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4:0 gegen Hannover 96 Leverkusens Helmes: Auftrag erfüllt, Vertrag verlängert

20.09.2008 ·  Zum Auftakt des fünften Spieltags in der Fußball-Bundesliga hat Bayer Leverkusen Hannover 96 mit 4:0 geschlagen. Mann des Tages war Patrick Helmes, der drei Treffer erzielte und dessen Vertrag bis 2013 verlängert wurde - zu verbesserten Konditionen.

Von Richard Leipold, Leverkusen
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Als Patrick Helmes in der 67. Minute seinen Dienst beendete, musste er lächeln. Und Bruno Labbadia, der ihn vom Platz beordert hatte, musste auch lächeln. Der Stürmer und der Trainer von Bayer 04 Leverkusen hatten am Freitag gut lachen, weil sie sich an einen kurzen Dialog aus der Halbzeitpause erinnerten. Ein Tor genüge nicht, hatte Labbadia seinem hochveranlagten Angreifer mit auf dem Weg gegeben. „Sieh zu, dass du noch ein Zweites machst.“

Nicht dass Labbadia auch nur eine Minute lang um den Sieg hätte bangen müssen. Die Hannoveraner waren von Anfang an zu furchtsam, zu fahrig aufgetreten, um den Sturmlauf der Heimelf nach den ersten beiden Treffern von Rolfes (5. Minute) und Helmes (20.) noch aufhalten zu können. Unabhängig davon, ob der Gegner so mitspielt oder eben nicht mitspielt wie die Niedersachsen beim 0:4 gegen Bayer ist Labbadia bestrebt, Helmes zu mehr Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit zu erziehen, auf dass aus dem talentierten Schützling ein vortrefflicher Schütze werde.

„Der Trainer war ja früher selbst Stürmer“

Helmes hatte verstanden. So ging er hinaus auf den Rasen der BayArena und erzielte zwei weitere Treffer (59. und 66.). Unmittelbar nach seinem dritten Streich, dem insgesamt sechsten im fünften Ligaspiel, durfte er sich auf die Bank zurückziehen, um Kraft für kommende Aufgaben zu sparen - Bayer spielt schon am kommenden Dienstag im DFB-Pokal beim FC Augsburg. Als er dem Trainer auf dem Weg zur Bank in die Augen blickte und sie einander angrinsten, sagte Labbadia kurz und knapp: „Auftrag erfüllt.“

Helmes hatte den Plan an diesem beschwingten Bayer-Abend sogar übererfüllt. Aber das ist kein Grund, sich überschwänglich feiern zu lassen oder gar zu glauben, der Trainer lasse ihm nun mehr durchgehen als sonst. Helmes, ein einfacher Kölscher Junge, sagt, er könne die zuweilen strengen Züge Labbadias verstehen. „Der Trainer war ja früher selbst Stürmer.“ Also wisse er am besten, wie mit dieser Art von Spielern umzugehen sei. „Wenn ich im Training mal Larifari mache, gibt es richtig Lack.“ Also richtig Zunder.

Männer wie Völler holen keine Vollblinden

Auch wenn das manchmal nötig ist, schätzen die Leverkusener Verantwortlichen sich glücklich, den 24 Jahre alten Nationalspieler nach langem Gezerre aus seiner Heimatstadt vom 1. FC Köln losgeeist zu haben. „Männer wie Sportdirektor Rudi Völler wissen schon, dass sie keinen Vollblinden holen“, sagt Helmes.

Und Männer wie Sportdirektor Völler wissen auch, wann sie den Vertrag mit einem Spieler dieser Klasse (zu verbesserten Konditionen) verlängern müssen, auch wenn sie ihn gerade erst verpflichtet haben. Einen Tag vor dem Fußballfest gegen Hannover hatte Bayer sich mit Helmes darauf geeinigt, die ursprünglich bis 2012 datierte Bindung um ein Jahr auszudehnen. „Da es so viele reiche englische Klubs gibt, wollten wir keinen falschen Eindruck aufkommen lassen“, sagte Völler. Natürlich wollte er sich nicht selbst zu diesem Schritt gratulieren, aber eine gewisse Zufriedenheit konnte der Sportdirektor nicht verbergen. Angesichts dieses Spiels sei er froh, schon am Donnerstag zum Abschluss gekommen zu sein und nicht erst am Montag, sagt Völler. „Jetzt schlafe ich besser.“

Bayer Leverkusen - Hannover 96 4:0 (2:0)
Leverkusen:
Adler - Castro (68. Schwegler), Haggui, Henrique, Kadlec - Rolfes - Renato, Vidal (73. Dum), Barnetta - Kießling, Helmes (67. Gekas). - Trainer: Labbadia
Hannover: Enke - Balitsch, Ismael (28. Fahrenhorst), Eggimann, Vinicius - Bastian Schulz, Jankow - Pinto, Schlaudraff (50. Zizzo), Huszti (46. Lala) - Stajner. - Trainer: Hecking
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Tore: 1:0 Rolfes (5.), 2:0 Helmes (19.), 3:0 Helmes (59.), 4:0 Helmes (66.)
Zuschauer: 22.000
Gelbe Karten: - Fahrenhorst, Pinto (2), Jankow (2)

Quelle: FAZ.NET
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