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Bayern München Buenos dias a todos

Mit dem „Generationswechsel“ zu Pep Guardiola hat sich Jupp Heynckes arrangiert. Der Noch-Trainer der Münchner Bayern will aber schon noch selbst seinen Abschied verkünden.

© dpa Vergrößern Verärgerter Altmeister: Jupp Heynckes will schon noch selbst Tschüss sagen

Frei nach Mark Twain, der 1897 eine Falschmeldung mit dem schönen Satz kommentieren konnte, dass „der Bericht über mein Ableben übertrieben“ war, hat nun auch Jupp Heynckes ein höchst vitales Dementi abgegeben. Einen Tag nach der Ankündigung von Karlheinz Rummenigge, dem Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern, dass Heynckes im Sommer seine Trainerkarriere beenden wolle, präzisierte der Betroffene diese Äußerung in einem entscheidenden Punkt: „Hier beim FC Bayern höre ich auf.“

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Es sei nicht richtig, „dass ich gesagt habe, ich werde meine Karriere beenden“, betonte Heynckes. „Das will ich schon selbst verkünden“ - das aber erst am Ende der Saison. Wobei er offen ließ, ob er das dann wirklich tun werde. Schließlich steht zu erwarten, dass die Ankündigung vom Freitag dem ehrgeizigen und erfolgreichen Trainer-Senior in diesem Frühjahr noch das ein oder andere reizvolle Job-Angebot einbringen könnte. Ganz nach dem Motto: Es gibt ein Leben nach dem FC Bayern.

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Es war allerdings der einzige Punkt, in dem sich Heynckes nicht in die arg konstruiert wirkende Bayern-Darstellung der Abläufe vor der Verpflichtung seines Nachfolgers Pep Guardiola fügte. Wozu auch? Rummenigges Version, dass Heynckes sich kurz vor Weihnachten gegen eine Vertragsverlängerung entschieden und der Klub dann kurz nach Weihnachten bereits den früheren Barca-Star unter Vertrag genommen habe, lässt schließlich beide Seiten gut dastehen: Heynckes als sein eigener Herr und den Klub als Erfolgsbündnis unter Männern, die fair miteinander umgehen.

Chronik eines angekündigten Trainerwechsels

Diese offizielle Chronik eines angekündigten Trainerwechsels bestätigte Heynckes zwar, tat das allerdings mit einer interessanten zeitlichen Abweichung: Er habe sich schon im vergangenen Sommer für ein Ende am Saisonende entschieden. Und habe das seinem Freund und Präsidenten Uli Hoeneß auch mitgeteilt - der wiederum in einem laut Heynckes „unglücklichen“ Fernsehinterview am Donnerstag erklärte, dass der alte Trainer, „natürlich, glaube ich, gerne noch ein Jahr weitergemacht“ hätte.Unverhohlen sagte Hoeneß, man sei Heynckes „sehr dankbar, dass er die Chance, Guardiola zu verpflichten, „uns ermöglicht hat, dass er da kein Theater gemacht hat“.

Heynckes erklärte die Widersprüche zwischen den eigenen Äußerungen und denen von Hoeneß so: Er habe dem Präsidenten zuvor erklärt, man könne „noch einmal reden“, sofern der FC Bayern „keine adäquate Lösung für die Nachfolge“ gefunden hätte.

FC Bayern - Uli Hoeneß © dpa Vergrößern „Unglückliches“ Interview: Hoeneß muss mit Heynckes’ Kritik leben

Auch in der bevorstehenden Trennung vom FC Bayern also, seiner dritten nach 1991 und 2009, zeigt sich Heynckes ganz als der loyale Diener des Vereins, als den man ihn in München kennen und schätzen gelernt hat. Humorvoll empfing er die Reporter mit den spanischen Worten „Buenos dias a todos“ (Guten Tag allerseits), „da können sie sich schon ein bisschen an den Sommer gewöhnen“.

Generös räumte er ein, dass „ein Verein wie der FC Bayern perspektivisch denken und handeln“ müsse. Und höflich begrüßte deshalb der 67-Jährige den „Generationswechsel“ zu dem ein Vierteljahrhundert jüngeren Guardiola, den er „schon als Spieler sehr geschätzt“ habe. Der sei ein „kluger Mann“, den er zu der Entscheidung für den FC Bayern „nur beglückwünschen“ könne. „Denn er findet hier die nach Barcelona beste Mannschaft Europas vor. Sie spielt einen konzeptionellen, strukturierten Fußball, einen modernen und erfolgreichen Fußball.“

Verfrühte Abschiedsgrüße

Wegen des „hervorragenden Charakters“ und des Zusammenhalts der Mannschaft habe er auch keine Befürchtung, dass die Leistung des FC Bayern in der Rückrunde, die an diesem Samstag mit dem Spiel gegen den Tabellenletzten Greuther Fürth beginnt, unter der bevorstehenden Trainerrotation leiden werde. Was für ihn selbst erst recht gelten soll: „Meine Freude und Leidenschaft für diesen Beruf werden nicht nachlassen.“

Deshalb könnten die in dieser Woche geäußerten guten Wünsche, wie sie beim Übergang verdienter Kräfte in den Ruhestand üblich sind, im Fall Heynckes nun doch so verfrüht gewesen sein wie einst die Nachrufe auf Mark Twain. Etwa die des Dortmunder Kollegen Jürgen Klopp: „Jupp Heynckes ist ein sehr netter Mensch und ein großartiger Kollege. Ich wünsche ihm Glück und Gesundheit, und dass er die Zeit danach richtig genießen kann. Ich werde ihn vermissen“.

Seit Freitag scheint nicht mehr ausgeschlossen, dass Heynckes weitermacht und dass ihn deshalb in der nächsten Saison niemand vermissen muss - außer womöglich in München.

Quelle: F.A.Z.

 
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