04.01.2013 · Die Bayern-Spieler sind noch in der Vorbereitung auf die Rückrunde, da treibt ihr Sportvorstand bereits die Planungen für die kommende Saison voran. Matthias Sammer vermeldet die Verpflichtung des Mainzers Jan Kirchhoff. Er kommt im Sommer ablösefrei.
Von Daniel Meuren, MainzRichtlinien für Lesermeinungen
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Kirchhoff ist eine völlig risikolose Ergänzung des Bayern
Kaders, beide Seiten gewinnen. Ich verstehe gar nicht was sie eigentlich
wollen. Glauben sie ernsthaft das es für einen jungen Spieler etwas
Besseres geben kann als bei einem 100% professionell geführten
Verein wie Bayern, mit einigen der besten Fussballer der Welt zusammen
zu spielen?
Sollte er sich im Training empfehlen und Potential zeigen, so wird man
ihn wie einst Lahm zwecks Spielpraxis verleihen. Er ist jung, also wird
man vielleicht erst in ein oder zwei Jahren wissen, wie weit er kommen
kann.
Auch Bayern kann nur gewinnen. Man sucht ja nach wie vor nach einem
Innenverteidiger von Badstubers Klasse und leider gibt es da europaweit
nicht all zu viele. Sollte K mal gut genug werden, so wäre er ideal.
Man sieht ja an den Bayern wie schwer es ist einen wirklich guten IV zu
finden. Boateng ist einfach nur peinlich und Dante hat viel zu vielen
Schwächen um auf absolutem Spitzenniveau mitspielen zu können.
Dieser Transfer ist eine klassische...
...Win - Lose Geschichte. Das Risiko dabei liegt offensichtlich
überproportional auf Seiten des Spielers. Wie er sich darauf
einlassen konnte - ich verstehe es nicht ganz. Die Bayern-Mannschaft
strotzt nur so von Star-Nationalspielern - in- und ausländische.
Kirchhoff ist Innenverteidiger Nr. 4 hinter herausragender Konkurrenz
und Martínez könnte zur Not auch noch als IV eingesetzt
werden - glaubt man seinen spanischen Trainern. Dazu ist Jan Kirchhoff
kein wirklich herausragender, aber ein verletzungsanfälliger
Spieler auf einer Position, wo es am intensivsten und härtesten zur
Sache geht im Spiel. Selbst für top-fitte Spieler ist ein Platz in
der Bayern-Startelf eine grosse Herausforderung. Kurz: Ich halte die
Wahrscheinlichkeit, dass er sich in München durchsetzen kann
für zu gering in einer Karriere-Phase, in der ein junger Spieler
nichts mehr als Spielpraxis auf höchstmöglichem Niveau
bräuchte.
Mit diesem Vertrag hat er wahrscheinlich den Fehler seines Berufslebens unterschrieben
... - am ehesten wohl, dass er ablösefrei ist. Das
"Schalke-Kriterium" als Bayern-Zukunft? Für Bayern geht
das Geschäft ziemlich sicher auf. Der Spieler ist im Unterhalt
verhältnismässig günstig, und auch wenn man ihnen
für Ernstfälle kaum brauchen wird, er sorgt für Druck auf
Boateng, der wiederum für Druck auf Badstuber und Dante sorgt. Das
Sammersche "Leistungsprinzip plus Lohnkarotte" an der Arbeit.
Was sich Kirchhoff karrieremässig dabei ausrechnet, weiss
wahrscheinlich nur er selber. Ist zweiter Ersatz bei Bayern schon besser
als potentielle Teamstütze von 96 oder dem VfB, beim HSV oder bei
der Eintracht? Allesamt Vereine, die einen anständigen und
ablösefreien Innenverteidiger in Zukunft brauchen könnten,
wenn auch nicht zu den Bezügen, die der FCB anbieten kann.
Dafür aber mit regelmässiger Spielpraxis und entsprechenden Lerneffekten.
Man kann über alles geteilter Ansicht sein, aber hätte Real,
Manchester United oder Barcelona Jan Kirchhoff verpflichtet - eben.
Mal abwarten!
Mal abwarten! Der Kerl ist immerhin U21 Nationalspieler. Und dass Bayern in der Innenverteidigung noch einen Guten gebrauchen können, zeigt sich ja im Moment. Nächstes Jahr wird van Buyten vermutlich wegkomplimentiert. Und dann ist man schon bei einer Verletzung eines IV auf den unbeständigen Boateng angewiesen! Ich sehe gute Chancen, dass Kirchhoff zumindest diesen verdrängt.