09.12.2009 · Bayern München hat mit einem bravourösen 4:1-Sieg bei Juventus Turin den Abstieg in die Europa League verhindert. Butt, Olic, Gomez und Timoschtschuk sichern nach dem frühen Rückstand die Achtelfinal-Qualifikation.
Von Elisabeth Schlammerl, TurinDer FC Bayern München hat wieder einmal bewiesen, dass man ihn nie abschreiben darf. Zum ersten Mal schaffte es der deutsche Rekordmeister in der Champions League, bei Juventus Turin zu gewinnen, und er hätte sich für dafür keine bessere Gelegenheit aussuchen können. Der 4:1-Sieg zum Abschluss der Vorrunde brachte die Mannschaft im letzten Moment ins Achtelfinale, die Italiener hingegen dürfen im neuen Jahr nur noch in der Europa League mitmachen.
„Das sind Momente, über die man noch Jahre spricht“, hatte Kapitän Mark van Bommel schon vor Anpfiff fast prophetisch gesagt. Das Spiel lebte zwar nicht von Dramatik wie das vor eineinhalb Jahren in Getafe, als sich die Bayern in der Verlängerung fast mit dem Schlusspfiff ins Halbfinale gerettet hatten. Aber es war der Befreiungsschlag, den Uli Hoeneß schon vor Wochen gefordert hatte. Vor 28000 Zuschauern im Turiner Olympiastadion gelang nach Turins Führung durch Trezeguetzunächst Torhüter Butt per Foulelfmeter der Ausgleich, ehe Olic in der zweiten Halbzeit mit dem 2:1 die Zeichen auf Weiterkommen stellte. Gomez und Timoschtschuk besiegelten den Triumph mit ihren Toren. Es war das erste Mal nach 76 Spielen, dass Juventus nach einer 1:0-Führung noch eine Begegnung verlor.
Louis van Gaal schickte zum dritten Mal hintereinander dieselbe Mannschaft auf den Platz, verzichtete also darauf, Arjen Robben von Anfang an spielen zu lassen. Zu Beginn der Partie wurde der Holländer nicht sonderlich vermisst.
Bayern beginnt stark, Juve schießt das erste Tor
Die Bayern agierten weit weniger statisch als in den vergangenen Wochen. Bastian Schweinsteiger schien läuferisch nachholen zu wollen, was er bisher in dieser Saison verpasst hatte, Philipp Lahm ackerte sehr engagiert auf der rechen Seite und war fast immer beteiligt an den Münchner Vorstößen. Allerdings war Juventus bestens organisiert, die gelungenen Stafetten des deutschen Rekordmeisters führten deshalb zunächst nicht zum Erfolg. Die beste Gelegenheit bot sich Ivica Olic, die weite Hereingabe von Mark van Bommel köpfte er nach zwölf Minuten an den Pfosten.
Die Turiner, denen ein 0:0 genügt hätte, spielten zögerlich nach vorne. Diego und Alessandro del Piero traten kaum in Aktion. Einmal luchste der Münchner Jungprofi Badstuber gar dem ehemaligen Bremer Diego souverän den Ball ab. Aber nur eine Minute später jubelten doch die Italiener. Die Bayern verloren im Mittelfeld den Ball, Claudio Marchisio schlug einen langen Pass auf David Trezeguet, und der Franzose traf unbewacht volley ins Tor. Juventus war nach 19 Minuten dem Achtelfinale noch ein Stückchen näher.
Wer würde schießen?
Der Spielfluss der Anfangsphase war bei den Bayern dahin. Doch Martin Cáceres sorgte mit einer ungestümen Abwehr dafür, dass die Münchner wieder zurückkamen. Er brachte Ivica Olic im Strafraum zu Fall, und Schiedsrichter Massimo Busacca aus der Schweiz zögerte nicht, auf Strafstoß zu entscheiden. Wer würde schießen?
In dieser Saison hatte es zuvor noch keinen Elfmeter für die Bayern gegeben, und der Blick richtete sich schnell auf Butt. Der Torhüter kam nach vorne gelaufen und trat an zum Duell mit seinem Kollegen Gianluigi Buffon, der wegen des Spiels extra eine fällige Meniskusoperation verschoben hatte. Butt verwandelte in der 30. Minute souverän wie schon oft in seiner Karriere. Schon für Leverkusen und den HSV hatte er in der Champions League Strafstoßtore gegen Juventus erzielt.
Kaltschnäuzige Bayern
Das 1:1 setzte wieder Energien beim FC Bayern frei, es war bis zum Ende der ersten Halbzeit ein Spiel auf ein Tor. Turins Trainer Ciro Ferrara gefiel der Auftritt seiner Spieler offensichtlich nicht. Er brachte für den schwachen Del Piero den ehemaligen Schalker Christian Poulsen ins Spiel. Aber die Maßnahme nutzte nichts mehr, den Bayern gehörte jetzt das Spiel. In der 52. Minute tauchte abermals van Buyten im Turnier Strafraum auf. Seinen Kopfball konnte Buffon nur abklatschen, und Olic gelang im Nachschuss die verdiente 2:1- Führung.
Es war klar, dass nun die Italiener ihre Zurückhaltung aufgeben würden. Sie bemühten sich, hatten auch ein paar gute Gelegenheiten, aber die Bayern verteidigten mit Hingabe die Führung und zeigten sich im Angriff treffsicher wie nie in dieser Saison. Gomez entschied mit einem Abstaubertor in der 83. Minute die Partie, Timoschtschuk machte durch das 4:1 in der Nachspielzeit aus der Niederlage eine Demütigung.
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |