13.02.2007 · Franz Beckenbauer brachte Bernd Schuster als Hitzfeld-Nachfolger beim FC Bayern ins Gespräch. Im F.A.Z.-Interview bestätigte der Trainer des FC Getafe, dass er große Lust auf die Bundesliga hat, aus einem Griesgram wie ihm aber kein Karnevalsjeck mehr wird.
Der frühere Nationalspieler Bernd Schuster steht derzeit mit dem Madrider Vorortverein FC Getafe auf Rang sieben der Primera Division. Einem Wechsel zu einem Topklub steht dank der entsprechenden Freigabeklausel in seinem Kontrakt in Getafe nichts im Wege. In Deutschland trainierte Schuster bislang mit wenig Erfolg den 1. FC Köln und Fortuna Köln.
Sie haben das Spiel gegen Valencia gewonnen, befinden sich mit dem FC Getafe auf Uefa-Cup-Kurs und sind beim FC Bayern und anderen europäischen Spitzenvereinen im Gespräch. Sie müssen ein glücklicher Trainer sein?
Das 3:0 gegen Valencia war natürlich super. Valencia spielt immerhin um die Meisterschaft und die Champions Leauge mit. Wir wollen weiter im Kampf um Platz fünf oder sechs mitmischen.
Und was sagen Sie zu Franz Beckenbauer, der Sie als Nachfolger von Hitzfeld ins Gespräch gebracht hat?
Das tut einem als Trainer natürlich sehr gut. Man fühlt sich geehrt, wenn der Franz so etwas überhaupt in Betracht zieht. Was der Franz sagt, hat ja beim FC Bayern Gewicht. Aber so lange keine konkrete Anfrage vorliegt, ist das nur eine schöne Geschichte - und mehr nicht. Eine von mehreren Geschichten.
Sie sind auch beim FC Valencia und immer wieder mal bei Real Madrid als Trainer im Gespräch.
Stimmt. Aber auch hier gab es noch kein Treffen. Man diskutiert hier in der Öffentlichkeit über die Nachfolge von Trainern, die noch bestehende Verträge mit ihren Klubs haben. Eigentlich gefällt mir das nicht so, wenn da mein Name fällt.
Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass die Verantwortlichen des FC Bayern Sie tatsächlich engagieren, falls Hitzfeld wie erwartet abtritt?
Viel hängt davon ab, ob die Klubführung tatsächlich einen Trainer verpflichten will, der noch keine großen Titel gewonnen hat. Der FC Bayern ist bislang meist einen anderen Weg gegangen und hat arrivierte Trainer geholt.
Wie reagiert Ihr jetziger Klub auf das Interesse an Ihrer Person?
Der FC Getafe ist ein kleiner Verein mit vergleichsweise bescheidenen finanziellen Mitteln. Viele Spieler sind nur ausgeliehen und sind nach einer Saison schon wieder weg, wenn sie bei uns gut gespielt haben. Getafe ist sowohl für die Spieler als auch den Trainer ein Sprungbrett. Darüber ist sich die Klubführung im Klaren.
Sie haben mal gesagt, wenn Real Madrid anruft, stehen Sie am nächsten Tag bei denen auf dem Trainingsplatz. Gilt das auch für den FC Bayern?
Auf jeden Fall. Ein Vertrag bei einem solchen Verein wie Bayern - das ist die Chance, auf die man als junger Trainer wartet. Da muss man mit dem Auto oder mit dem Fahrrad zum Trainingsplatz fahren. Der FC Bayern zählt zu den europäischen Topvereinen und steht auf einer Stufe mit Real Madrid, dem FC Barcelona oder Manchester United.
Derzeit befinden sich die Münchner in einer schweren Krise. Woran liegt das?
Ich sehe zwar viele Bundesligaspiele im Fernsehen, aber dennoch ist diese Frage aus der Ferne schwer zu beantworten. Ich denke, dass der Weggang von Michael Ballack der Mannschaft sehr wehgetan hat. Wenn man keinen entsprechenden Ersatz für einen solchen Klassespieler holt, wird es für jede Mannschaft sehr schwer.
Sie haben viele Jahre in Spanien verbracht. Würde Ihnen die Rückkehr nach Deutschland leicht fallen?
Das Leben in Spanien hat mich geprägt. Aber ich bin Deutscher geblieben. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, wieder zurückzukehren. Es gab ja in den vergangenen Jahren zwei Angebote, darunter eines von Wolfsburg. Damals hat das Feuer in mir richtig gelodert. Ich hatte große Lust auf die Bundesliga. An mir lag es nicht, dass es am Ende nicht geklappt hat.
Vielleicht scheiterte die Vertragsunterzeichnung auch daran, dass Sie hierzulande als schwieriger Typ gelten?
Ich bin Leuten gegenüber, die ich nicht kenne, anfangs ziemlich reserviert. Das mag so sein. Aber ich habe mich geändert. Ich bin offener geworden. Das haben mir Leute aus meinem Umfeld bescheinigt. Aber man kann sich halt nicht total ändern. Aus einem Griesgram wird nicht plötzlich ein Karnevalsjeck.
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 21 | 32 | 46 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 21 | 35 | 44 | ![]() |
| 3. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 21 | 22 | 43 | ![]() |
| 4. | ![]() |
FC Schalke 04 | 21 | 18 | 41 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Werder Bremen | 21 | -1 | 33 | ![]() |
| 6. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 21 | 0 | 31 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 21 | -2 | 31 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 21 | -11 | 27 | ![]() |
| 9. | ![]() |
VfB Stuttgart | 21 | 3 | 26 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 21 | -2 | 25 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1. FC Köln | 20 | -11 | 24 | ![]() |
| 12. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 21 | -6 | 23 | ![]() |
| 13. | ![]() |
Hamburger SV | 20 | -9 | 23 | ![]() |
| 14. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 20 | -12 | 21 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hertha BSC | 21 | -11 | 20 | ![]() |
| 16. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 21 | -11 | 18 | ![]() |
| 17. | ![]() |
FC Augsburg | 20 | -14 | 17 | ![]() |
| 18. | ![]() |
SC Freiburg | 21 | -20 | 17 | ![]() |