Das schöne Führungstor gelang ihm mit dem rechten Fuß. Das klug erzielte 2:1 schoss er mit dem linken Fuß. Mit einer Mischung aus Vielseitigkeit und Eleganz führte Julian Draxler den FC Schalke 04 zu einem 4:1-Auswärtssieg beim VfL Wolfsburg. Der 19-Jährige war bei seinem schwungvollen Auftritt und seinen Treffern in der 33. und 63. Minute nicht zu bremsen. Selbst der zwischenzeitliche Ausgleich der Niedersachsen durch Routinier Ivica Olic (50. Minute) konnte Draxlers überragenden Auftritt nicht trüben. Die Schalker hatten bei ihrem Erfolgserlebnis nur kurz bangen müssen und konnten nach Kontertoren von Jefferson Farfan (79.) und Klaas-Jan Huntelaar (87.) endgültig jubeln. Ihr Sieg vor 29.326 Zuschauern war mehr als verdient, während die Wolfsburger einen enttäuschenden Auftritt zeigten und nur noch sechs Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz haben.
Im Kader des VfL Wolfsburg, den der im Herbst vergangenen Jahres entlassene Felix Magath zusammengestellt hat, gibt es so immer noch einen gehörigen Spielerüberschuss, aber auch so manche Unwucht. Grundsätzlich, versichert der neue Trainer Dieter Hecking, habe bei ihm jeder unter Vertrag stehende Profi eine Chance, sich zu beweisen und zu empfehlen. Beleg für diese Aussage war in der gestrigen Partie die Einwechslung des 33 Jahre alten Sotirios Kyrgiakos. Weil der Brasilianer Naldo in der 30. Minute wegen muskulärer Probleme am rechten Oberschenkel nicht mehr weiterspielen konnte, kam der Grieche im VfL-Kader zu einem erstaunlichen Comeback. Magath hatte Kyrgiakos im Sommer 2011 als Turm für große Abwehrschlachten geholt, aber nur sehr selten eingesetzt. Der Innenverteidiger ohne jede Spielpraxis war kaum auf dem Platz, da gingen die Schalker auch schon in Führung, weil Kyrgiakos genau wie sein dänischer Kollege Simon Kjaer einen Schritt zu spät kam.
Wolfsburger Defizite im Spielaufbau
Der Rückstand für Heckings Elf war vor allem deshalb keine Überraschung, weil der VfL Wolfsburg es nicht schafft, seine Defizite im Spielaufbau abzulegen. Unter der Regie von Hecking ist es zwar gelungen, solider zu agieren. Aber die Variante mit Diego als Spielgestalter und Bas Dost als einziger Spitze ist für den Gegner leicht zu durchschauen. Es genügte den technisch und taktisch überlegenen Profis von Schalke 04, den Wirkungskreis von Diego einzuengen und nach vielen leichten Ballgewinnen die anfällige Hintermannschaft des VfL wirkungsvoll auszukontern.
Der starke Draxler hatte in der 40. Minute, als er den Wolfsburger Torhüter Diego Benaglio umkurven konnte, bei einem Schuss an den Außenposten einen größeren Vorsprung verpasst. Und genau diese ausgelassene Großchance war jener Moment, als der Schalker Trainer Jens Keller an der Außenlinie so richtig in Wallung kam. Der 42-Jährige, dem ein Mangel an sichtbarer Leidenschaft nachgesagt wird, raufte sich entnervt die Haare und ärgerte sich über den fahrlässigen Umgang seiner Spielen mit dieser und so manch anderer erstklassiger Gelegenheit.
Keller konnte erst wieder beruhigter einen Sitzplatz einnehmen, als Draxler mit seinem zweiten Treffer die Schalker abermals in Führung geschossen hatte. Mit zwei weiteren Treffern durch Farfan und Huntelaar demütigten die Schalker den VfL Wolfsburg vor den heimischen Fans.
VfL Wolfsburg: Benaglio - Hasebe (76. Fagner), Naldo (30. Kyrgiakos), Kjaer, Schäfer - Josué (67. Perisic), Polak - Vieirinha, Diego, Olic - Dost
FC Schalke 04: Hildebrand - Höger, Höwedes, Matip, Kolasinac - Jones, Neustädter (46. Metzelder) - Farfán, Draxler (89. Raffael), Bastos (77. Barnetta) - Huntelaar
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 29.326
Tore: 0:1 Draxler (33.), 1:1 Olic (50.), 1:2 Draxler (63.), 1:3 Farfán (79.), 1:4 Huntelaar (86.)
Gelbe Karten: Fagner (4) / Jones (5)
Es ist ja wohl das Verdienst der sportlichen Leitung...
Thomas Seifert (Thomas_Seifert)
- 03.03.2013, 14:49 Uhr
Das erste war technisch sauber und das zweite Tor...
Thomas Kobler (ThomasKobler)
- 03.03.2013, 08:39 Uhr
Gratuliere Schalke
joachim tarasenko (truthful)
- 02.03.2013, 21:35 Uhr