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4:2 gegen Köln Werders neue Diva beruhigt die Nerven

28.08.2010 ·  Ganz ohne Aufregung geht es bei Werder nicht: Beim 4:2-Sieg gegen Köln halten sich die Bremer dennoch an eine ungewöhnliche Forderung ihres Trainers. Bester Spieler ist Neuzugang Marko Arnautovic. Der FC bleibt sieglos.

Von Christian Kamp, Bremen
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Ein bisschen Langeweile - das war der etwas ungewöhnliche Wunsch von Thomas Schaaf vor diesem Wochenende. Er wäre froh, hatte der Bremer Trainer unter dem Eindruck der jüngsten Tal- und Bergfahrt in der Champions-League-Qualifikation bei Sampdoria Genua gesagt, wenn „wir vielleicht auch mal für ein langweiliges Spiel sorgen“. Ganz ohne Aufregung ging es auch im Bundesliga-Duell mit dem 1. FC Köln nicht, insgesamt aber dürfte Schaaf beim verdienten 4:2-Sieg der Bremer einen entspannten Nachmittag erlebt haben.

Torsten Frings per Foulelfmeter (33. Minute), zwei Mal Marko Arnautovic (36., 90.+1) sowie Hugo Almeida (74.) erzielten vor 35.500 Zuschauern im Weserstadion die Tore für Werder. Dass zwischenzeitlich noch einmal so etwas wie Spannung aufkam, lag daran, dass Lukas Podolski sofort nach dem zweiten Bremer Tor der Anschluss gelang. (37.). Eine ernsthafte Gefahr für Werder waren die Kölner - eine Mannschaft die sich am unteren Rand der Mittelklasse bewegt - allerdings nicht, der zweite Treffer gelang Kevin McKenna erst mit dem Schlusspfiff.

„Ich bin über vier Gegentore sehr enttäuscht. Im letzten Jahr waren wir körperlich sehr stark, das fehlt uns im Moment. Auch was die Konzentration angeht, ist es nicht genug, was wir im Moment leisten“, sagte der Kölner Trainer Zvonimir Soldo. Sein Bremer Kollege Thomas Schaaf zeigte sich dagegen „froh“. Man könne wieder viele gute Dinge von seiner Mannschaft sehen.

Wesley fehlt noch - Frings verwandelt wuchtig

Die Bremer konnten sich außer über den Sieg, der das Tabellenbild nach der Auftaktniederlage in Hoffenheim korrigierte, auch über eine erstklassige Vorstellung von Marko Arnautovic freuen. Dem Österreicher gelang es bei seinem Startelf-Debüt, einiges von dem fragwürdigen Ruf, den er sich in seinen ersten Wochen in Bremen erworben hat, geradezurücken. Neben den beiden Toren steuerte der sich stets etwas divenhaft gebende Angreifer auch die Vorlage zum entscheidenden Treffer durch Almeida bei.

Gerne hätten die Bremer ihren Fans auch ihre brasilianische Neuerwerbung, Wesley, präsentiert. Doch weil dessen vorheriger Klub FC Santos bis zum Freitag notwendige Dokumente schuldig geblieben war, musste der Mittelfeldspieler zusehen. Eine Halbzeit lang war Werder, ohne zu glänzen, die einzige Mannschaft die Fußball spielte. Kontrolliert und geduldig warteten die Bremer gegen völlig passive Kölner auf ihre Chancen. Bis auf zwei Schüsse von Arnautovic war zunächst allerdings nicht viel dabei - bis Marin im Zweikampf mit Petit zu Boden ging - der Elfmeterpfiff schien eine strenge Entscheidung von Schiedsrichter Fritz. Frings war's egal, er verwandelte wuchtig unter die Latte.

Als nur drei Minuten später Arnautovic auf Vorlage von Pizarro einköpfte, schien das Spiel entschieden. Eine Spur Bremer Leichtfertigkeit ermöglichte Podolski bei der ersten Kölner Chance gleich ein Tor. Und weil Pizarro sich kurz darauf verletzte, stand Werder vor einer ungewissen zweiten Hälfte. Die Kölner versuchten das mit etwas mehr Eigeninitiative auszunutzen, an der Bremer Überlegenheit bis zum Schluss änderte das jedoch nichts.

Werder Bremen - 1. FC Köln 4:2 (2:1)
Bremen:
Wiese - Fritz, Mertesacker, Prödl, Boenisch - Bargfrede, Frings - Borowski (69. Hunt), Arnautovic - Marin (83. Jensen) - Pizarro (39. Almeida). - Trainer: Schaaf
Köln: Mondragon - Brecko, McKenna, Pezzoni, Salger (46. Ehret) - Lanig, Petit, Yalcin (69. Matuschyk), Jajalo - Novakovic (77. Ionita), Podolski. - Trainer: Soldo
Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)
Tore: 1:0 Frings (33., Elfmeter), 2:0 Arnautovic (36.), 2:1 Podolski (38.), 3:1 Almeida (74.), 4:1 Arnautovic (90.+1), 4:2 McKenna (90.+3)
Zuschauer: 35.500 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Frings - Lanig, Jajalo

Quelle: FAZ.NET
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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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