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Bundesliga-Fernsehrechte Die Vier soll stehen

24.11.2008 ·  In wenigen Tagen will die DFL die Fernsehrechte für die Bundesliga von 2009 an vergeben. Der Erhalt des Status quo wäre ein Erfolg. Doch es ist gar nicht so schlecht, wenn der Profifußball erkennt, dass auch er unter der Finanzkrise leidet.

Von Roland Zorn, Frankfurt
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Von einer wundersamen Geldvermehrung träumen wohl nur selbsternannte Visionäre in der Fußball-Bundesliga. Tatsächlich geht es bei der möglicherweise in dieser Woche entschiedenen Vergabe der Fernsehrechte von 2009 bis 2012 oder 2013 vor allem um Besitzstandswahrung und bestenfalls um eine sehr moderate Steigerung der Summe von 409 Millionen Euro. Das war der Betrag, den die Liga zuletzt per annum aus den Fernseh- und Internetrechten erwirtschaftete.

Aus Fußballkreisen verlautet dieser Tage, da 19 Interessenten auf die 37 von der Deutschen Fußball Liga (DFL) ausgeschriebenen Rechtepakete geboten haben, dass schon das Fortschreiben des Status quo „sehr harte Arbeit“ sei. Andererseits wird ein drastischer Absturz der Fernsehrechte-Kennziffern nicht erwartet. Dennoch hält sich der Optimismus unter den realistisch planenden Vereinen in Grenzen. „Wir können froh sein, wenn eine Vier vorne steht“, heißt es.

„Wir sehen die Angelegenheit recht entspannt“

Beim bisherigen Hauptzahler, dem Pay-TV-Partner Premiere, fällt sicher die wirtschaftlich schwierige Gesamtsituation des Unterföhringer Bezahlfernsehsenders ins Gewicht. Premiere kämpft gegen rote Zahlen an und soll derzeit Gespräche mit zwei Bankkonsortien führen. Den Dialog nicht erleichtern werden die Umstände im Zeichen der weltweiten Finanzkrise. Vom Pay-TV flossen bisher 205 Millionen Euro pro Jahr – also mehr als die Hälfte der Gesamteinnahmen.

Premiere-Chef Mark Williams bezeichnet den Stand der Gespräche mit den Gläubigerbanken als „konstruktiv“. Unternehmenssprecher Torsten Fricke sagte am Montag: „Wir sehen die Angelegenheit recht entspannt.“ Die Frage wird auch sein, wie viel dem Premiere-Großaktionär (25 Prozent) News Corp. des australo-amerikanischen Medienunternehmers Rupert Murdoch der Erwerb der Bundesliga-Liverechte wert sein wird. Die deutschen Kabelgroßkonzerne Kabel Deutschland und Unity Media sollen dem Vernehmen nach nicht an Liverechten von der Liga interessiert sein.

Bundesliga bei den Einnahmen mehr unter Druck

Der ursprünglich von der Liga mit dem Medienunternehmer Leo Kirch geschlossene Sechsjahresvertrag von der Saison 2009/10 an, der dem bezahlten Fußball in Deutschland aus Medienrechten durchschnittliche Summen von 500 Millionen Euro pro Jahr garantierte, ist vor einigen Wochen aufgelöst worden (siehe auch: Sirius und die DFL: Ende einer lukrativen Liaison). Weil das Bundeskartellamt mit einer wettbewerbsrechtlichen Begründung intervenierte und die Bundesliga-Erstausstrahlung am Hauptspieltag Samstag im frei empfangbaren Fernsehen auf eine Zeit vor 20 Uhr einforderte, war die ursprünglich von Kirch erwartete zeitliche Exklusivität im Pay-TV nicht mehr im gewünschten Maß zu haben.

Durch die Finanzkrise und die sich abzeichnende Rezession steht nun auch die Bundesliga auf dem Feld ihrer größten Einnahmemöglichkeit mehr unter Druck als noch vor Wochen erwartet. Sie wird ihm aber unter mutmaßlich akzeptablen Konditionen standhalten. Wenn auch der Profifußball erkennt, dass er nicht ganz vom übrigen Leben abgekoppelt ist, muss das auf Dauer nicht zum Schaden aller Beteiligten sein.

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