28.08.2010 · Dzeko mit einem Doppelpack und der erst am Donnerstag verpflichtete Diego sorgen für eine klare Wolfsburger Führung. Doch die Mainzer geben nicht auf und gewinnen noch nach Toren von Rasmussen, Soto, Schürrle und Szalai.
Von Daniel Meuren, WolfsburgAls Diego am vergangenen Freitag erstmals von seinem neuen Arbeitsplatz sprach, da nahm er den Mund recht voll. „Dieses Jahr wird das Jahr der Siege in Wolfsburg“, sprach der für 15 Millionen Euro von Juventus Turin zum VfL Wolfsburg gewechselte brasilianische Spielmacher. Die von Diego angekündigte Spielzeit der Triumphe begann an seinem ersten Arbeitstag mit einer spektakulären 3:4-Niederlage gegen Mainz 05. Die Wolfsburger waren 3:0 in Führung gegangen, ehe sie die Punkte doch noch her schenkten, weil sie neben der zauberhaften Offensive um Diego und Torjäger Edin Dzeko fast gänzlich auf ein vernünftiges Defensivspiel verzichteten.
„Was heute passiert ist, das ist nur schwer zu erklären“, sagte VfL-Trainer Steve McClaren. „ So etwas habe ich weder als Spieler noch als Trainer erlebt. Wenn man nach einer 3:0-Führung noch verliert, dann sind mentale und charakterliche Probleme offensichtlich. Ich habe niemals zuvor so einen dramatischen Qualitätsverlust gesehen.“
Nach einer halben Stunde schien es ein lockerer Tag zu werden
Das einzig Positive, was McClaren in der Niederlage erkennen wollte, was sein neues Offensiv-Duo. „Diego und Dzeko haben im Zusammenspiel gezeigt, dass sie jeden Gegner vor Probleme stellen können“, sagte er. Diego, der erst vor einem Jahr für 25 Millionen Euro die Bundesliga und seinen ehemaligen Verein Werder Bremen verlassen hatte, trug sich immerhin umgehend in die Torschützenliste ein. In der 30. Minute traf er zum 3:0 in einem bis dahin einseitigen Spiel, in dem Dzeko zuvor bereits zweimal (20./27. Minute) erfolgreich war.
Diego und Dzeko nährten in dieser ersten halben Stunde nicht nur mit ihren Treffern die Hoffnung, zum neuen Wolfsburger Traumduo zu werden. Auch fern des Torabschlusses passte das Zusammenspiel zwischen dem allein in vorderster Front agierenden Bosnier und dem als hängende Spitze ohne jede Defensivaufgabe zaubernden Brasilianer nach nur einer gemeinsame Trainingseinheit schon bestens.
Diego hat eine Loge für Familie und Freunde gekauft
So gut, dass die erstaunlicherweise nur 26.200 Zuschauer ihrem bisherigen, am Samstag nicht mehr im Kader stehenden Spielmacher Zvjedzdan Misimovic erst gar nicht nachtrauerten. Misimovics Abschied zu Galatasaray Istanbul dürfte in den kommenden Tagen bis zum Transferschluss am Dienstag über die Bühne gehen. Bis dahin sollte VfL-Manager Dieter Hoeneß freilich auch noch nach Verstärkungen für die wacklige Abwehr suchen.
Zu Beginn waren die Äußerungen des Publikums noch ganz andere: Der erste Szenenapplaus gehörte Diego, der sich am Vortag für rund 50.000 Euro die letzte freie Loge im Wolfsburger Stadion für seine Angehörigen und Freunde sicherte - angesichts des Jahressalärs von angeblich sechs Millionen Euro eine günstige Familiendauerkarte.
Vor dem ersten Jubel für den Logenbesitzer stand aber erst noch der Beifall für den alten Star Wolfsburger Star. Edin Dzeko zeigte in der 23. und 27. Minute seine ganze Klasse, als er seine Mannschaft 2:0 in Front brachte, ehe Diego an der Reihe war. Der Brasilianer nahm dabei die nette Einladung des Mainzers Bo Svensson in Form eines katastrophalen Fehlpasses dankend an.
Am Ende hatten die Mainzer Diego das Debüt verdorben
Die Partie schien entschieden, auch wenn die Mainzer in der 39. Minute durch Morten Rasmussen zum 1:3 verkürzten. Mit Wiederanpfiff und der Einwechslung des zuletzt wegen einer Schambeinentzündung fehlenden Jungstars André Schürrle spielten die Rheinhessen plötzlich selbstbewusster.
In der 48. Minute verkürzte Elkin Soto nach Vorarbeit von Lewis Holtby und dank freundlicher Zurückhaltung der gesamten Wolfsburger Defensive zum 3:2, weitere zehn Minuten später ließ sich der unbedrängte Schürrle nicht lange bitten und traf aus 22 Metern zum Ausgleichtreffer. Fünf Minuten vor dem Ende schoss Adam Szalai dann gar zum 4:3-Sieg der Mainzer ein - und verdarb Diego sein Wolfsburger Heimdebüt.
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |