11.09.2010 · Nur noch 47 Punkte bis zum Saisonziel von 50 Zählern: Beim ersten Saisonsieg in Mönchengladbach wird Eintracht Frankfurt erstmals den selbst geweckten Erwartungen gerecht. Die Borussia geht beim 0:4 im Frankfurter Wirbelsturm unter.
Eintracht Frankfurt hat den drohenden Fehlstart in die Saison mit seinem höchsten Auswärtssieg in der Bundesliga seit über 16 Jahren eindrucksvoll verhindert. Die Mannschaft von Trainer Michael Skibbe kam nach zuvor zwei Niederlagen am dritten Spieltag zu einem verdienten 4:0 bei Borussia Mönchengladbach und stellte damit den Anschluss ans Tabellenmittelfeld her. Benjamin Köhler (24.), Theofanis Gekas (35. und 64.) und Patrick Ochs (50.) sorgten mit ihren Toren für den deutlichen Auswärtssieg der Hessen. „Das hat richtig gut getan“, sagte Kapitän Ochs.
Die Gladbacher hingegen sind nach ihrer vorangegangenen 6:3-Gala bei Bayer Leverkusen wieder im Alltag angekommen und warten weiter auf den ersten Heimsieg der Saison.Trotz ihrer beiden Niederlagen zum Saisonstart trat die Eintracht vor 45.315 Zuschauern im Borussia-Park mit viel Selbstvertrauen auf und übernahm von Beginn an das Kommando. Angetrieben von Halil Altintop, Alexander Meier und Köhler hatte sie im Mittelfeld ein deutliches Übergewicht.
Läuferisch und spielerisch war sie in der ersten Halbzeit die klar bessere Mannschaft. Besonders bei schnell vorgetragenen Angriffen über Gladbachs rechte Abwehrseite verbreitete die Eintracht Gefahr - der letzte Pass kam allerdings zunächst noch nicht an. Gladbach dagegen tat sich im Spielaufbau schwer, leistete sich viele Fehlpässe und ging nicht aggressiv genug in die Zweikämpfe.
„Endlich sind wir für unseren Aufwand belohnt worden“
Die Konsequenz war der Rückstand. Zunächst hielt Gladbachs Torhüter Logan Bailly einen Kopfball von Gekas noch glänzend, doch danach hatte Köhler wenig Mühe, den Abpraller aus kurzer Distanz zu nutzen. Eine Schlüsselszene folgte in der 34. Minute: Schiedsrichter Jochen Drees erkannte einen regulären Treffer der Borussen von Idrissou wegen Behinderung von Eintracht-Torhüter Oka Nikolov nicht an - und fast im Gegenzug traf Gekas zum 0:2. Dabei offenbarte die Gladbacher Abwehr wie des öfteren erhebliche Abstimmungsprobleme.
Nach dem Wechsel trat die Borussia zwar engagierter auf und erarbeitete sich einige Möglichkeiten, doch die Entscheidung fiel früh - durch einen Heber von Kapitän Ochs nach einem wiederum schnellen Angriff. Gekas, der gerade erst aus der griechischen Nationalmannschaft zurückgetreten war, nutzte die Partie schließlich noch zu einer Verbesserung seiner persönlichen Bilanz.
Bei den Gladbachern überzeugten mit Abstrichen Arango und Idrissou, im Team der Frankfurter, die zuletzt auf fremdem Platz am 19. März 1994 beim 4:0 gegen Dynamo Dresden so hoch gewonnen hatten, verdienten sich Meier, Altintop und Gekas die besten Noten. „Ich bin sehr zufrieden. Spieltechnisch waren wir die reifere Mannschaft und haben tolle Tore geschossen“, sagte Eintracht-Trainer Skibbe. „Endlich sind wir für unseren Aufwand belohnt worden.“ „An der Niederlage gibt es nichts zu deuteln. Wir dürfen nach dem Sieg in Leverkusen keine Wunderdinge erwarten“, sagte sein Kollege Frontzeck.