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6:1 gegen Bremen Bayern rotiert auf Hochtouren

 ·  Der FC Bayern München nimmt die nächste Hürde mit Eleganz, Spielwitz und einer Riesen-Portion Souveränität - obwohl Jubilar Heynckes auf sechs Positionen rotiert. Robben schießt das 1:0 - und spielt sich den Frust von der Seele.

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© dpa Vergrößern Komm, lass dich herzen: Robben (links) und Martinez freuen sich über das 2:0

Vor Anpfiff gab es Blumen vom FC Bayern für Jupp Heynckes, in dessen fast 50 Jahre umspannender Fußball-Karriere es das 1000. Bundesligaspiel war - 369 als Spieler, 631 als Trainer, nur Otto Rehhagel hat noch mehr: 1033. Und auch nach dem Anpfiff gab es Präsente, diesmal vom harmlosen Gegner aus Bremen. Obwohl Heynckes gleich sechs Spieler aus seiner ersten Elf schonte, die am Mittwoch im Pokal-Viertelfinale gegen Borussia Dortmund frisch sein soll, reichte es zu einem lockeren 6:1-Sieg über den SV Werder, der spätestens nach der Roten Karte für Sebastian Prödl wegen einer Notbremse in der 44. Minute überfordert war.

Die Bayern lagen zu diesem Zeitpunkt durch Tore von Arjen Robben (25. Minute) und Xavi Martinez (29.) 2:0 vorn und erhöhten nach der Pause durch ein Eigentor von Theo Gebre Selassie (49.) und durch Mario Gomez (51.), ehe Kevin de Bruyne nach einem Fehler von Dante der Ehrentreffer für die Bremer gelang (59.). Vier Minuten vor Ende erhöhte Franck Ribéry mit einem Volley zum 5:1, zwei Minuten später besorgte Gomez den Endstand.

Thomas Müller und Mario Mandzukic, das torgefährlichste Sturmpaar der Bundesliga, hatten das Spiel ebenso wie David Alaba und Toni Kroos auf der Bank verfolgen dürfen, Bastian Schweinsteiger und Daniel van Buyten sogar auf der Tribüne - sie alle wurden geschont für das „ganz große Spiel“, wie Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge das Duell mit Dortmund nennt. Die Vertreter zeigten sich höchst motiviert. Robben schickte Philipp Lahm auf rechts, spurtete selbst zentral in den Fünfmeterraum und schlug die Flanke des Kapitäns volley ins Netz. Kurz danach konnte er von Gegenspieler Lukas Schmitz nur mit einem Foul gestoppt werden, übernahm die Ausführung des Freistoßes und servierte Martinez den Ball mustergerecht zum 2:0 auf die Stirn.

Kombinations-Kunstwerke

Nach der Roten Karte gegen Prödl nach Foul am zentral frei gespielten Gomez brauchten die Bayern zu Beginn der zweiten Halbzeit nur zehn Minuten, um den Spielausgang für die defensiv überforderten Bremer endgültig außer Reichweite zu bringen. Gomez setzte sich am Flügel durch, und seine Hereingabe lenkte Gebre Selassie beim Versuch, den Ball mit rechts wegzuschlagen, mit links ins eigene Tor. Mit diesem kuriosen Geschenk wollten es die Bayern aber nicht bewenden lassen und ließen dem zum 4:0 ein kleines Kombinations-Kunstwerk folgen: Xherdan Shaqiri setzte Ribéry mit herrlichem Heber ein, und der Franzose lupfte den Ball über Torwart Sebastian Mielitz zu Gomez, der ihn ins leere Tor verlängern konnte. Im spielerischen Übermut probierten Ribéry und Robben sogar noch eine Wiederholung des legendären Robben-Treffers bei Manchester United 2010 - der Schlenzer von der Eckfahne fand wieder den Holländer im Rückraum, doch diesmal flog dessen Volleyschuss neben das Tor.

© dpa Vergrößern Ende eines Arbeitstages: Der Bremer Prödl fliegt mit Rot vom Platz

Danach ließ der Tabellenführer ein wenig locker, kleinere Nachlässigkeiten in der Abwehr inbegriffen. Der Versuch von Dante, eine Ecke zu verhindern, führte zum Ballverlust im eigenen Strafraum, so dass de Bruyne Neuer überwinden konnte. Es war das erste Bundesliga-Gegentor Neuer seit Mitte Dezember - und das erste für die Bayern gegen einen in Unterzahl spielenden Gegner seit acht Jahren. Die Münchner nahmen es locker - und überlupften die Bremer in den Schlussminuten zweimal erfolgreich: Lahm auf Ribéry, Robben auf Gomez, es war einfach alles ein wenig zu hoch für Werder.

Bayern München - Werder Bremen 6:1 (2:0)

Bayern München: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Contento - Javi Martínez (53. Timoschtschuk), Luiz Gustavo - Robben, Shaqiri (72. Pizarro), Ribéry - Gomez
Werder Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Prödl, Lukimya, Schmitz - Ignjovski, Junuzovic - de Bruyne, Hunt (46. Pavlovic), Arnautovic - Petersen
Schiedsrichter: Fritz (Korb)
Zuschauer: 71.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Robben (25.), 2:0 Javi Martínez (29.), 3:0 Gebre Selassie (49./Eigentor), 4:0 Gomez (51.), 4:1 de Bruyne (58.), 5:1 Ribéry (86.), 6:1 Gomez (89.)
Gelbe Karten: - / Junuzovic (6), Pavlovic (1) Rote Karten: - / Prödl (44./Notbremse)

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