öffentlich-rechtlichen Sendern dann erstmals im ZDF-„Sportstudio“ zu sehen.

Keine Angaben über Investitionen der Fernsehanstalten

Die ARD zeigt nicht nur die Samstag-Begegnungen des Nachmittags wie bisher in der „Sportschau“ und die Zusammenfassung am Sonntagabend, sondern hat auch die Rechte für die Eröffnungsspiele der Hin- und Rückrunde sowie die Relegationsspiele zwischen dem Drittletzten der ersten und dem Dritten der zweiten Liga erworben. Beim so genannten Topspiel am Samstagabend wird jeder Verein höchstens sechsmal berücksichtigt.

Über die Investitionen der einzelnen Fernsehanstalten machte die DFL keine Angaben. Christian Seifert, der Vorsitzende der Geschäftsführung, erklärte jedoch, dass die Partner finanzielle Sicherheiten vorlegen mussten - was vor allem bei Premiere diskutiert worden war. Sichtlich stolz präsentierten die DFL-Verantwortlichen, die durch den vom Bundeskartellamt gestoppten 500-Millionen-Euro-Deal mit der Kirch-Tochter Sirius in den vergangenen Monaten in Bedrängnis geraten waren, den neuen Vertrag.

„Es ist der früheste Abschluss in der Geschichte der DFL“

Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Freitag stimmten die Vertreter der 36 Profivereine „mit einem überwältigenden Ja“ (Rauball) dem Vorschlag des geschäftsführenden Vorstands zu. „Angesichts der Tatsache, dass wir uns in einem äußerst schwierigen Medienmarkt bewegen und zudem durch unverständliche Vorgaben des Kartellamtes benachteiligt werden, sind die Wachstumsmöglichkeiten für die Bundesliga begrenzt“, erklärte Rauball. „Hinzu kommt eine gesamtwirtschaftliche Abwärtsentwicklung mit einer weltweiten Finanzkrise, die auch den Medienunternehmen zu schaffen macht.“

Seifert betonte: „Wir haben herausgeholt, was der Markt in letzter Konsequenz hergibt.“ Der DFL-Chef sagte auch, dass seit Beginn der Ausschreibung nur dreieinhalb Wochen vergangen seien. „Und es ist der früheste Abschluss in der Geschichte der DFL.“ Zum ersten Mal wurden die Rechte gleich für vier Jahre vergeben. Von den ursprünglich 43 Interessenten - die Angebote hatten bis zum 21. November abgegeben werden müssen - blieben 19 Bieter, 10 mehr als 2005. Am Ende setzten sich die bisherigen Rechteinhaber durch.

„Mit allen rechtlichen Möglichkeiten“ gegen das Kartellamt

Im Web-TV überträgt ebenfalls Premiere, im Bereich IPTV hat die Deutsche Telekom weiterhin die Rechte. Ihre Auslandserlöse im Fernsehen wird die DFL nach ihren Ankündigungen auf künftig 37 Millionen Euro pro Saison statt bisher 18 Millionen Euro steigern.

Die DFL kündigte zudem an, „mit allen rechtlichen Möglichkeiten“ gegen die Vorgaben des Kartellamtes bei der Zentralvermarktung vorgehen zu wollen. „Es kann nicht sein, dass wir durch behördliche Maßnahmen bis hin zur Programm-Planung stärker eingeschränkt werden als alle anderen Ligen in Europa“, sagte Rauball, der eine grundsätzliche Klärung forderte. „Unter den gegebenen Umständen halte ich die erzielten Ergebnisse der DFL-Geschäftsführung für ausgezeichnet“, meinte Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Das Fußball-Wochenende von 2009 bis 2013:

FREITAG

1 Spiel der 1. Liga (Liveberichterstattung im Pay-TV bei Premiere ab 20.30 Uhr, Ausnahme: Eröffnungsspiele der Hin- und Rückrunde auch live in der ARD)

3 Spiele der 2. Liga (Liveberichterstattung ab 18.00 bei Premiere / Erstverwertung im Free-TV im DSF ab 22.30 Uhr)

SAMSTAG

6 Spiele der 1. Liga (Liveberichterstattung bei Premiere von 5 Spielen ab 15.30; 1 Spiel live bei Premiere ab 18.30 Uhr / Erstverwertung der 5 Spiele um 15.30 Uhr sowie des Freitag-Spieles im Free-TV ab 18.30 Uhr in der ARD, Erstverwertung vom 18.30-Uhr-Spiel im Free-TV im ZDF-Sportstudio)

2 Spiele der 2. Liga (Liveberichterstattung bei Premiere ab 13.00 Uhr / Erstverwertung im Free-TV ab 18.30 Uhr in der ARD)

SONNTAG

2 Spiele der 1. Liga (Liveberichterstattung bei Premiere ab 15.30 Uhr und 17.30 Uhr / Erstverwertung im Free-TV in der ARD ab 21.45 Uhr)

3 Spiele der 2. Liga (Liveberichterstattung bei Premiere ab 13.30 Uhr; Erstverwertung im Free-TV im DSF zwischen 19.30 Uhr und 21.00 Uhr)

MONTAG

1 Spiel der 2. Liga (Liveberichterstattung bei Premiere und im DSF ab 20.15 Uhr)

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