19.12.2009 · Die Tormaschine lief in der Tiefkühltruhe perfekt: Gegen Schlusslicht Hertha kamen die Münchner schnell auf Temperatur und siegten mit 5:2. Der FC Bayern überwintert hinter Bayer und Schalke, Berlin abgeschlagen als Bundesliga-Letzter.
Von Christian Eichler, MünchenDer bayrische November war grau, und in drei Spielen, gegen Schalke, Leverkusen und Haifa hing die Zukunft von Trainer Louis van Gaal an jeweils einem einzigen Tor. Der bayrische Dezember aber strahlt, denn seit dem glanzvollen 4:1-Sieg bei Juventus Turin ist der monatelang verunsicherte Rekordmeister zu einer vor Selbstbewusstsein strotzenden Tormaschine geworden. Dem 5:1 in Bochum vor einer Woche folgte am Samstag ein 5:2-Sieg gegen den Tabellenletzten Hertha BSC Berlin.
Die Treffer erzielten Daniel van Buyten (16. Minute), Mario Gomez (31.), Arjen Robben (33.), Thomas Müller (60.) und Ivica Olic (77.). Die Gegentore der Berliner fielen durch Ramos (71.) und Rafael (90.). „Es dauerte ein bisschen, bis wir die Philosophie des Trainers begriffen haben“, sagte Bastian Schweinsteiger. „Jetzt haben wir es geschafft und machen auch die Tore.“ Kein Wunder, dass besonders Gomez und Olic, die in den letzten fünf Spielen jeweils fünfmal trafen, Weihnachten am liebsten ausfallen ließen und durchspielen würden.
Die Spieler von Hertha BSC aber brauchen nicht nur Ferien, sie brauchen fast alles, was die Bundesliga von einem Team verlangt. Mit der 13. Niederlage im 17. Spiel schlossen die Berliner eine Vorrunde ab, die aus ihrer Sicht wie ein schlechter Horrorfilm war. Dabei genossen sie eine Viertelstunde lang noch Schonung, dann aber wurde auf leicht eingeschneitem Geläuf in der bitterkalten Münchner Arena der weiße Ball gegen einen roten ausgetauscht, und es dauerte keine Minute, bis die Münchner die Kugel in ihrer Vereinsfarbe im Netz untergebracht hatten.
Die Bayern machen Jagd auf eine noch bessere Tordifferenz
Van Buyten war der einzige, der sich Badstubers Eckball entgegen bewegte, und so konnte der lange Belgier unbedrängt ins kurze Eck köpfen. Die Bayern waren nun, was sie in dieser Saison bisher kaum einmal waren, nämlich der Chef im eigenen Stadion. Spätestens nach einer guten halben Stunde fügten sich die Berliner endgültig in ihre Opferrolle. Lahm konnte unbedrängt flanken, Gomez unbedrängt verwandeln - wenngleich aus Abseitsposition.
Nur zwei Minuten später konnte Torwart Drobny die Hereingabe von Gomez nicht festhalten, und Robben drückte den Abpraller ins Netz. Auf der Tribüne erwärmte sich der strahlende Präsident Uli Hoeneß an der Zielstrebigkeit seiner Angestellten, nachdem er vor der Partie wegen einer verlorenen Wette den Stadionbesuchern kostenlose Würstchen und Glühwein serviert hatte. Spätestens mit Müllers 4:0 auf Vorlage von Robben machten die Bayern Jagd auf eine noch bessere Tordifferenz.
Doch ein bisschen Gefahr erlaubten die Bayern den Berlinern dann doch, schließlich haben sie Verteidiger Martin Demichelis. In der 71. Minute ließ sich erst von Ramos ausspielen und lenkte dessen Schuss, der knapp neben das Tor gegangen wäre, sicherheitshalber unbedrängt ins eigene Netz. Sechs Minuten später stellte Olic den alten Abstand nach schönem Zuspiel von Gomez wieder her, ehe Rafael in der letzten Minute dank der Untätigkeit der Münchner Abwehr das letzte Wort hatte - das der schlechtesten Mannschaft der Liga auch nichts mehr nützte.
„Ich bin sehr froh, dass wir Tuchfühlung nach oben haben“
Für die Berliner hätte es noch schlimmer kommen können, hätte van Buytens zweiter Kopfballtreffer gezählt, hätte Schweinsteigers Freistoß nicht nur die Latte getroffen - und hätte Franck Ribéry, statt auf der Tribüne zu frieren, mitspielen können. Der Franzose hat zwar seine Knieverletzung auskuriert, musste wegen einer Nagelbettentzündung seine Rückkehr bis in die Rückrunde vertagen.
Die Bayern haben auch ohne ihren Besten vor Weihnachten die Kurve gekriegt - mit Ribéry soll es nun ein frohes neues Jahr geben. „Ich bin sehr froh, dass wir Tuchfühlung nach oben haben. Dass wir es in eigener Hand haben“, sagte Sportdirektor Christian Nerlinger. „Wir sind auf einem sehr guten Weg.“
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |