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Berühmte letzte Spieltage Als Buchwald seinen Kopf einsetzte

09.05.2007 ·  Wie 1992 gehen in dieser Saison drei Teams Kopf an Kopf in die letzten Spiele der Fußball-Bundesliga. Damals gewann der VfB Stuttgart die Meisterschaft vor Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt. „Uns hatte keiner auf der Rechnung“, erinnert sich Guido Buchwald.

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Auf die Fans der Fußball-Bundesliga wartet ein Schlussspurt der Marke Hitchcock - so wie 1992 gehen drei Mannschaften Kopf an Kopf in die letzten beiden Spiele. Damals entschied der VfB Stuttgart die Meisterschaft im Fotofinish gegen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt für sich. „Uns hatte keiner auf der Rechnung“, erinnert sich Guido Buchwald, der in der 86. Minute den Sieg- und Meistertreffer zum 2:1 für Stuttgart in Leverkusen köpfte.

Frankfurt war vor 15 Jahren als Favorit in die Endphase einer Mammutsaison mit 20 Mannschaften gegangen. Die Hessen zeigten aber Nerven. Am 37. Spieltag kam das Team von Trainer Dragoslav Stepanovic zu Hause gegen die im Tabellenmittelfeld platzierten Bremer nicht über ein 2:2 hinaus. Stuttgart patzte mit einem 1:1 gegen die abstiegsgefährdete SG Wattenscheid, so dass Frankfurt (+36 Tore), Stuttgart (+29) und Dortmund (+18) mit jeweils 50 Pluspunkten (2-Punkte-Wertung) in ihre abschließenden Partien am 16. Mai 1992 gingen.

Von der neunten Minute an führte Dortmund

150.000 Mark Meisterprämie hatte Stuttgarts Trainer Christoph Daum ausgehandelt und seine Spieler mit einer deftigen Ansprache zur Höchstform motiviert: „Fightet bedingungslos - wir wollen und wir werden siegen.“ Und der „Spielfilm“ der letzten 90 Saisonminuten war an Dramatik schwer zu überbieten.

Schon nach neun Minuten verlor Frankfurt in der „Blitztabelle“ seine Spitzenposition. Stephane Chapuisat brachte den BVB gegen die um den Klassenverbleib kämpfenden Duisburger in Führung. Bis zur 86. Minute blieb die Borussia virtueller Deutscher Meister.

Stuttgart kämpfte gegen Rückstand und Rote Karte

Die Eintracht mühte sich in Rostock vergeblich. Nur Kruse (66.) traf, nachdem Dowe (64.) die Gastgeber in Führung gebracht hatte. „Sieben Torchancen waren es, Edgar Schmitt hatte die größte. Und die landete am Pfosten“, erinnert sich Stepanovic, und gibt zu: „Ich kann mich jetzt noch darüber ärgern.“ Dazu kam noch ein nicht gegebener Elfmeter, als Weber im Strafraum der Hanseaten zu Fall kam. Am Ende traf Böger sogar noch zum 2:1.

Frankfurt hatte völlig überraschend bei Absteiger Hansa Rostock 1:2 verloren, dem BVB reichte sein 1:0-Erfolg beim MSV Duisburg nicht, weil Stuttgart mit 2:1 beim Uefa-Cup-Anwärter in Leverkusen triumphierte. Kree (19.) hatte die Schwaben sogar in Rückstand gebracht, die Walter (42.) ausglich. Als Matthias Sammer in der 78. Minute „Rot“ sah, schien es um die VfB-Chancen geschehen. Doch dann kam Buchwald.

Meisterfeier mit geliehenem Sekt

Nach dem unerwarteten Triumph stürmten die Stuttgarter Fans den Leverkusener Rasen. „Ein unbeschreibliches Gefühl, ich wusste vor lauter Glück nicht, was ich machen sollte“, sagt Buchwald. Wie es heißt, mussten die Schwaben den Titel mit von Leverkusen spendiertem Sekt feiern, weil sie nicht vorgesorgt hatten.

In Duisburg und Rostock flossen dagegen Tränen der Trauer. Zwei Absteiger und zwei Nicht-Meister mussten sich gegenseitig trösten. „Fußball ist unheimlich brutal“, stammelte BVB-Profi Michael Zorc damals. Der heutige Sportdirektor heulte wie 30.000 andere Menschen im Wedaustadion wie ein Schlosshund. Der MSV war ebenso wie Rostock in die 2. Liga abgestiegen.

Buchwald und Daum tippen auf Stuttgart

Meistertorschütze Buchwald sieht Parallelen zum aktuellen Titelkampf zwischen Schalke 04 (65 Punkte), Stuttgart (64) und Werder Bremen (63). „Der VfB hat jetzt wieder den psychologischen Vorteil, weil von dieser Mannschaft keiner etwas erwartet, Schalke aber Meister werden muss“, sagte Buchwald.

Auch Meistertrainer Daum sieht Stuttgart im Vorteil, weil „der VfB die einzige Mannschaft ist, die nichts zu verlieren hat.“ Stepanovic setzt dagegen auf Schalke: „Die Jungs sind cool drauf und der Trainer ist genau der richtige, weil sie einen wunderbaren Fußball spielen.“ Das wurde 1992 von den Frankfurtern allerdings auch behauptet.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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