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Bayern-Präsident Hoeneß : „Löw sollte Sammer Champagner schicken“

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„Die Zukunft liegt in der Entwicklung der eigener Spieler“ Bild: dpa

Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß spricht im F.A.Z.-Interview über Dortmunder Stärken, Münchner Mängel und die Tugenden des neuen Sportdirektors Sammer.

          Seit über zwei Jahren hat sich Uli Hoeneß aus den operativen Geschäften zurückgezogen. Doch ohne den Präsidenten geschieht kaum etwas beim FC Bayern. Im F.A.Z.-Interview spricht er über Dortmunder Stärken und Bayerns Mängel.

          Was muss Bayern machen, um wieder Meister zu werden?

          Konstanter spielen. Wir haben bis auf Dortmund gegen die Großen immer sehr gut gespielt, aber viel zu viele leichte Punkte liegenlassen. In Freiburg, in Hannover, der Tiefpunkt war Mainz.

          Sehen Sie einen reinen Zweikampf mit Dortmund um den Titel, oder kann noch ein anderer Klub eingreifen?

          Ich halte Schalke für einen ernsthaften Konkurrenten. Dort wird seit Jahren seriös gearbeitet. Stevens ist ein guter Trainer, und ich meine, auch Sportmanager Heldt macht einen guten Job. Und dann wird wie jedes Jahr noch einer von der Seite kommen, den niemand erwartet. Vielleicht Wolfsburg, mit dem superehrgeizigen Magath. Wenn Magath eine Möglichkeit sieht, dann beißt er sich fest.

          Wie lange kann sich der FC Bayern noch Spielzeiten ohne Titelgewinn leisten, bis seine Ausnahmestellung gefährdet ist? Wie nötig haben die Bayern die Meisterschaft?

          Wir müssen lernen, dass es für uns ein Problem ist, auf Dauer nur Zweiter zu werden. Wir müssen uns im Klaren sein, dass wir richtig unter Druck stehen, die nationale Vorherrschaft zurückzuerobern. Unser Problem wird durch zwei Tatsachen verschärft. Wenn wir ehrlich sind, haben wir letztes Jahr eine super Saison gespielt. Wir haben Punkte geholt, damit wirst du immer Meister, aber Dortmund hat eine außergewöhnlich gute Saison gespielt, mit dem Vorteil, international seine Kräfte nicht verbraucht zu haben. Als Zweites kommt hinzu, dass uns nicht zwei unterschiedliche Meister mal durchgerutscht sind, sondern, dass wir klar erkennen müssen, dass Dortmund auch mittelfristig zu einem sehr ernstzunehmenden Gegner geworden ist. Dort sind gute Strukturen gewachsen.

          Der starke Mann des FC Bayern: Präsident Uli Hoeneß

          Wie ist Ihr strategischer Ansatz, Dortmund wieder zu verdrängen?

          Unsere Analyse nach der Saison hat ergeben, dass der Kader in der Breite zu schwach aufgestellt war. Wenn du in der Champions League auf die Bank geschaut hast, da saßen manchmal zwei, drei Spieler ohne internationale Erfahrung.

          Unterlagen Sie einer groben Fehleinschätzung?

          Nein, wir hatten Verletzungspech, Schweinsteiger hat sehr oft gefehlt, Olic war noch länger ausgefallen. Wir hatten den Standpunkt gehabt, du kannst nicht für einen Gomez und Schweinsteiger einen adäquaten Ersatz auf der Bank haben, weil das doch ein gewisses Unruhepotential darstellt. Manche Medien schauen nicht darauf, wer hat die Tore zum 3:0 geschossen, sondern, wer hat nicht gespielt, wer könnte sauer sein. Wir sind das Risiko bewusst eingegangen. Einen Tod musst du sterben. Entweder bist du etwas dünn besetzt und hast das Glück, dass du durchkommst, oder du hast die richtigen Leute auf der Bank und kriegst den ein oder anderen Ärger. Mir ist doch jetzt schon klar, was passieren wird, wenn Gomez von seiner Verletzung zurückkommt und nicht sofort Tore schießt, wo doch seine Vertreter Mandzukic und Pizarro gerade so gut treffen.

          Gomez ist ein Sonderfall. Er ist sensibler als Schweinsteiger und geht mit so harter Konkurrenz ganz anders um.

          Da liegen Sie nicht falsch. Aber wir haben uns so nun mal entschieden, weil wir der Meinung waren, dass wir nicht nur auf der Position Nummer neun neben Mario Gomez zu schwach besetzt waren. Dazu kommt, dass unsere Experimente wie mit Petersen (Zweitligatorjäger aus Cottbus) selten klappen. Auch ich habe solche „Probierer“ immer wieder versucht, ein McInally, ein Radomir Mihajlovic. Es ist ja der Traum jedes Managers, dass man einen Spieler für 2 Millionen holt, er einschlägt und dann einen Marktwert von 25 Millionen hat. Aber es ist fast nie gelungen. Bei uns sind meist die fertigen Stars erfolgreich oder die, die aus der eigenen Jugend kommen.

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