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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

4:0 gegen Berlin Schalke bucht die Champions League

Die Hertha aus Berlin muss weiter zittern: Bei Rauls Abschiedsspiel vor heimischer Kulisse schießen der Spanier sowie Huntelaar und Holtby Schalke in die Champions League.

© REUTERS Vergrößern Blau in blau: Die Schalker haben gegen Hertha keine Mühe

Seit er Trainer in Berlin ist, hat Otto Rehhagel so manches Mal von seiner „Schatztruhe an Erfahrungen“ gesprochen, aus der die Spieler sich im Abstiegskampf nur zu bedienen brauchten. Am vorletzten Spieltag staubte die Truhe in Gelsenkirchen vor sich hin, und niemand griff hinein. Hertha verlor 0:4 beim FC Schalke, ohne eine erstklassige Arbeitsprobe abgeben zu können. Für Rehhagel war es die siebte Niederlage im elften Spiel als Hertha-Trainer, unter seiner Regie sind der Mannschaft erst zwei Siege gelungen. Dennoch ist für die Berliner und ihren 73 Jahre alten Fußball-Lehrer noch nicht alles verloren. Als Tabellenvorletzter gehen sie mit zwei Punkten Rückstand auf den 1. FC Köln in die letzte Bundesligarunde und das Spiel gegen Hoffenheim.

Während die Berliner weiter zittern dürfen, hat Schalke sein Saisonziel schon erreicht. Mit dem Sieg sicherten sich die Königsblauen den dritten Platz und damit die direkte Qualifikation für die Champions League. Der beliebte und berühmte Stürmer Raúl, der Schalke nach zwei Jahren verlässt, konnte sich mit einem Heimspieltor von den Königsblauen verabschieden (84.). Die weiteren Treffer erzielten Klaas-Jan Huntelaar (32./88.) und Lewis Holtby (73.). „Die Qualifikation für die Champions League ist das Wichtigste für uns“, sagte Huntelaar: „In der zweiten Hälfte waren wir besser als in der ersten. Dennoch haben wir nicht super gespielt.“

FC Schalke 04 - Hertha BSC Mit hängenden Köpfen: Für die Berliner gab es auch auf Schalke nichts zu holen © dpa Bilderstrecke 

Eine halbe Stunde lang war nicht viel davon zu spüren, wie viel für beide Klubs auf dem Spiel stand. Die Partie plätscherte dahin, als ob sich zwei Mannschaften aus dem Niemandsland der Tabelle gegenüber gestanden hätten. Fehlpässe, gelegentlich mit Pfiffen von den Rängen vertont, prägten die meist untauglichen Versuche eines Spielaufbaus. Von einem Berliner Aufbäumen im Kampf um den Klassenverbleib konnte keine Rede sein. Das Trainingslager, das Hertha vor dem Spiel bezogen hatte, schien wirkungslos zu verpuffen. Rehhagel hatte die Berliner Profis in Castrop-Rauxel zusammengezogen und abgeschottet von der Öffentlichkeit mit ihnen gearbeitet. Die therapeutische Wirkung dieser Maßnahme war gleich null.

So reichte den Schalkern ein kleiner Leistungsschub während der letzten Viertelstunde des ersten Durchgangs, um ihre Ambitionen erstmals zu unterstreichen. Huntelaar wurde allmählich zum Unruhestifter im Berliner Strafraum. Einen Kopfball des Niederländers vermochte Hertha-Torhüter Thomas Kraft mit Mühe noch abzuwehren, beim Versuch aber hatte er keine Abwehrchance. Die Abwehr bot Huntelaar genug Zeit und Raum, die sehenswerte Vorarbeit von Joel Matip mit dem Führungstreffer zu vollenden – das 26. Saisontor für den Schalker Schützenkönig. Noch vor der Pause hätte Huntelaar den Vorsprung ausbauen können, doch sein Kopfball verfehlte knapp das Ziel. Kurz nach dem Seitenwechsel verpasste der Stürmerstar die nächste Chance, im Wettstreit mit Mario Gomez von Bayern München dem Gewinn der Torjäger-Kanone noch näherzukommen.

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Der Rest war Formsache. Schalke vergab noch ein paar Möglichkeiten, doch Holtby schuf mit dem zweiten Tor auch im Ergebnis klare Verhältnisse. Hertha wirkte zu harmlos, um dem Spiel noch eine Wende zu geben. Kurz vor Schluss waren die Berliner so freundlich, Raúl ein Abschiedsgeschenk zu bereiten. Auch der Berliner Abwehr war es zu verdanken, dass sich der Señor in seinem letzten Heimspiel für Schalke unter den Torschützen einreihen konnte. Raúl bedankte sich auf seine Art und legte Huntelaar wenig später noch das vierte und letzte Tor des Tages auf, ehe er mit den Fans in einer Zeremonie auf dem Rasen ausgiebig seinen Abschied feierte. Für die Berliner gilt trotz einer schwachen Leistung weiter das, was Rehhagel bei seinem Dienstantritt gesagt hatte. „Es wird eine spannende Zeit.“

FC Schalke 04 - Hertha BSC 4:0 (1:0)

FC Schalke 04: Unnerstall (90. Schober) - Uchida, Höwedes, Matip, Fuchs - Jones (85. Höger), Holtby - Farfán, Raúl, Jurado (88. Marica) - Huntelaar
Hertha BSC: Kraft - Lell (53. Ebert), Hubnik, Janker, Bastians - Ronny, Perdedaj - Ben-Hatira, Raffael, Rukavytsya (71. Torun) - Ramos (46. Lasogga)
Schiedsrichter: Perl (Pullach) - Zuschauer: 61 673 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Huntelaar (32.), 2:0 Holtby (73.), 3:0 Raúl (84.), 4:0 Huntelaar (87.)
Gelbe Karten: Jones (14) / Ben-Hatira (2)
 

Quelle: FAZ.NET / dpa

 
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