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Bundesliga-Abstiegskampf Neunzig Minuten für ein Rettungsboot

23.05.2009 ·  Der Abstiegskampf der Bundesliga ist spannend wie selten: Aus dem Quartett Borussia Mönchengladbach, Arminia Bielefeld, Energie Cottbus und Karlsruher SC winkt einem Team die direkte Rettung, zwei bleiben auf der Strecke und einer hat die Chance auf die Relegation.

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Nur einer kommt ungeschoren davon. Im spannenden Abstiegs-Lotto 2 plus 1 aus 4 steht der Fußball-Bundesliga ein Rechenschieber-Finale bevor. Aus dem Quartett Borussia Mönchengladbach (30 Punkte), Arminia Bielefeld (27), Energie Cottbus (27) und Karlsruher SC (26) winkt einem Team die direkte Rettung, zwei bleiben auf der Strecke und einer hat die Chance auf die Relegation.

Fest steht: Der Karlsruher SC kann die Rettung nur über die Relegationsspiele schaffen, Borussia Mönchengladbach dank des besseren Torverhältnisses wohl nicht mehr direkt absteigen. „Wir haben uns in eine gute Ausgangslage gebracht und haben alles selbst in der Hand“, sagte Gladbachs Kapitän Filip Daems. Bei der engen Tabellenkonstellation hat sogar noch der KSC als Tabellenletzter vor dem letzten Spieltag erstmals in der Geschichte der Fußball-Bundesliga die Chance, den Kopf am Ende noch aus der Schlinge zu ziehen (siehe auch: Bundesliga-Kommentar zum Finale: Selten so viele Helden).

Alle machen Trainingslager - der KSC nicht

Nur zweimal in 45 Bundesliga-Jahren hatte der Tabellenletzte am vorletzten Spieltag überhaupt noch die rechnerische Möglichkeit den Abstieg zu vermeiden. 1983 lag ebenfalls der KSC bei der Zwei-Punkte-Regel zwei Zähler hinter dem Relegationsplatz, 1969 fehlte Kickers Offenbach ein Zähler zum rettenden Ufer. Beide Clubs hatten allerdings die schlechteste Tordifferenz und stiegen auch ab. Während die Konkurrenten allesamt zur Vorbereitung in ein Kurz- Trainingslager aufbrachen, haben die Karlsruher ihre Abläufe vor der Partie gegen Hertha BSC nicht geändert. „Wir bereiten uns auf ein ganz normales Bundesliga-Spiel vor und versuchen, uns so gut wie möglich zu präsentieren. Dann schauen wir, was auf den anderen Plätzen passiert ist“, sagte Trainer Edmund Becker. Der KSC muss auf Patzer der Rivalen Bielefeld und Cottbus hoffen, um Platz 16 noch zu erreichen.

Dann könnte sogar ein Punkt reichen, denkbar ist sogar, dass KSC und Bielefeld punkt- und torgleich über die Ziellinie gehen. Die Bielefelder haben für das Unternehmen Klassenverbleib noch einmal den Trainer gewechselt und „Feuerwehrmann“ Jörg Berger aktiviert (siehe: Jörg Berger: „Jetzt ist zu 90 Prozent der Kopf gefragt“). Vor der Partie gegen Hannover 96 hat Berger seine Mannschaft im ostwestfälischen Marienfeld auf das Saisonfinale vorbereitet. „Was ich machen kann, ist mit den Spielern einzeln und in Gruppen zu sprechen“, sagte der Coach (siehe auch: Fußball-Kommentar: Trend zur Kurzarbeit und Berger zu Bielefeld: „Resignation ist das Alibi der Schwachen“). Allerdings fehlen in Markus Bollmann und Thorben Marx zwei wichtige Profis.

Meyer gibt sich gelassen

Auch Cottbus hofft auf den Heimvorteil gegen Bayer Leverkusen und einen Bielefelder Ausrutscher, um wenigstens noch den Relegationsrang zu erreichen. „Jetzt geht es noch einmal darum, Charakter zu zeigen für den Verein“, sagte Coach Bojan Prasnikar, der sein Team in aller Ruhe am Scharmützelsee in Bad Saarow auf das Endspiel vorbereitet. In Dimitar Rangelow, Ivica Iliev und Branko Jelic stehen drei Spieler nicht zur Verfügung.

Die beste Ausgangslage hat sich Borussia Mönchengladbach erarbeitet. Schon ein Punkt reicht zum direkten Klassenverbleib, allerdings kämpft Gegner Dortmund noch um einen internationalen Startplatz. Trainer Hans Meyer sieht die Belastung für seine Mannschaft nicht größer als sonst. „Druck hatten wir in der gesamten Rückrunde, warum sollte der jetzt, wo wir drei Punkte und ein paar Tore Vorsprung haben, größer sein?“, meinte der Gladbacher Coach.

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