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Arbeitsprotokoll: Lukas Podolski Viele Wege, keine Spuren

14.03.2010 ·  Die Kölner Nummer 10 ist gegen Mainz keine Anspielstation, kein Spielmacher und auch kein Stoßstürmer. Nach hinten stellt Lukas Podolski schnell die Arbeit ein, vorne gelingt ihm wenig. Nicht mal die Freistöße darf er schießen.

Von Bastian Steineck, Mainz
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Wo ist Lukas Podolski? Der Mann, der vergangenen Samstag nach 1425 torlosen Minuten erstmals wieder jubeln durfte, weiß nach der 0:1-Niederlage des 1. FC Köln bei Mainz 05 wohl selbst nicht so richtig, wo er hingehört. Unterwegs auf dem Spielfeld war er viel, Spuren hinterlassen hat er freilich kaum.

Nach wenigen Minuten am Mainzer Bruchweg wird Podolski klar, dass er an diesem Nachmittag nicht über Zweikämpfe ins Spiel finden wird. Gegen die hochgewachsenen Mainzer Abwehrmänner verliert der Nationalspieler jedes Duell in der Luft. Zu kreativen Bemühungen führt diese Erkenntnis jedoch nicht. Kaum vorstellbar, dass dieser Podolski vor einer Woche gegen den FC Bayern München als Aktivposten glänzte, Bälle verteilte, Zweikämpfe gewann und das Offensivspiel der Kölner ankurbelte.

Seine Defensivarbeit stellt er nach 30 Minuten ein

Der 24 Jahre alte Stürmer ist in Mainz mal zweiter Angreifer, mal hängende Spitze. Er läuft viel, ohne seiner Mannschaft damit Vorteile zu erarbeiten. Seine Defensivarbeit stellt er nach 30 Minuten ein, Pässe finden nur selten einen Mitspieler, die Schüsse sind Versuche, die im Ansatz scheitern und das Tor um mehrere Meter verfehlen. Erst zehn Minuten vor Spielende zwingt er den Mainzer Torhüter Christian Wetklo einmal zum Eingreifen. Immerhin.

Nicht nur die mitgereisten Fans aus Köln dürften unzufrieden mit der Leistung jenes Mannes sein, der vor der Saison für zehn Millionen Euro aus dem Münchner Exil zurück an den Rhein gelotst wurde. Auch bei den rund 20.000 Anhängern aus Mainz macht sich Podolski früh unbeliebt: Nach einer Viertelstunde kommt es zu einer ersten Handgreiflichkeit mit Miroslav Karhan. Der 24 Jahre alte Stürmer wird bis zum Spielende vom Mainzer Publikum mit Pfiffen bedacht.

Er redet mehr mit dem Schiedsrichter als mit den Mitspielern

Und auch in der Gunst der Mitspieler steigt Podolski an diesem Nachmittag nicht. Er gibt sich als zeternder Meckerhansl, der sich wild gestikulierend über fehlende Abspiele beschwert und frustriert auf der Stelle hüpft. Die Kölner Nummer 10 ist gegen Mainz keine Anspielstation, kein Spielmacher und auch kein Stoßstürmer. Podolski steht neben dem Spiel und neben sich, trabt über den Platz und bietet sich nicht an. Eine Bindung zur Mannschaft schafft er nicht. Nicht einmal als Freistoßschütze darf sich Podolski gegen die Mainzer beweisen.

Als Aristide Bancé in der 28. Spielminute die Rote Karte sieht, geht Podolski mit einem beherzten Sprint über zehn Meter erstmals engagiert zur Sache, um der Entscheidung von Schiedsrichter Marco Fritz beizupflichten. Überhaupt kommuniziert er mehr mit dem Unparteiischen als mit seinen Mannschaftskollegen, sucht ständig das Gespräch. Der unfreiwillig komische Höhepunkt dieser auf 90 Minuten begrenzten Liaison ist ein Zusammenstoß mit Fritz nach 40 Minuten, der in einem Ballverlust für die Kölner endet.

Je länger das Spiel dauert, desto weniger merkt man, dass Lukas Podolski auf dem Platz steht. „Ich kann viel mehr“, sagt er danach. Obwohl Podolskis fußballerische Fähigkeiten außer Frage stehen - die reine Veranlagung schießt keine Tore. Das angekündigte Tattoo, die Zahl der torlosen Minuten, hat sich Podolski vermutlich noch nicht stechen lassen. Vielleicht wartet er damit auch lieber. Nach seiner Leistung gegen Mainz beginnt das Zählen von Neuem. Aktueller Stand: 148 Minuten.

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