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4:1 gegen Bremen : Die Rückkehr von Rob’n’Rib

  • -Aktualisiert am

Die Faust Bayerns: Franck Ribery nimmt entscheidenden Einfluss Bild: dapd

Franck Ribery und Arjen Robben bringen den Bayern die Tabellenführung zurück. Gegen zunächst vorsichtige, dann mutige und schließlich überforderte Bremer beweisen die Münchner Solisten ihren Mannschaftswert.

          Nur eine knappe Woche war die Fußball-Welt des FC Bayern München in Unordnung, dann beendeten Franck Ribéry und Arjen Robben mit jeweils zwei Treffern die kleine Negativserie. Es war somit auch die Rückkehr des gefährlichen, von den Fans herbeigesehnten Offensiv-Duos Rob’n’Rib.

          4:1 hat der Rekordmeister am Samstag das Duell mit dem Tabellennachbarn Werder Bremen gewonnen, aber das allein hätte noch nicht gereicht, um wieder auf den Bundesliga-Thron zu kommen.

          Aber die Rivalen aus dem Westen haben den Münchner im Spitzenduell den Gefallen getan, sich unentschieden zu trennen und damit sind die Bayern wieder die Nummer eins vor Dortmund. Beim Sieg gegen Bremen, die das Spiel nach der Roten Karten für Aaron Hunt wegen groben Foulspiels nur zu zehnt beendeten, fehlte den Münchner zwar noch die Brillanz vergangener Tage, auch wirkten sie zwischenzeitlich nicht einmal sehr souverän, aber letztendlich hat sich die Klasse durchgesetzt.

          Ideale Trefferquote: Robben trifft vom Elfmeterpunkt rechts wie links Bilderstrecke
          Ideale Trefferquote: Robben trifft vom Elfmeterpunkt rechts wie links :

          Nach zwei Niederlagen nacheinander und dem Verlust der Tabellenführung war erste Nervosität aufgekommen beim Rekordmeister, zunächst vor allem im Umfeld, aber sie hätte auch die Verantwortlichen befallen, wäre es gegen Bremen wieder schief gegangen. „Jeder muss eine Schippe drauflegen“, hatte Jupp Heynckes gefordert - und selbst im Training eine neue Mittelfeldvariante mit Philipp Lahm ausprobiert.

          Gegen Bremen tauchte der Kapitän aber nicht auf der Position des verletzten Bastian Schweinsteigers auf, sondern doch auf der linken Abwehrseite. In der Zentrale spielten wieder Luiz Gustavo und David Alaba. Die beiden waren wie der Rest der Mannschaft von Anfang an um Wiedergutmachung bemüht. Zunächst fehlte den Bayern allerdings der Schwung, das Tempo und die Angriffslust des goldenen Herbstes. Vorsichtig agierten sie, zu vorsichtig.

          Bremen nicht mutig genug

          Der Rivale aus Bremen, der zuletzt vor sechs Jahren in München verloren hatte, war allerdings nicht mutig genug, um die zögerlichen Bayern unter Druck zu setzen. Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf schien zunächst nicht so recht an die Chance zu glauben, den Rekordmeister in der Tabelle zu überholen.

          Die wenigen Vorstöße in der ersten Halbzeit wurden nicht zwingend genug vorgetragen, der nach einer Knieverletzung genesene Claudio Pizarro wirkte zu unbeweglich, sein Partner Marko Arnautovic kam überhaupt nichts ins Spiel.

          Gomez scheint das Glück abhanden gekommen

          Ein Konter brachte die Erlösung für die Münchner. Sie brachten nach einem Freistoß der Bremer an der Strafraumgrenze den Ball unter Kontrolle, Alaba spielte einen feinen Pass auf Franck Ribéry, und der Franzose nutzte die Lücke, die Müller und Gomez aufrissen, zum 1:0. Bei seinem Schuss aus 16 Metern hatte Sebastian Mielitz keine Chance.

          Die Führung gab den Bayern zwar etwas mehr Sicherheit, sie dominierten die Bremer nun klar, aber die sie schafften es nicht, sich einen komfortablen Vorsprung herauszuspielen - trotz guter Möglichkeiten.

          Mario Gomez scheint das Glück der ersten Saisonphase abhanden gekommen zu sein, außerdem wurde er von Naldo gut bewacht. Thomas Müller war zwar eifrig, aber nicht zielstrebig und strukturiert genug.

          Rosenberg kopiert Ribéry

          Dass die Bayern wieder zittern mussten, lag an Markus Rosenberg. Der in der Halbzeit für den enttäuschenden Arnautovic eingewechselte Schwede brachte seine Mannschaft wieder ins Spiel, fast mit einer Kopie des Münchner Führungstreffers. Pizarro leitete den Konter in der 52. Minute ein und spielte auf Rosenberg, der Badstuber noch umdribbelte, an der Strafraumgrenze abzog und zum 1:1.

          Robben verwandelt sicher - zweimal

          Werder traute sich jetzt mehr zu, und einmal rettete Bayern-Torhüter Manuel Neuer in höchster Not, als er einen Schuss von Markus Marin parierte (65.). Kurz davor war bei den Bayern Arjen Robben eingewechselt worden, und der ließ die Münchner dann doch wieder jubeln, weil er zwei Elfmeter verwandelte. In der 69. Minute wurde Thomas Müller von Andreas Wolf gefoult, in der 83. Minute foulte Sokratis Ribéry. Beide Male verwandelte der Holländer sicher.

          Dazwischen sorgte Ribéry noch für das 3:1 (77.) - und Aaron Hunt handelte sich die Rote Karte ein, weil er gegen Toni Kroos zu rüde eingestiegen war (80.). Fast so groß wie bei den Toren war der Jubel beim Münchner Anhang über die Kunde vom Niederrhein, dort hatte Mönchengladbach mit dem Ausgleichstreffer gegen Dortmund den FC Bayern wieder zum Tabellenführer gemacht.

          Bayern München - Werder Bremen 4:1 (1:0)

          Bayern München: Neuer - Boateng, van Buyten, Badstuber, Lahm - Luiz Gustavo, Alaba (60. Robben) - Müller (90.+1 Contento), Kroos, Ribéry (90.+1 Pranjic) - Gomez
          Werder Bremen: Mielitz - Sokratis, Wolf, Naldo, Ignjovski - Bargfrede - Fritz, Marin (74. Wagner), Hunt - Pizarro, Arnautovic (46. Rosenberg - 84. Wesley)
          Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
          Zuschauer: 69 000 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Ribéry (22.), 1:1 Rosenberg (52.), 2:1 Robben (69./Foulelfmeter), 3:1 Ribéry (77.), 4:1 Robben (83./Foulelfmeter)
          Gelbe Karten: Kroos (3) / Sokratis (4), Wolf (4)
          Rote Karten: - / Hunt (80./grobes Foulspiel)

          Quelle: FAZ.NET

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