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Bayer 04 Leverkusen Bei Herbstmeisterschaft Sonderurlaub

11.12.2009 ·  Mit einem Sieg an diesem Freitag in Berlin kann Leverkusen seine Tabellenführung ausbauen: die Herbstmeisterschaft ist nah. Dass Bayer trotz des Ausfalls von Rolfes so stabil ist, schreiben die Spieler ihrem Trainer Heynckes zu.

Von Gregor Derichs
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Mitte Oktober, als Bayer Leverkusen schon die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga übernommen hatte, musste Simon Rolfes überraschend aussetzen. Lediglich in der Partie gegen Dortmund (1:1) werde der Kapitän zuschauen, eine Gelenkspülung im Knie erfordere eine kleine Pause, teilte der Verein mit. Der Nationalspieler war bis dahin die personifizierte Robustheit. In 132 Bundesligaspielen hatte Rolfes zuvor nur einmal aussetzen müssen.

Die Bedenken, dass die Leverkusener ohne ihren Spielmacher aus dem Hinterhalt ein Stück ihrer Linie verlieren könnten, waren ausgeprägt. Zwei Monate später fehlt Rolfes noch immer, aber der Siebenundzwanzigjährige kann es sich leisten, in aller Ruhe eine Knieentzündung auszukurieren. Die Werkself ist auch ohne ihn und andere verletzte Stammspieler wie den Brasilianer Renato Augusto ungewohnt stabil. An diesem Freitag (20:30 Uhr, FAZ.NET-Bundesliga-Liveticker) kann der Spitzenreiter beim Tabellenletzten Hertha BSC Berlin mit einem Sieg den Grundstein für den vorzeitigen Gewinn der „Herbstmeisterschaft“ legen.

Bayer, früher oft ob seiner spielerischen Leichtigkeit gelobt, aber auch ob seiner Sprunghaftigkeit getadelt, verblüfft durch eine neue Stabilität. „Wir sind in der Vergangenheit wild nach vorn gestürmt, wenn es manchmal besser gewesen wäre, einen Punkt zu sichern - und haben verloren. Das ist uns in dieser Saison noch nicht passiert“, sagt Rolfes, der es als Zuschauer mit Vergnügen erlebt, wie seine Kollegen auch ohne ihn noch kein Ligaspiel verloren haben.

Nur Bayern und der HSV blieben bislang 17 Spiele ohne Niederlage

Wenn es seine Mitspieler schaffen, in Berlin und im letzten Spiel des Jahres gegen Mönchengladbach ungeschlagen zu bleiben, dann wäre Bayer erst die dritte Mannschaft nach dem Hamburger SV (1982/83) und dem FC Bayern München (1988/89), die eine Hinrunde mit 17 Spielen ohne Niederlage beendet. Beide Teams gewannen danach die Meisterschaft, die der viermalige Meisterschaftszweite Leverkusen noch nie feiern konnte. Mit Trainer Jupp Heynckes scheint sich das Bayer-Team den Titeltraum endlich erfüllen zu können.

Auch Rolfes schreibt Heynckes einen großen Anteil an der Erfolgsserie zu. „Unser Trainer hat das früh in der Saison einmal mit Entschleunigen umschrieben. Das ist der Punkt. Wir agieren ruhiger, überlegter, nicht mehr so ungestüm“, sagt der defensive Mittelfeldspieler. Zur Not werde eben ein 0:0 in Kauf genommen. Noch in der vorigen Saison rannte die Mannschaft zu oft ins Verderben.

Vier Tage Zusatzurlaub als Motivationshilfe bis Weihnachten

Schwächere Spiele zeigten die Rheinländer allerdings auch in den vergangenen Wochen. Das 0:0 in Hannover am vorigen Samstag befriedigte niemanden im Verein. Heynckes, der für sein Einfühlungsvermögen von den Spielern gelobt wird, reagierte streng. Zugleich setzte der Vierundsechzigjährige neue Anreize. Wenn die Mannschaft die Herbstmeisterschaft schafft, bekommt sie einen vier Tage längeren Urlaub und muss nach der Weihnachtspause erst am 2. Januar wieder zum Training antreten.

Heynckes und Leverkusen, das scheint sehr gut zu passen, wie auch Rolfes betont. „Schon Michael Skibbe hat die Entwicklung einzelner Spieler positiv beeinflusst. Ich denke an René Adler, Gonzalo Castro, Stefan Kießling oder auch an mich“, sagte er. „Dass die Qualitäten der Spieler jetzt aber so gut ineinandergreifen und die Mannschaft davon profitiert, dafür ist Jupp Heynckes verantwortlich.“

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