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Bayer Leverkusen Ballacks Rückkehr nach London

13.09.2011 ·  Michael Ballack bricht sein Schweigen: Vor dem Spiel bei seinem ehemaligen Verein Chelsea redet er über die Rückschläge der jüngeren Vergangenheit - und ist sogar zu Scherzen aufgelegt.

Von Christian Kamp, London
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© dapd Ob Ballack gegen Chelsea spielen darf, hat Trainer Robin Dutt öffentlich noch nicht bekannt gegeben

Auf englischem Boden fühlte sich Michael Ballack sichtlich wohl. Sogar eine Kostprobe trockenen Humors hatte er im Repertoire, auch wenn er sie sich bis zum letzten Moment aufhob bei der Pressekonferenz von Bayer Leverkusen vor dem Champions-League-Auftakt an diesem Dienstag beim FC Chelsea. Ob das aktuelle Team der „Blues“ stärker sei als jenes, in dem er von 2006 bis 2010 Fußball spielte und fünf Titel gewann, wurde Ballack gefragt. „Natürlich nicht“, antwortete er mit einem Grinsen und fügte hinzu: „Ich bin ja auch weggegangen.“ Seit gut einem Jahr steht Ballack wieder bei Bayer unter Vertrag, und weil es für ihn nach der schweren Scheidung von der Nationalelf zuletzt auch dort nicht viel zu lachen gab, hatte er sich in Deutschland mit öffentlichen Äußerungen völlig zurückgehalten.

Das Spiel in Chelsea schien ihm nun ein passender Anlass zu sein, das Schweigen zu brechen. In den vergangenen Tagen hatte er englischen Zeitungen einen Einblick in seine verletzte Sportlerseele gegeben und offenbart, dass er immer noch darunter leide, wie der Abschied aus dem DFB-Team verlaufen sei. Dem hatte er am Montag nichts Substantielles hinzuzufügen - aber natürlich gab es auch nichts zurückzunehmen. „Ich wollte nur betonen, dass nach so langer Zeit in der Nationalmannschaft, für die ich immer alles gegeben habe, der Schluss für mich unbefriedigend war“, sagte Ballack.

Sportlich akzeptiere er die Entscheidung von Bundestrainer Löw jedoch - es sei schließlich ein „Männersport“. Professionell - das war Ballacks Auftritt in jeder Hinsicht. Und doch ließ er immer wieder durchblicken, dass das Spiel an der Stamford Bridge für ihn ein besonderes sein würde. Dort war er eine unumstrittene Führungsfigur und ist heute noch hochangesehen, wie zuletzt Frank Lampard bestätigte.

Am Dienstag, so heißt es, soll sogar seine 2010 ausgefallene Verabschiedung nachgeholt werden. „Ein sehr, sehr emotionaler Moment“, sagte Ballack, wäre das für ihn. Ob er auch von Beginn an auflaufen wird, verriet sein Trainer Robin Dutt noch nicht. Das kleine Rätsel wolle er dem FC Chelsea noch lassen. Es klang aber so, als würde es an ihm nicht scheitern, dass Ballack noch einmal einen großen englischen Abend erlebt.

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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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