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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Bundesliga Bayerns Pizzaro vor Rückkehr zu Werder?

09.01.2007 ·  Werder kämpft um Klose und bringt Bayerns Peruaner ins Spiel, Hoeneß will im großen Stil investieren, Stuttgart wirft ein Auge auf Benny Lauth und Chelsea ärgert Hertha BSC. Winterlager-Geflüster: Das ist los bei den Spitzenklubs der Bundesliga.

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Siebzehn Tage vor dem Rückrundenstart schauen sich die ersten Fünf der Hinrundentabelle mehr oder minder intensiv nach neuem Personal um - vor allem bei der direkten Bundesliga-Konkurrenz. Das Import-Export-Geschäft mit Stürmern hat in diesen Tagen Hochkonjunktur.

Werder: Klose soll schon in Winterpause verlängern

Die Norddeutschen präsentieren sich beim Turnier um den Efes Pilsen Cup schon in einer starken Verfassung: Beim 4:0-Sieg über Besiktas Istanbul führte Werder den türkischen Tabellendritten mit glänzenden Kombinationen teilweise vor.

Derweil tut sich bei den Bremern auch auf dem Personalsektor etwas: Werder will kurzfristig den Deutschen Peter Niemeyer vom niederländischen Erstligisten Twente Enschede verpflichten. Sportdirektor Klaus Allofs bestätigte das Interesse an dem 23-Jährigen. Der Vertrag des Allrounders in Enschede läuft im Sommer aus. Er könnte danach ohne Ablösesumme Enschede verlassen. Wechselt er noch im Januar den Verein, ist eine Ablösesumme fällig. Sie wird auf 700 000 bis 800 000 Euro geschätzt. Trotz anderer Angebote: „Werder reizt mich sehr“, sagte Niemeyer

Priorität hat bei Werder aber weiterhin die Personalie Klose. Der Nationalstürmer soll seinen 2008 auslaufenden Vertrag möglichst noch in der Winterpause verlängern. Neben ausländischen Topklubs meldete zuletzt aber auch immer wieder Bayern München Interesse an dem 28-Jährigen an. Die Ankündigung von
Bayern-Manager Uli Hoeneß, dass sich die Bremer „warm anziehen“ müssten, nimmt man bei Werder aber gelassen. „Ich habe meinen Pulli schon an“, konterte Trainer Thomas Schaaf.

Sturmkollege Mohamed Zidan steht dagegen vor der Rückkehr zum FSV Mainz 05. „Wenn er wechselt,
dann geht er in jedem Fall nach Mainz“, erklärte Allofs vom SV Werder Bremen am Dienstag. Die Hanseaten hatten den Ägypter bereits in der vergangenen Saison an die Rheinhessen ausgeliehen. Perfekt sei der Transfer aber noch nicht. „Wir müssen im Sinne von Werder handeln und haben uns noch nicht endgültig entschieden“, sagte Allofs.

Schalke 04: Altintop vor dem Absprung in die Türkei?

Nationalspieler Gerald Asamoah ist am Montag operiert worden. Der 28 Jahre alte Angreifer musste sich nach einem Schien- und Wadenbeinbruch, den er sich Ende September im Uefa-Cup-Spiel beim AS Nancy zugezogen hatte, die Schrauben aus dem linken Bein entfernen lassen. „Ich gehe davon aus, dass
Gerald innerhalb der Vorbereitungszeit mit dem Lauftraining beginnen kann“, sagte Mannschaftsarzt Thorsten Rarreck. Asamoah will im März dem Team von Trainer Mirko Slomka wieder zur Verfügung stehen.

Derweil sind in die derzeitigen Vertragsverhandlungen zwischen Schalke und Mittelfeldspieler Hamit Altintop erneut Meldungen über einen bevorstehenden Wechsel des 24-Jährigen in die Türkei geplatzt. Wie die Tageszeitung „Sabah“ berichtet, soll der Transfer Altintops, dessen Vertrag bei den Königsblauen zum Saisonende ausläuft, zum türkischen Meister Galatasaray Istanbul noch in dieser Woche über die Bühne gehen. Zuletzt war auch Fenerbahce Istanbul mit Altintop in Verbindung gebracht worden.

Bayern München: Hoeneß' neue Großzügigkeit

Manager Uli Hoeneß hat eine offensivere Transferpolitik angekündigt. „Wenn wir überzeugt sind, für drei Spieler auch 40 Millionen Euro auszugeben, machen wir das. Insofern hat sich etwas verändert. Wir denken großzügiger, wenn wir davon überzeugt sind“, sagte der 55-Jährige. In der nächsten Transferperiode im Sommer solle zudem der Umbau der Mannschaft abgeschlossen werden. „Wir haben da schon einiges vorbereitet, haben einen Transfer fast abgeschlossen, bei den anderen sind wir auf einem guten Weg“, erklärte Hoeneß am Rande des Trainingslagers in Dubai.

Ob der französische Vizeweltmeister Franck Ribery (Olympique Marseille) zu den ersten Kandidaten gehört, soll von der Entwicklung von Sebastian Deisler abhängen. „Er ist ein Spieler, der uns interessiert. Aber er ist nicht die Nummer eins oder zwei auf der Liste“, sagte Hoeneß „Wenn Deisler richtig zurückkommt, machen wir bei Ribery gar nichts.“ Mittlerweile wird Ribery neben Bayern und Real Madrid auch mit Arsenal in Verbindung gebracht.

