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Veröffentlicht: 11.05.2013, 17:57 Uhr

3:3 in Wolfsburg Dortmunder Fehlerkette

Misslungener Testlauf: Dortmund spielt in Wolfsburg äußerst fehlerhaft und kann sich bei Marco Reus bedanken, dass der vorletzte Auftritt vor dem Champions-League-Finale nicht zur Blamage wird.

© AFP Drin: Aber Robert Lewandowski hat nicht getroffen

Marco Reus hat Borussia Dortmund vor einer bitteren Niederlage bei Lieblingsgegner VfL Wolfsburg bewahrt. Zwei Wochen vor dem Champions-League-Finale erkämpften sich die Westfalen am Samstag noch ein 3:3 (1:3), nachdem der frühere Borusse Ivan Perisic die Hausherren am 33. Spieltag der Fußball-Bundesliga auf die Siegerstraße geschossen zu haben schien. Nach der frühen BVB-Führung durch das erste Saisontor von Sven Bender (5. Minute) wendete der VfL-Neuzugang vor 30.000 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen-Arena binnen acht Minuten mit zwei Treffern (14./22.) scheinbar das Blatt. Naldo erhöhte am Samstag sogar auf 3:1 (26.). Doch dann kam Reus mit einem 240-Sekunden Doppelpack (84./88.).

Dabei gab es den sogenannten Auftakt nach Maß für die Gäste. Eine Hereingabe von Nuri Sahin, den BVB-Coach Jürgen Klopp anstelle von Kapitän Sebastian Kehl in die Startformation beordert hatte, lenkte Bender mit der Fußspitze vorbei an Wolfsburgs Keeper Diego Benaglio ins Tor. Goalgetter Robert Lewandowski kam zu spät, als er den Ball berührte, um im Rennen um die Torjägerkrone sein Konto (23) aufzustocken.

Doch Sicherheit und Souveränität verlieh die Führung den Dortmundern nicht. Gegen die schnell kombinierenden Wölfe fehlte der Biss. Zudem zahlten sich die Hereinnahmen von Kevin Großkreutz im Mittelfeld und Felipe Santana in der Abwehr für Jakub Blaszcykowski und Neven Subotic nicht aus, beide wirkten in ihren Aktionen nicht glücklich - bei einem Abwehrversuch köpfte Santana den Ball an den eigenen Pfosten (38.), Großkreutz wurde nach der Pause ausgewechselt, später auch noch Santana. Maßgeblichen Anteil an dem lange Zeit wenig erbaulichen Nachmittag für die sonstigen Fußballästheten hatten die Wolfsburger - allen voran Perisic.

Trainer Dieter Hecking hatte den erst im Januar von Dortmund nach Wolfsburg gewechselten Angreifer anstelle von Maximilian Arnold gebracht. Dafür, dass ihm Klopp am Vortag eine Karte für das Champions-League-Finale am 25. Mai in London gegen die Münchner versprochen hatte, bedankte sich Perisic auf seine Weise.

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Nach Vorlage des unermüdlichen Ivica Olic schob er den Ball zum Ausgleich ein, der heranrutschende Santana traf ihn dabei allerdings. Perisic blieb erst einmal mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen knien. Nach einer kurzen Behandlungspause kehrt er aber zurück. Und wie! Nur ein paar Minuten später zog er aus guten zwanzig Metern ab. Der Ball wurde unglücklich von Santana abgefälscht. BVB-Keeper Roman Weidenfeller war machtlos. Ebenso wie bei Naldos Treffer nach einer Ecke. Vehement drosch der Brasilianer den Ball zu seinem sechsten Saisontor in die Maschen. Klopp reagierte in der Pause, brachte nun Blaszcykowski und Julian Schieber. Torschütze Bender und Großkreutz mussten raus.

Nur ganz zaghaft verbesserte sich das Dortmunder Spiel, brandgefährlich wurden Lewandowski und Co. aber zunächst nicht. Vielmehr verpasste Perisic mit einem Schlenzer (67.) seinen dritten Treffer für die weiter um jeden Ball kämpfenden Wolfsburger, für die es im Tabellenmittelfeld um nichts mehr ging. Die Nachlässigkeit bei der Chancenverwertung rächte sich: Dass die Dortmunder letztlich noch einen Punkt entführten, hatten sie Reus zu verdanken.

VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund 3:3 (3:1)

VfL Wolfsburg: Benaglio - Hasebe, Naldo, Knoche (90. Madlung), Rodriguez - Medojevic (86. Träsch), Polak - Vieirinha, Diego, Perisic (81. Schäfer) - Olic
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Felipe Santana (77. Leitner), Hummels, Schmelzer - Bender (46. Schieber), Sahin - Reus, Gündogan, Großkreutz (46. Blaszczykowski) - Lewandowski
Schiedsrichter: Perl (Pullach)
Zuschauer: 30.000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Bender (5.), 1:1 Perisic (14.), 2:1 Perisic (22.), 3:1 Naldo (26.), 3:2 Reus (84.), 3:3 Reus (88.)
Gelbe Karten: Polak (4) / Gündogan (4), Reus (3)

Quelle: FAZ.NET mit dpa

 

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