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Donnerstag, 16. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

4:0 gegen Stuttgart Leverkusen haushoch überlegen

29.11.2009 ·  Kießling mit seinen Saisontoren zehn bis zwölf und Derdiyok trafen zum Leverkusener 4:0-Sieg gegen desolate Schwaben. „Am besten wäre es, alle elf auszuwechseln“, tobte Stuttgarts Sportdirektor Heldt. Wahrscheinlich trifft es aber nur Trainer Babbel.

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Bayer Leverkusen bleibt das Maß der Dinge in der Fußball-Bundesliga. Geradezu mühelos und dazu voller Spielfreude entledigten sich die Rheinländer am Sonntagnachmittag ihres Auftrags gegen den völlig überforderten VfB Stuttgart. Der überragende Kießling (21., 59. und 87. Minute per Foulelfmeter) mit seinen Saisontoren zehn, elf und zwölf sowie Stürmerkollege Derdiyok (39.) erzielten in der BayArena die Treffer zum 4:0 für den hoch überlegenen Sieger. „Wir spielen richtig guten Fußball“, sagte Kießling nach einer Leverkusener Demonstration der Stärke. Beim Tabellenvorletzten könnte nun die Ablösung von Trainer Markus Babbel folgen. Im Gespräch als Nachfolger ist bereits Franco Foda. Der Pfälzer betreut seit einigen Jahren mit Erfolg den österreichischen Erstligaklub Sturm Graz.

Babbel hatte vorher den Versuch unternommen, sein Team mit einem kleinen Psychotrick auf die richtige Betriebstemperatur zu bringen. „Heute“, sagte er seinen Spielern, „treffen wir auf eine Mannschaft, die bedenkenlos in der Champions League mitspielen könnte.“ Die Champions League, das ist der Wettbewerb, in dem die Schwaben derzeit so konkurrenzfähig sind, dass sie noch Aussichten auf das Erreichen der K.o.-Runde haben. Fünf Tage nach dem 2:0-Sieg des VfB bei den Glasgow Rangers bewies Bayer tatsächlich europäisches Spitzenniveau, die Stuttgarter dagegen zeigten in den ersten 45 Minuten lediglich, dass sie derzeit zu recht auf dem Absteigerplatz 17 der Bundesliga stehen.

Lässig bis fahrlässig ließen die Stuttgarter den Tabellenführer nach zehn brauchbaren Minuten schalten und walten. Dass die in der Liga noch unbesiegten Rheinländer bei Halbzeit lediglich 2:0 durch Kießlings zehntes Saisontor (21. Minute) aus kurzer Distanz und Derdiyoks unbedrängt zustande gekommenen Kopfballtreffer (39.) führten, war noch Glück für den VfB, nachdem der wieder einmal ausgezeichnete Kroos auch noch zweimal den Pfosten getroffen hatte (19. und 31.). Dagegen stand eine große Stuttgarter Gelegenheit, die Pogrebnjak allein gegen Torhüter Adler vergab (44.).

Der Trainer ohne Lizenz wird wohl bald auch keinen Verein mehr haben

VfB-Manager Horst Heldt war zur Pause bedient. „Was wir zeigen, geht überhaupt nicht. Eine Vollkatastrophe. Wir stehen auf Tabellenplatz 17 und spielen Hacke, Spitze, eins, zwei drei. Am besten sollte der Trainer alle elf Spieler auswechseln.“ Der Wutausbruch des Stuttgarter Vorstands Sport machte auch die für Babbel inzwischen höchst bedrohliche Situation kenntlich. Viel dürfte nicht mehr fehlen, und die Schwaben werden sich gezwungen sehen, dem Trainer ohne Lizenz seinen ersten Erstligaauftrag zu entziehen.

Auch in den zweiten 45 Minuten spielte nur Leverkusen. Bayer bot weiter eine Klasseleistung gegen verzagte Stuttgarter und erhöhte seinen Vorsprung durch Kießlings elftes Saisontor auf 3:0 (59.). Diesem Treffer ging ein mustergültiger Spielzug über Reinartz und Kroos voraus, der den Torjäger mit einem traumhaften Pass in die optimale Schussposition brachte. Kießling, die dritte, folgte in der 87. Minute, als der Nationalspieler eine „Vorlage“ von Torhüter Jens Lehmann nutzte, der Derdiyok im Strafraum gefoult hatte. Kießlings Tor per Foulelfmeter rundete diesen für Bayer Leverkusen schönen Fußball-Nachmittag ab. Am Ende setzte Heynckes noch ein Zeichen für die Zukunft, als er den monatelang wegen eines Kreuzbandrisses fehlenden Angreifer Helmes einwechselte und dem strahlenden Kießling einen vorzeitigen Abgang unter Ovationen ermöglichte.

Bayer Leverkusen - VfB Stuttgart 4:0 (2:0)
Bayer Leverkusen: Adler - Schwaab, Friedrich, Hyypiä, Castro (84. Sarpei) - Vidal (84. Bender), Reinartz - Barnetta, Kroos - Kießling (88. Helmes), Derdiyok
VfB Stuttgart: Lehmann - Osorio, Tasci, Delpierre, Boka - Träsch, Rudy - Gebhart (46. Hilbert), Hleb - Cacau (46. Schieber), Pogrebnjak (72. Marica)
Schiedsrichter:
Meyer (Burgdorf)
Zuschauer:
30.210 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Kießling (22.), 2:0 Derdiyok (38.), 3:0 Kießling (59.), 4:0 Kießling (87., Foulelfmeter)
Gelbe Karten: - / Boka (2), Cacau (4), Hilbert (1), Lehmann (3),
Rudy (1), Tasci (4)

Quelle: FAZ.NET
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