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4:2 gegen Nürnberg Werder schleppt sich nach oben

27.03.2010 ·  Nach einer scheinbar komfortablen 3:0-Führung schalteten müde Bremer in den Energiesparmodus und machten es gegen Nürnberg noch einmal spannend. Sie setzen ihre Erfolgsserie aber durch ein 4:2 fort.

Von Christian Kamp, Bremen
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Ziemlich platt hatten sich die Bremer Profis gefühlt nach den Strapazen der letzten Wochen. Im Energiesparmodus aber ließ sich der 1. FC Nürnberg am Samstag in der Fußball-Bundesliga nicht besiegen. 4:2 gewann Werder am Ende einer in der zweiten Hälfte spannungsgeladenen Partie. Dass die Angelegenheit nicht leichter von der Hand ging, hatte sich die Mannschaft von Trainer Schaaf selbst zuzuschreiben. Nach einer scheinbar komfortablen 3:0-Führung durch zwei Tore von Per Mertesacker (1. und 20. Minute) sowie Tim Borowski (36.) offenbarten die Bremer die notorischen Konzentrationsschwächen in der Defensive und ermöglichten den unverdrossenen Franken die Anschlusstreffer durch Mike Frantz (47.) und Eric-Maxim Choupo-Moting (63., Handelfmeter). Weil Werder-Kapitän Frings in der 82. Minute die Rote Karte sah, nachdem er in einem Zweikampf Broich mit der Hand im Gesicht erwischt hatte, durften die Bremer mehr als froh über die drei Punkte sein, die erst Clemens Fritz mit seinem Treffer ins leere Tor in der Nachspielzeit unter Dach und Fach brachte.

Platz drei und damit die Champions League wollte Werder mit dem - so gut wie sicheren - Faustpfand der Europa-League-Qualifikation ins Visier nehmen. Nach dem Sieg vom Samstag, dem inzwischen achten Spiel nacheinander ohne Niederlage, ist das zumindest nicht unwahrscheinlicher geworden - auch wenn von einer souveränen Vorstellung beim besten Willen keine Rede sein konnte. Für Nürnberg endete zwar die kleine Serie von fünf Spielen ohne Niederlage, für den Abstiegskampf konnte der „Club“ aber womöglich manchen moralischen Pluspunkt aus Bremen mitnehmen.

Mertesacker brachte seine 198 Zentimeter Körpergröße in Position

Geringer Aufwand brachte Werder in den ersten zwanzig Minuten gleich zwei Mal vollen Erfolg ein. Mertesacker brauchte nach Eckbällen von Özil und Marin nur seine 198 Zentimeter Körpergröße zum richtigen Zeitpunkt einzusetzen, schon stand es 2:0. Choupo-Moting, der Mertesacker ziemlich ungestört zum Kopfball kommen ließ, und Torwart Schäfer gaben dabei keine gute Figur ab. Während die Nürnberger sich beklagen durften, dass die Eckball-Entscheidung vor dem 2:0 wohl ein Fehler von Schiedsrichter Schmidt war, erfreuten sich die Bremer am unerwartet leichten Einstieg in diesen verregneten Nachmittag.

„Absolut am Limit“ - so hatte Schaafs Diagnose nach dem Sieg im Pokalhalbfinale gegen Augsburg gelautet. Ein bisschen Schonung musste also sein, und so gönnte der Trainer neben dem verletzten Wiese und dem gesperrten Naldo auch Hunt, Bargfrede und Pasanen ein Päuschen. Nach dem 2:0 schien die Versuchung aber offenbar ein bisschen zu groß, es auf die ganz bequeme Art zu versuchen. Die Nürnberger, mit Judt und Nordtveit für Risse und Tavares in der Startelf, versuchten weiter ihr Glück und fanden in der neuformierten Bremer Abwehr (mit Boenisch, Prödl) einladende Lücken. Sebastian Mielitz als Vertreter von Wiese musste drei Mal beherzt eingreifen - bei Versuchen von Wolf (29.), Diekmeier (34.) und Ottl (35.).

Nicht einmal nach Borowskis 3:0 kurz darauf wollte sich der „Club“ in die Niederlage fügen. Nach der Pause brauchten sie kaum länger als Werder in der ersten Hälfte, um zum Erfolg zu kommen. Nach 75 Sekunden war Frantz zur Stelle - und zehn Meter vor dem Tor reichlich unbewacht. Es war vor 36.120 Zuschauern der Auftakt zu einer aufregenden zweiten Hälfte. Nach einer Stunde nahm Schaaf Özil und Marin vom Feld, bei Nürnberg kamen die offensiven Bunjaku, Charisteas und Broich. Doch zu einer Wende in dem nun aufregenden und leidenschaftlich umkämpften Spiel führte das trotz Choupo-Motings Elfmetertor nicht mehr.

Werder Bremen - 1. FC Nürnberg 4:2 (3:0)
Bremen: Mielitz - Fritz, Mertesacker, Prödl, Boenisch - Frings, Borowski - Marin (70. Bargfrede), Özil (70. Hunt) - Pizarro, Hugo Almeida (87. Pasanen). - Trainer: Schaaf
Nürnberg:
Schäfer - Judt, Wolf, Maroh, Pinola - Ottl (75. Broich), Nordtveit - Diekmeier, Gündogan (80. Charisteas), Frantz (69. Bunjaku) - Choupo-Moting. - Trainer: Hecking
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Tore: 1:0 Mertesacker (1.), 2:0 Mertesacker (20.), 3:0 Borowski (36.), 3:1 Frantz (47.), 3:2 Choupo-Moting (63., Handelfmeter), 4:2 Fritz (90.+3)
Zuschauer: 36.123
Rote Karte: Frings nach einer Tätlichkeit (82.)
Gelbe Karte: - Gündogan (2)

Quelle: FAZ.NET
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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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