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5:4 gegen Hoffenheim Werder Bremen gewinnt das Fußball-Feuerwerk

27.09.2008 ·  Fußball verrückt in Bremen. Nach einer 4:1-Führung gewinnt Werder mit Ach und Krach 5:4 gegen Aufsteiger Hoffenheim. Nur die Freude von Nationalspieler Per Mertesacker wurde getrübt. Er musste nach einer Roten Karte vorzeitig vom Feld.

Von Sebastian Stiekel, Bremen
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Man hätte es vorher ahnen können: Als sich Bremer und Hoffenheimer am Samstag zum Anstoß formierten, standen bei Werder hinter zwei Stürmern der Spielmacher Diego, der Spielmacher Özil und der gelernte Angreifer Hunt.

Der Aufsteiger stellte dagegen zwei Spitzen, den gelernten Stürmer Obasi, den gelernten Stürmer Salihovic und den früheren Stürmer Teber. Heraus kam ein 5:4 für Werder, das unter den Begriff „Fußballspiel“ nicht mehr zu fassen war. Es war ein Feuerwerk, ein Wettschießen, bei dem beide Mannschaften ihren Aufstellungen entsprechend keinen Rückwärtsgang zu kennen schienen.

Rangnick: „Es darf nicht 4:5 ausgehen“

„Was Hoffenheim geleistet hat, war außergewöhnlich“, sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. „So mutig nach vorne zu agieren, das haben hier wenige Mannschaften gezeigt. Es war für die Zuschauer ein begeisterndes Spiel.“

Sein Kollege Ralf Rangnick zeigte sich vom Ergebnis restlos enttäuscht: „Soll mir keiner sagen, wie toll das war, wie super wir gespielt haben. Wenn wir so zurückkommen und am Ende in Überzahl spielen, darf es nicht 4:5 ausgehen. Das ist eine riesige Enttäuschung. Wir hätten das Spiel gewinnen können, wenn nicht sogar müssen.“

Die Latte verhindert das 5:5

Die Bremer hatten nach einer halben Stunde bereits 4:1 geführt und schienen den Sieg doch noch aus der Hand zu geben. Die mutigen Aufsteiger aus Hoffenheim glichen bis zur 72. Minute zum 4:4 aus und waren dem fünften Tor gegen dezimierte Bremer deutlich näher als der Favorit. Mertesacker hatte kurz zuvor nach einer Notbremse gegen Ibisevic die Rote Karte gesehen.

Aber mit nur zehn Spielern schlugen die Norddeutschen noch einmal zurück. Özil erzielte in der 81. Minute das 5:4. Und es ging turbulent weiter: 120 Sekunden später traf der Hoffenheimer Obasi nur die Latte. Am Zustandekommen dieses Spektakels hatten beide Mannschaften einen nahezu gleich großen Anteil.

Jedes Tor sehenswert

Jedes Tor für sich war an diesem Tag schon sehenswert. Beim 1:0 (8. Minute) schoss Özil den Ball nach einem doppelten Doppelpass mit Aaron Hunt unter die Torlatte. Es war eine Kopie seines Treffers vor einer Woche in München. Nach dem Hoffenheimer Ausgleich durch Demba Ba (15. Minute) traf Claudio Pizarro bereits im Gegenzug per Hacke. Diegos 3:1 (21. Minute) mit einem Schuss von der Strafraumgrenze aus nahm sich vergleichsweise gewöhnlich aus, aber schon beim vierten Treffer traf Hunt aus zwanzig Metern wieder in den oberen rechten Torwinkel (30. Minute).

Das Gefühl, dass wirklich alles gelingt, war zu dieser Zeit noch etwas einseitig verteilt, denn die munter mitspielenden Aufsteiger trafen auf der Gegenseite dreimal Pfosten und Latte, ehe Salihovic dann doch auf 2:4 verkürzte. Aber selbst das war schön anzuschauen. Er verwandelte einen Freistoß aus 25 Metern. In diesem Spiel wurden sogar die Befreiungsschläge per Hackentrick ausgeführt. Diego klärte auf diesem Weg mal nach einem Hoffenheimer Eckball.

Werders Ausruhen wurde bestraft

Nach der Pause ruhte sich Werder auf dem Ergebnis aus und überließ die Initiative dem Gegner. Und die Hoffenheimer sind so spielstark, dass sie damit immer etwas anzufangen wissen: Ibisevic verkürzte in der 61. Minute per Foulelfmeter zum 3:4, Obasi glich elf Minuten später aus. Dieses Ergebnis wäre verdient gewesen.
So aber scherte Werder Bremen auf die Überholspur der Fußball-Bundesliga aus. 3:0 gegen Cottbus, 5:2 bei den Bayern, 5:4 gegen Hoffenheim - das bedeutet neben allem Spektakel den Sprung von Platz 13 auf Platz drei in nur 14 Tagen.

Diese Mannschaft berauscht sich manchmal zu sehr an ihren Fähigkeiten, hat aber auch Spieler wie Diego, Pizarro oder in diesem Fall Özil, um eine Partie jederzeit auch wieder zu drehen. „Ich bin nicht gerade begeistert darüber, dass wir vier Gegentore bekommen haben. Das Wichtigste aber ist, dass wir wieder oben dran sind“, sagte Werder-Kapitän Torsten Frings.

Werder Bremen - 1899 Hoffenheim 5:4 (4:2)
Bremen:
Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Boenisch (58. Pasanen) - Frings - Hunt (65. Prödl), Özil - Diego - Rosenberg (65. Vranjes), Pizarro
Trainer:
Schaaf Hoffenheim: Özcan - Beck, Nilsson, Compper, Ibertsberger - Teber (46. Weis), Luiz Gustavo, Salihovic - Ba, Ibisevic, Obasi
Trainer:
Rangnick
Schiedsrichter:
Günter Perl (München)
Tore:
1:0 Özil (8.), 1:1 Ba (15.), 2:1 Pizarro (16.), 3:1 Diego (21.), 4:1 Hunt (30.), 4:2 Salihovic (36.), 4:3 Ibisevic (62., Foulelfmeter), 4:4 Compper (71.), 5:4 Özil (81.)
Zuschauer:
42.100 (ausverkauft)
Rote Karte:
Mertesacker nach einer Notbremse (62.)
Gelbe Karte:
Salihovic (3)

Quelle: F.A.S.
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