Nationalspieler Lukas Podolski ließ in Dubai verlauten, daß er nach seinem ernüchternden ersten halben Jahr in München in der Rückrunde „richtig angreifen“ wolle. „Ich denke, dass ich mehr spielen und mehr treffen werde“, so der 21-Jährige. Unterdessen soll Sturmkollege Claudio Pizarro, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, Kontakt zu Werder Bremen haben. „Es gibt das Angebot von Bremen und noch einige andere von wichtigen Klubs“, wird der Vater des Peruaners zitiert. Auch Juventus Turin soll Interesse an dem 28-Jährigen haben.

Der Iraner Ali Karimi kehrt im Sommer offenbar nach Dubai zurück, zu seinem alten Verein Al Ahly nach Dubai, heißt es. Laut der Homepage des vom deutschen Trainer Winfreid Schäfer trainierten Klubs
soll Karimi bereits einen Zweijahresvertrag unterschrieben haben. Unterdessen hat der Langzeitverletzte Andreas Görlitz das Training im Bayern-Kreis wieder aufgenommen - und zwar auf dem weitläufigen Sportgelände des königlichen Palastes. Am Dienstag durfte der Rekordmeister als erste Sportmannschaft überhaupt die Anlage nutzen, im Anschluss erfolgte das Angebot von Scheich Mohammed Bin Rashid, dass die Bayern auf dem exquisiten Fußballplatz auch in den folgenden Tagen trainieren dürfen.

Stuttgart: Lauth könnte kommen- wenn Tomasson geht

Trotz der Strapazen der vergangenen Tage mit zwei Hallenturnieren, dem Jetlag und erkennbarer Müdigkeit beim ersten Testspiel in Dubai gönnt Trainer Armin Veh den Profis des VfB Stuttgart keine Verschnaufpause. „Wir wollen hier die Grundlagen für die Rückrunde legen. Das werden zehn intensive Tage“, sagte Teammanager Horst Heldt. „Wir machen das nicht zur Kaffeefahrt hier.“ Die Spieler haben zwischen den Einheiten darum auch nur einen Wunsch, wie Stürmer Cacau berichtete: „Schlafen und ausruhen.“

Sorgen um die Arbeitsmoral des jungen Teams müssen sich die Verantwortlichen offenbar nicht machen. „Wir haben eine funktionierende Mannschaft, die gierig ist, da braucht man keinem in den Hintern zu treten“, betonte Heldt, der das Interesse des VfB an einer Verpflichtung von Benni Lauth bestätigte. Der frühere Nationalspieler steht beim Hamburger SV auf dem Abstellgleis, würde seinen Tribünenplatz gerne gegen ein neues Bundesliga-Engagement eintauschen.

Doch die Hürde, die Lauths Flucht aus Hamburg nach Stuttgart blockiert, heißt Jon Dahl Tomasson. Denn nur, wenn der Däne den VfB in der Winterpause doch noch verlassen sollte, könnte ein Lauth-Transfer tatsächlich über die Bühne gehen. Denn Heldt stellte kategorisch fest: „Zusätzlich werden wir im Sturm keinen Spieler
verpflichten.“

Derweil verdichten sich die Anzeichen, dass die Schwaben mit Nürnbergs Torwart Raphael Schäfer bereits Einigkeit über einen Wechsel im Sommer erzielt haben. Die aktuelle Nummer eins zwischen den VfB-Pfosten Timo Hildebrand hatte kürzlich seinen Abschied zum Saisonende angekündigt.

Hertha BSC: Wirbel um Simunic

Ein angebliches Interesse von Chelsea London an Abwehrspieler Josip Simunic hat vor dem Start ins Trainingslager in Marbella für Aufregung bei den Berlinern gesorgt. Eine kroatische Zeitung zitierte den Abwehrspieler mit den Worten: „Ich weiß, dass Chelsea sich für mich interessiert. Mein Traum ist, in England zu spielen. Dieser Traum wird Wirklichkeit werden.“

Hertha teilte indes mit, dass es für Simunic, der seinen Vertrag erst im Vorjahr bis 2011 verlängerte, von niemandem eine Anfrage gebe. Als mögliche Ablösesumme, die Ballack-Klub Chelsea bereit wäre zu zahlen, wurden sechs Millionen Pfund oder umgerechnet knapp neun Millionen Euro genannt.

Unzufriedenheit herrscht bei der Hertha auch über das schwerst mögliche Los im DFB-Pokal-Viertelfinale. Berlin muss auswärts beim VfB Stuttgart antreten. „Nichts neues im Pokal, darum hält sich unsere Enttäuschung in Grenzen. Wieder hatten wir kein Losglück und haben den schwersten Brocken erhalten“, sagte Trainer Falko Götz. „Aber wir wollen ins Finale und müssen uns dafür gewaltig steigern. Dann sehe ich auch eine Chance, in Stuttgart zu gewinnen“, fügte er hinzu.

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