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4:2 in Stuttgart : Hannovers fulminante Viertelstunde

  • Aktualisiert am

Strahlender Trainer: Slomka nach dem gedrehten Spiel Bild: dpa

Der VfB Stuttgart führt zur Pause und wenig deutet darauf hin, dass Hannover 96 noch einmal zurück ins Spiel kommt. Doch dann dreht 96 auf und schießt vier Tore in 16 Minuten.

          Mit vier Toren in 16 Minuten hat Hannover 96 seinen Auswärtsfluch besiegt und die Erfolgsserie des VfB Stuttgart beendet. Die Niedersachsen drehten am Sonntagabend einen 0:2-Halbzeitrückstand noch in einen 4:2-Sieg und behaupteten den sechsten Platz in der Fußball-Bundesliga. Nach zuvor neun Pleiten in zehn Auswärtsspielen retteten Artur Sobiech (57. Minute) sowie die beiden Joker Jan Schlaudraff (65./Handelfmeter) und Mohammed Abdellaoue (68./73./Foulelfmeter) den 96ern die scheinbar schon verlorenen drei Punkte. Den zuvor fünfmal unbesiegten Schwaben halfen vor 50600 Zuschauern auch die Tore von Christian Gentner (21.) und Vedad Ibisevic (37./Foulelfmeter) nichts.

          Vorteile für die Schwaben

          Drei Tage nach ihren Siegen in der Europa League wollten beide Teams in der Liga nachlegen. VfB-Trainer Bruno Labbadia musste allerdings kurzfristig auf William Kvist verzichten, der mit Magen-Darm-Grippe fehlte. Dennoch erspielten sich die Schwaben in der lebhaften Partie nach ausgeglichenem Beginn zunächst klare Vorteile. Der ins Team zurückgekehrte Raphael Holzhauser setzte nach einer Viertelstunde das erste Signal, 96-Torwart Ron-Robert Zieler konnte seinen strammen Schuss aber noch um den Pfosten lenken. Ein 20-Meter-Schuss von Ibisevic rauschte aufs Tornetz (19.). Dann belohnten sich die Stuttgarter für ihre Mühen: Holzhausers Flanke rutschte zu Gentner durch, der Mittelfeldspieler schob aus acht Metern überlegt ins rechte Eck - 1:0.

          Nur sechs Minuten später setzte Holzhauser dann fahrlässig die Führung aufs Spiel, als sein Querpass in der eigenen Hälfte bei Mame Diouf landete. Der plötzlich ganz freie Senegalese traf aber nur den Innenpfosten. Die Strafe für die vergebene Topchance folgte prompt. Szabolcs Huszti brachte im eigenen Strafraum Gentner zu Fall, Schiedsrichter Felix Brych entschied zurecht auf Elfmeter. Ibisevic, der noch am ersten Spieltag gegen Wolfsburg einen Strafstoß spektakulär verschossen hatte, ließ diesmal Zieler keine Chance.

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          Auch nach dem Seitenwechsel kam Hannover zunächst nicht besser ins Spiel, das Anschlusstor fiel praktisch aus dem Nichts. Lars Stindl nutzte einen Stellungsfehler von Boka, seine Flanke konnte VfB-Keeper Sven Ulreich nur nach vorn abklatschen. Sobiech schaltete schnell und traf. Plötzlich war 96 wieder da. Diouf kam im Strafraum zum Schuss, Serdar Tasci sprang der Ball an die Hand. Brych zeigte abermals auf den Punkt - eine harte Entscheidung. Der eingewechselte Schlaudraff ließ sich die Chance nicht entgehen. Nur drei Minuten später konnte Ulreich zwar noch Diouf bremsen, aber der Ball sprang Joker Abdellaoue vor die Füße - 2:3. Als dann Stindl im Strafraum von Boka gefoult wurde, gab es den dritten Strafstoß des Abends. Diesmal trat Abdellaoue an und besorgte die Vorentscheidung.

          VfB Stuttgart - Hannover 96 2:4 (2:0)

          VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Niedermeier, Boka (80. Molinaro) - Kuzmanovic - Harnik (72. Okazaki), Holzhauser (75. Hajnal), Gentner, Traoré - Ibisevic
          Hannover 96: Zieler - Cherundolo (87. Sakai), Eggimann, Haggui, Rausch - Schmiedebach, Schulz - Stindl, Huszti (46. Schlaudraff) - Sobiech (66. Abdellaoue), Diouf
          Schiedsrichter: Brych (München)
          Zuschauer: 50 600
          Tore: 1:0 Gentner (21.), 2:0 Ibisevic (37./Foulelfmeter), 2:1 Sobiech (57.), 2:2 Schlaudraff (65./Handelfmeter), 2:3 Abdellaoue (68.), 2:4 Abdellaoue (73./Foulelfmeter)
          Gelbe Karten: Boka (1), Kuzmanovic (1) / Diouf (2), Huszti (2), Schmiedebach (2)

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