19.11.2011 · Sie können auch anders als 1:0. Die Gladbacher Borussen fertigen Werder Bremen mit 5:0 ab. Reus trifft dreifach und empfiehlt sich für höhere Aufgaben.
Von Roland Zorn, MönchengladbachBorussia Mönchengladbach hat am Samstag den bisher schönsten Feiertag einer bisher schon fabelhaften Saison bejubelt. Die vermeintliche Spitzenbegegnung mit dem gleich stark erwarteten SV Werder Bremen entpuppte sich als einseitige und eindrucksvolle Demonstration Neu-Gladbacher Stärke. Mit 5:0 kanzelten die Rheinländer ihren hilflosen Gegner aus dem Nordwesten ab - und hätten leicht noch höher triumphieren können.
Der wieder einmal sensationell starke Marko Reus erzielte mit einem Dreierpack seine Saisontore acht bis zehn (23/38./51. Minute). Für weiteren Glanz sorgten die Treffer von Patrick Herrmann (16.) und Juan Arango (53.).
Die Borussia, vorher Vierter der Tabelle, zog spielend leicht an Werder vorbei. Bremen fiel von Rang drei auf Platz fünf zurück und mutet mit dieser Plazierung, gemessen an der Nicht-Leistung vom Samstag, völlig überbewertet an.
Mönchengladbach gegen Bremen als Topspiel - das hat es im Borussia-Park noch nicht gegeben. Meistens reisten die Norddeutschen als Spitzenteam an und verloren dann gegen eine Mannschaft aus der unteren Tabellenhälfte. Nun aber ging es für beide darum, ihre Tabellenplätze mit bester Aussicht auf künftige Champions-League-Begegnungen zu bestätigen.
Aller Augen ruhten natürlich auf den zwei herausragenden Spielern hüben und drüben: Marko Reus, den schon sieben Mal erfolgreichen Irrwisch im Gladbacher Angriff, und Claudio Pizarro, den mit 153 Treffern besten ausländischen Torschützen der Bundesliga-Geschichte, der in dieser Spielzeit bereits elf Tore erzielt hatte.
Um Reus, der eine fixe Ablösesumme in seinem bis 2015 datierten Vertrag stehen hat (sie soll bei zwanzig Millionen Euro liegen), bemühen sich jetzt schon die Bayern; beim 33 Jahre alten Pizarro, dessen Vertrag bei Werder 2012 ausläuft, haben die Bremer dann gute Argumente auf eine Verlängerung der gegenseitig guten Beziehungen, wenn Werder nach dieser Saison ohne europäische Zusatzkomponente wieder einen internationalen Wettbewerb erreicht. Doch Pizarro fiel diesmal wie alle anderen Bremer nicht weiter positiv auf.
Zu eindeutig bestimmte die unter Trainer Lucien Favre im Mai vor dem Abstieg bewahrte und jetzt weit nach vorn katapultierte Borussia das Spiel. Die Bremer konnten nur noch staunen, wie fix ihnen Reus und Herrmann enteilten, wie heftig ihnen Hanke und Arango zusetzten, wie hoch überlegen die Gladbacher auch spieltaktisch waren. Und so stand es bei Halbzeit für die bei Gelegenheit blitzartig auf Offensive umschaltende Elf vom Niederrhein 3:0.
Reus, von niemand in der schwerfälligen Werder-Deckung aufzuhalten, war zweimal erfolgreich (23./38. Minute): einmal, nachdem er zwei Bremer und Torhüter Wiese ausgetanzt hatte, ein zweites Mal als Vollender eines mustergültigen Konters. Juniorennationalspieler Hermann hatte die Gladbacher mit einem Kopfball nach Arangos Flanke (16.) in Führung gebracht. Nach 45 Minuten war also alles klar im Borussia-Park, und auch die Frage nach der Spitzenmannschaft mit dem Zeug zu mehr stellte niemand mehr.
Werder musste nur noch darauf bedacht sein, die sich abzeichnende Niederlage in Grenzen zu halten. Doch das Debakel setzte sich fort. In der 51. Minute war Reus mit seinem zehnten Saisontreffer zum dritten Mal goldrichtig zur Stelle, als Wiese Hankes Schuss nach vorn hatte abprallen lassen. Damit nicht genug, folgte zwei Minuten später ein Arango-Kracher zum 5:0. Schließlich, an diesem Samstag kam für Werder alles zusammen, sah Verteidiger Sokratis auch noch die Gelb-Rote Karte (76.).
Zum Glück für die Bremer ließen die Gladbacher angesichts des deutlich genug ausgefallenen Sieges nun Gnade walten. Es war ein goldener Tag für die an alte „Fohlen“-Zeiten erinnernde Borussia und ein pechschwarzer für den vollkommen überforderten SV Werder.
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl (28. Brouwers), Dante, Daems - P. Herrmann (81. Bobadilla), Neustädter, Nordtveit, Arango - M. Reus (87. Wendt), Hanke
Werder Bremen: Wiese - Sokratis, Prödl, A. Wolf, Ignjovski - Bargfrede - Fritz, Hunt (78. A. Stevanovic) - Ekici (46. L. Schmitz) - M. Arnautovic (61. Rosenberg), C. Pizarro
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Zuschauer: 53.465
Tore: 1:0 P. Herrmann (16.), 2:0 M. Reus (23.), 3:0 M. Reus (38.), 4:0 M. Reus (51.), 5:0 Arango (53.)
Gelbe Karten: Keine
Gelb-Rot: - / Sokratis (76./wiederholtes Foulspiel)
Von Marin konnte man nicht mehr erwarten ...
Denis Bossert (denisbossert)
- 19.11.2011, 23:53 Uhr
@ Peter Slater
Denis Diderot (Denisdiderot)
- 19.11.2011, 23:08 Uhr
Die Unsicherheiten aus dem Bremer Vereinsgremiums spiegelten sich heute
wieder ...
Peter Slater (Wales-Rhondda)
- 19.11.2011, 18:23 Uhr
Die Saison 2011/2012
Muss das Relegationsspiel wiederholt werden?
2323 Stimmen wurden abgegeben.
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |