http://www.faz.net/-gtm-98qi1

5:1 gegen Mönchengladbach : Die Bayern bringen sich in Stimmung

Die Spieler des FC Bayern jubeln nach dem deutlichen Sieg gegen Borussia Mönchengladbach. Bild: dpa

Nach dem 6:0 gegen Hamburg und dem 6:0 gegen Dortmund bejubelt der deutsche Meister FC Bayern den nächsten klaren Heimsieg. Gladbach spielt gegen die Münchner nur eine Viertelstunde mit.

          Seit einer Woche geht es für die Bayern in der Bundesliga um nichts mehr – außer darum zu zeigen, dass es für alle anderen gegen sie immer noch nichts zu holen gibt. Ohne sechs für das Pokalhalbfinale gegen Bayer Leverkusen geschonte Topspieler gewannen die Münchner am Samstagabend die hundertste Ausgabe des Klassikers gegen Borussia Mönchengladbach 5:1. Nach dem frühen Gegentreffer durch Josip Drmic (9. Minute) drehte Sandro Wagner mit zwei Toren die Partie (37./41.), ehe Thiago (51.), David Alaba (67.) und der für Wagner eingewechselte Robert Lewandowski (82.) die deutliche Überlegenheit auch im Ergebnis sichtbar machten.

          Bundesliga
          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Trainer Jupp Heynckes hatte zwar eingeräumt, dass die Bayern in der Liga nun „kürzertreten“ wollen, jedoch zugleich seine „großen Ambitionen“ betont, speziell das Spiel gegen Gladbach zu gewinnen, seinen Heimatklub, „bei dem ich ein entscheidender Spieler in der Historie gewesen bin. Für mich ist das eine besondere Partie“, so Heynckes.

          Doch zunächst zeigte sein Team noch eine gewisse Schonhaltung. Das nutzten die Gladbacher. Drmic umkurvte Verteidiger Süle mühelos und traf ins lange Eck. Die Borussen blieben noch bei zwei, drei Kontern gefährlich, doch als die Bayern das Kommando übernahmen, erlebten sie das, wovor ihr Trainer Dieter Hecking gewarnt hatte: „Sich in München nur hinten reinzustellen, ist den meisten Mannschaften nicht bekommen.“

          Eine gute halbe Stunde lang hielt der Abwehrriegel, dann knackte ihn ein Abwehrspieler. Süle drang in den dichtbesiedelten Strafraum ein, spielte einen feinen Außenristpass auf Thomas Müller, der im Rücken der Abwehr direkt weiter in die Mitte leitete. Wagner konnte den Ball aus drei Metern ins leere Tor drücken – und feierte nur vier Minuten später seine persönlichen Wagner-Festspiele, als er abermals eine Hereingabe von Müller, diesmal im hohen Bogen hineingelöffelt, per Kopf Richtung Tor lenkte. Damit hat Wagner, im Sommer als Backup für Lewandowski gekommen, in sechs Startelf-Einsätzen sechs Tore erzielt – nicht schlecht für eine Zweitbesetzung.

          Die früh passiv und mutlos gewordenen Gladbacher zeigten zunehmend, warum sie in der Rückrunde zu den fünf schlechtesten Teams der Liga gehören und sich kaum noch Hoffnungen auf einen Europa-League-Platz machen dürfen. Der für Müller eingewechselte James schickte Tolisso auf den rechten Flügel, die Hereingabe verwertete Wagner fast zu seinem dritten Tor, ehe der von Sommer abgewehrte Ball Thiago zum 3:1 vor die Füße fiel. James traf den Pfosten, Alaba zielte genauer und traf mit rechts ins rechte Eck, Lewandowski schob völlig frei zu seinem 27. Saisontor – die Bayern spielten sich in Stimmung, die Gladbacher ergaben sich ihrem Schicksal.

          „Wir haben 20 Minuten Anlaufzeit benötigt und dann aber peu à peu das Zepter übernommen“, sagte Heynckes nach der Partie im TV-Sender Sky. Und Doppeltorschütze Wagner fügte an: „Grundsätzlich bin ich im Großen und Ganzen zufrieden heute. Ich bin in der Form meines Lebens. Es läuft und macht Spaß.“

          Weitere Themen

          Kovac plant den Superkader

          Bayern München : Kovac plant den Superkader

          Noch hält sich der FC Bayern auf dem Transfermarkt zurück. Angeblich soll aber nun der Wechsel von Weltmeister Benjamin Pavard bevorstehen. Dafür enthüllt der Klub schon mal das neue Ausweichtrikot.

          „Der Ball liegt in der Politik“ Video-Seite öffnen

          Analyse zum Rundfunkbeitrag : „Der Ball liegt in der Politik“

          Die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist gesichert. Doch die Medienlandschaft hat sich gewandelt – und die Frage der Wettbewerbsverzerrung muss politisch neu aufgerollt werden, fordert F.A.Z.-Ressortleiter Reinhard Müller in der Video-Analyse.

          Den Schatten gewählt

          Belgiens Kevin de Bruyne : Den Schatten gewählt

          Bei Manchester City ist Kevin de Bruyne ein Großmeister des Passes. Im belgischen Nationalteam spielt er weit weg von seinem bevorzugten Einflussbereich. Das weiß nicht jeder zu würdigen.

          Topmeldungen

          Viele Landesregierungen retten sich mit provisorischen Lösungen, um den Lehrermangel zu bekämpfen.

          Deutsche Bildungsmisere : Totgeschwiegener Lehrermangel

          Die Frage nach qualifizierten Lehrern ist zur Zukunftsfrage der Länder geworden. Doch diese tun zu wenig, um den Nachwuchs für sich zu gewinnen. Ein Kommentar.

          Kommandeur reagiert : EU-Mittelmeermission „Sophia“ gestoppt

          Italien setzt seinen harten Kurs gegen Bootsflüchtlinge fort. Nach der Ankündigung, Schiffen der EU-Mission „Sophia“ die Einfahrt in italienische Häfen zu verbieten, zog der zuständige Admiral jetzt offenbar die Reißleine.

          Gazastreifen : Das Feuer kommt am Nachmittag

          Seit Wochen lassen Palästinenser aus dem Gazastreifen brennende Ballons nach Israel fliegen. Die Bewohner der Kibbuzim müssen sich überwiegend selbst helfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.