Nach dem Schlusspfiff sah Klopp sich in seinem Befund bestätigt. Beim 5:1 über den SC Freiburg wurde Sahin zum überragenden Mann auf dem Platz. Erst zum zweiten Mal seit seiner Rückkehr für die Startelf nominiert, erzielte der Türke zwei Tore (44./72. Minute) und leistete zu einem der beiden Treffer von Robert Lewandowski (41./45.) die Vorarbeit. Jonathan Schmid hatte Freiburg zwar in Führung geschossen (28.), damit aber keine tragfähige Basis für ein erfolgreiches Auswärtsspiel gelegt. Weil später auch noch der junge Einwechselspieler Leonardo Bittencourt sein erstes Bundesligator gelang, wurde das, was für Freiburg vielversprechend begonnen hatte, zum Debakel.
Nach vierzig Minuten hätten die Dortmunder Profis sich wohl nicht träumen lassen, dass die Fans ihnen schon am Ende der ersten Halbzeit Beifall zollen würden. Bis dahin war eher mit Pfiffen zu rechnen gewesen. Doch in der Schlussphase des ersten Durchgangs holten die Borussen, die bis dahin seltsam schwerfällig gewirkt hatten, das Versäumte im Eiltempo nach. Mit drei Toren binnen fünf Minuten führten sie alles, was zuvor geschehen war, ad absurdum. Nachdem Lewandowski kurz vor der Pause seinen zweiten Treffer erzielt hatte, staunte sogar Stadionsprecher Norbert Dickel. „Ja, was ist denn hier los?“, fragte er.
Wie aus dem Nichts hatten die Dortmunder eine Partie gedreht, die ihnen überaus schwer vom Fuß gegangen war. Freiburg hatte zunächst den besseren Eindruck hinterlassen, den Spielaufbau der Heimelf meist früh unterbunden und bei geschickten Gegenstößen mehr Gefahr ausgestrahlt. Die Dortmunder schafften es bei ihren anfangs untauglichen Versuchen nicht, den Gegner unter Druck zu setzen. Nachdem die ersten beiden Chancen noch ungenutzt geblieben waren, nutzte Schmid eine Flanke von Max Kruse zum keineswegs überraschenden Führungstor.
Zunächst hatte es nicht den Anschein, als sollte es dem Favoriten gelingen, seinen deutlich größeren Ballbesitz in Produktivität umzusetzen - bis die für Freiburg schlimmen fünf Minuten vor der Pause anbrachen. Plötzlich kam Nuri Sahin, der für den erkrankten Sven Bender in die Startelf gerückt war, in Schwung und bestimmte fast wie früher den Takt. Erst wies er Lewandowski mit einem Freistoß den Weg zum Ausgleich, drei Minuten später führte er sich mit einem Schrägschuss zum 2:1 endgültig in seiner alten und neuen Heimat ein. Die BVB-Fans feierten ihn mit „Nuri, Nuri“-Rufen. Spätestens nach dem dritten Tor war der schwache Start auf den Rängen vergessen und vergeben.
Vom Dortmunder Überfallkommando vollends überrumpelt, konnten die Freiburger nicht mehr an ihren forschen Auftritt aus der Anfangsphase anknüpfen. In der zweiten Spielhälfte ging es für sie nur noch um Schadensbegrenzung, aber die gelang ihnen nicht, weil die Dortmunder - und besonders Sahin - nicht genug bekommen konnten und die BVB-Fans mit zwei weiteren Treffern in Begeisterung versetzten.
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Felipe Santana, Schmelzer - Gündogan, Sahin - Blaszczykowski (76. Großkreutz), Götze (77. Bittencourt), Reus (81. Schieber) - Lewandowski
SC Freiburg: Baumann - Günter, Ginter, Krmas, Sorg (79. Mujdza) - Schuster (71. Diagne), Flum - Schmid, Caligiuri (81. Guédé) - Kruse, Terrazzino
Schiedsrichter: Weiner (Ottenstein)
Zuschauer: 80 645 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Schmid (28.), 1:1 Lewandowski (41.), 2:1 Sahin (44.), 3:1 Lewandowski (45.+1), 4:1 Sahin (72.), 5:1 Bittencourt (78.)
Gelbe Karten: Subotic (4) / Mujdza (7), Schuster (8)
Und noch eine türkische Fussball-...
Thomas Kobler (ThomasKobler)
- 17.03.2013, 11:19 Uhr