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4:0 gegen Wolfsburg Schalker Festtag: „Nie mehr Magath“

19.02.2012 ·  Felix Magath kehrte nach Gelsenkirchen zurück - und wurde sehr zur Freude der Schalker Fans bedient. 4:0 siegen die Königsblauen gegen Wolfsburg und bleiben im Kampf um die Meisterschaft.

Von Richard Leipold, Gelsenkirchen
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© REUTERS Zwei Finger: Klaas-Jan Huntelaar trifft doppelt - mit mehr Konzentration wäre noch mehr drin gewesen

Felix Magath war nicht ohne Vorfreude nach Gelsenkirchen gereist - dorthin, wo er vor knapp einem Jahr noch Trainer, Sportdirektor und Chef des Vorstands gewesen war. Er freue sich „auf Spieler wie Raul, aber auch auf den Zeugwart und den Busfahrer“, sagte der Mann, der inzwischen wieder den VfL Wolfsburg trainiert und managt.

Aber es wurde ein Wiedersehen, das dem einst gefeierten, später gefeuerten Machthaber keine Freude machte. Die Torschützen Raul (10. Minute), Klaas-Jan Huntelaar (15./72.) und Joel Matip (49.) bescherten Schalke einen klaren Sieg. Beim 4:0 über einen enttäuschenden Gegner rehabilitierte der Bundesliga-Vierte sich für einige zuletzt schwächere Leistungen.

Die frisch entfachte Schalker Begeisterung erhielt nur durch die Verletzung Lars Unnerstalls einen Dämpfer. Der Torhüter wurde mit dem Verdacht auf Schlüsselbeinbruch ins Krankenhaus gebracht und von der 46. Minute an durch den früheren Nationaltorhüter Timo Hildebrand ersetzt, der sein erstes Bundesligaspiel für die Königsblauen absolvierte.

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© dapd Der Neue: Nach der Pause macht Timo Hildebrand sein erstes Spiel für Schalke

Den Schalker Getreuen in der Nordkurve war es vor dem Anpfiff darum gegangen, für ihre Lieblingsmannschaft ein angenehmes Arbeitsklima zu schaffen. Sie appellierten mit einem großen Transparent an Fans, die zuletzt in der Arena (zu) schnell ungeduldig geworden waren. „Erwartungshaltung zurückschrauben - Anfeuern statt pfeifen!“, laute die Botschaft.

Das Geschehen auf dem Rasen bot allerdings selbst anspruchsvollen und kritischen Geistern im Publikum keinen Anlass, auf ihre Elf zu pfeifen. Schon nach einer Viertelstunde lag die Heimelf mit zwei Toren Abstand in Führung. Dafür zeichneten die beiden berühmtesten Spieler verantwortlich, die Magath einst nach Schalke geholt hatte. Den ersten Treffer erzielte Raul nach einem Eckstoß von Jefferson Farfan, den Matip mit dem Kopf verlängert hatte.

Wie der spanische Stürmerstar seinem Widersacher Christian Träsch im Fünfmeterraum entwischte, illustrierte die Anfälligkeit der Wolfsburger Defensive, die sich durch die gesamte Partie zog. Für Raul war es das vierhundertste Pflichtspieltor seiner Profikarriere. Fünf Minuten später schloss Klaas-Jan Huntelaar einen lehrbuchartigen Angriff über Marco Höger und Christian Fuchs mit dem 2:0 ab.

Das waren die auffälligsten, aber nicht die einzigen Vorstöße, die Mängel in der Wolfsburger Abwehr aufdeckten. Mittelfeldspieler Julian Draxler traf mit einem Volleyschuss den Pfosten. Huntelaar verpasste vom Elfmeterpunkt die Chance, den Vorsprung auszubauen. VfL-Torhüter Diego Benaglio lenkte seinen Strafstoß, den Felipe Lopes mit einem Handspiel verursacht hatte, an die Latte.

Auch die Wolfsburger spielten vereinzelt gefällig nach vorn und erarbeiteten sich einige gute Möglichkeiten, gingen im Abschluss aber zu unkonzentriert zu Werke. Nach dem Seitenwechsel blieben die Schalker voller Tatendrang und Torhunger. Matip lenkte einen Kopfball von Papadopulos mit der Hacke zum 3:0 über die Linie, und Huntelaar schraubte das Ergebnis mit seinem achtzehnten Saisontor in der Bundesliga noch weiter in die Höhe, damit zog er mit Bayern-Stürmer Mario Gomez, dem Führenden in der Torschützenliste gleich.

Die Sympathisanten der Königsblauen zeigten sich nicht nur begeistert über den Sturm und Drang ihrer Mannschaft, sondern auch ein wenig gehässig. „Nie mehr, nie mehr Felix Magath!“, sangen sie voller Inbrunst.

FC Schalke 04 - VfL Wolfsburg 4:0 (2:0)

FC Schalke 04: Unnerstall (46. Hildebrand) - Uchida, Papadopoulos, Metzelder, Fuchs - Matip, Höger - Farfán (80. Marica), Raúl, Draxler (68. Pukki) - Huntelaar
VfL Wolfsburg: Benaglio - Träsch, Russ, Felipe Lopes, Rodriguez - Hasebe (29. Sio), Madlung (55. Polter), Jiracek, Schäfer - Orozco, Mandzukic (81. Salihamidzic)
Schiedsrichter: Sippel (München)
Zuschauer: 60.511
Tore: 1:0 Raúl (10.), 2:0 Huntelaar (15.), 3:0 Matip (49.), 4:0 Huntelaar (72.)
Besonderes Vorkommnis: Huntelaar (FC Schalke 04) scheitert mit Handelfmeter an Benaglio (36.)
Gelbe Karten: Papadopoulos (7) / Felipe Lopes (2)

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