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4:0 gegen Freiburg : Dortmunder Rekord-Meister

Vier gewinnt: Subotic, Schmelzer, Lewandowski, Kehl (v.l.) Bild: dapd

Ein Tag, wie er in schwarz-gelb nicht schöner sein könnte: Mit der Rekordpunktzahl 81 stemmt Sebastian Kehl zum zweiten Mal in Folge die Meisterschale. Vorher gibt es ein lockeres 4:0 gegen Freiburg.

          Die Frage, ob dies eine historische Saison für Borussia Dortmund werden würde, war schon zur Pause beantwortet. Der Titelverteidiger beendete die Saison nämlich meisterlich, hatte das 4:0 gegen den SC Freiburg schon zur Halbzeit herausgespielt, und darf sich nun als bester Meister in der bisherigen Geschichte der Bundesliga fühlen. Mit umgerechnet 79 Punkten hatte der FC Bayern in den Spielzeiten 1971/72 und 1972/73 zu Zeiten der Zwei-Punkte-Regelung den Titel gewonnen, aber die Borussia kommt nun auf kaum für möglich gehaltene 81 Punkte.

          Und auch einen anderen Rekord waren die Bayern mit dem letzten Dortmunder Sieg der Saison los: 44 Punkte standen bislang für die beste Halbserie einer Mannschaft aus der Saison 2005/06 zu Buche, doch diese Bestmarke schraubten die Westfalen nun 47 Punkte und waren nah dran am Maximum - nur beim FC Augsburg (0:0) und gegen den VfB Stuttgart (4:4) ließen die Dortmunder Punkte liegen, was schnurstracks zum nächsten Bestwert führt.

          Schwarz-gelb Denker: Dortmund feiert Bilderstrecke

          Sein letztes Spiel verlor der Meister am 18. September durch zwei Tore in den letzten Minuten in Hannover (1:2), danach blieben die Westfalen in nunmehr 28 Spielen ohne Niederlage. Für Reinhard Rauball war dies wieder ein besonderer Tag. Der Präsident der Deutschen Fußball-Liga überreichte BVB-Kapitän Sebastian Kehl wie im vergangenen Jahr die Meisterschale, und da Rauball gleichzeitig auch Präsident der Borussia ist, wurde dies zu einer emotionalen Angelegenheit.

          Rauball hat mehrfach mitgeholfen, die Borussia in schlechteren Zeiten zu retten - nun erlebt er mit ihr die vielleicht besten Zeiten. Für diesen Moment hatte Rauball sogar eine Operation verschoben - bei den Jubelfeiern nach dem feststehenden Titelgewinn hatte er sich die Bänder gerissen. Die Bilder glichen sich nicht nur, weil wieder Rauball seinen eigenen Verein ehren durfte - auf dem Rasen wurden vor dem Spiel wieder stimmungsvoll einige Akteure verabschiedet.

          Im vergangenen Jahr waren dies Nuri Sahin und Dede gewesen, nun durften sich Antonio da Silva, Florian Kringe und auch Lucas Barrios noch einmal vor der Südkurve feiern lassen. Der Nationalspieler aus Paraguay mit argentinischem Pass hatte in dieser Woche seinen Abschied zum chinesischen Verein Guangzhou Evergrande bekanntgegeben. Nach den Toren von Blaszczykowski (4. Minute), Lewandowski (20 und 27.) sowie wiederum Blaszczykowski hatte der Tag für den Südamerikaner noch einen weiteren Höhepunkt parat - in der 81. Minute durfte er für Blaszczykowski noch einmal vor eigenem Publikum auflaufen. „Ich werde die Borussia immer in meinem Herzen tragen“, sagte er.

          Was er nach drei Jahren, 83 Spielen und 39 Toren am meisten vermissen wird, sind sicherlich die Fans, die für den letzten Rekord des Tages sorgten. Zum 13. Male in dieser Saison war ein Heimspiel der Borussia ausverkauft. Im Schnitt besuchten 80.500 Anhänger die Heimspiele - Europarekord. Ein Tag mit lauter Bestmarken, der den FC Bayern langsam nachdenklich machen dürfte.

          Borussia Dortmund - SC Freiburg 4:0 (4:0)

          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek (54. Götze), Subotic, Hummels, Schmelzer - Gündogan, Kehl - Blaszczykowski (81. Barrios), Kagawa (65. Perisic), Großkreutz - Lewandowski
          SC Freiburg: Batz - Mujdza (82. Hinkel), Ginter, Höhn, Sorg - Makiadi, Guédé - Schmid, Rosenthal (31. Flum), Caligiuri - Freis (77. Putsila)
          Schiedsrichter: Sippel (München)
          Zuschauer: 80.720 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Blaszczykowski (4.), 2:0 Lewandowski (20.), 3:0 Lewandowski (27.), 4:0 Blaszczykowski (39.)
          Gelbe Karte: - / Makiadi (6)

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