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3:2 in Leverkusen Dortmund gewinnt mitreißendes Verfolgerduell

Es ist die große Show der Bayern-Verfolger: Borussia Dortmund gewinnt 3:2 in Leverkusen und übernimmt vom Gegner Platz zwei in der Tabelle. Bayer fordert den Meister wie nur wenige Teams in der Liga.

© REUTERS Vergrößern Umarmung nach harter Arbeit: Die Dortmunder Lukasz Piszczek, Robert Lewandowski (r.) und Jakub Blaszczykowski

Dieses Fußballspiel hatte einen Sieger und viele Gewinner. In einer packenden Partie erreichte Borussia Dortmund auch in der dritten Partie der Bundesliga-Rückrunde die volle Punktzahl, dieses Mal setzte sich der deutsche Meister 3:2 bei Bayer Leverkusen durch. Nach den Toren von Marco Reus (3. Minute) und Jakub Blaszczykowski (9.) schienen die Dortmunder einem glatten Erfolg entgegenzustreben.

Doch auch Bayer Leverkusen trug dazu, dass es ein Spitzenspiel wurde, das diese Bezeichnung von der ersten bis zur letzten Minute verdiente. Ein Doppelschlag von Stefan Reinartz (58./62.) weckte wieder Hoffnung bei der „Werkself“, ehe Robert Lewandowski mit seinem dreizehnten Saisontor postwendend das Siegtor für den BVB schoss (63.). Der Erfolg bringt die Dortmunder dem unangefochtenen Spitzenreiter Bayern München zwar in der Tabelle nicht näher; es bleibt bei einem Abstand von zwölf Punkten. Auf dem Weg zu ihrem erklärten Ziel aber sind die Westfalen aber ein Stück weiter gekommen. Sie verdrängten Leverkusen von Rang zwei.

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Die Dortmunder mussten ohne ihren Stammtorhüter auskommen. Roman Weidenfeller hatte sich ein paar Stunden vor dem Anpfiff wegen eines Infekts krank gemeldet und das Mannschaftshotel verlassen. Auf dem Rasen der BayArena nahmen die in gelb gewandeten BVB-Profis sich gar nicht erst die Zeit, darüber nachzudenken, wie hart der Ausfall ihrer Nummer eins sie treffen könnte in diesem Spitzenspiel. Sie waren zu sehr damit beschäftigt, die Grundlage für einen erfolgreichen Abend zu schaffen.

2:0 nach zehn Minuten

Es waren nicht einmal zehn Minuten gespielt, da führte Dortmund schon mit zwei Toren Vorsprung. Bei winterlichem Schmuddelwetter hatten die Borussen rasch ihre Betriebstemperatur erreicht. Ohne sich von der ersten großen Leverkusener Chance einschüchtern zu lassen, nutzten sie im Gegenzug ihre erste Möglichkeit entschlossen aus. Torjäger Lewandowski führte dem Publikum wieder einmal vor Augen, dass er nicht nur im gegnerischen Strafraum auf Ballhöhe ist. Der polnische Stürmer schickte den Ball genau im richtigen Augenblick aus dem Mittelfeld in Richtung Marco Reus. Der Empfänger nahm die Kugel sofort an und schoss seine Elf in Führung.

23058592 © AP Vergrößern Auf Knien in die Kurve: Robert Lewandowski nach seinem Siegtor gegen Leverkusen

Wenig später schickte Lewandowski sich an, den nächsten Vollstreckungsauftrag selbst auszuführen. Doch Bayer-Torwart Bernd Leno brachte ihn im Strafraum regelwidrig zu Fall, und Schiedsrichter Deniz Aytekin erkannte auf Elfmeter. Blaszczykowski nutzte die Gelegenheit souverän, um den Vorsprung auszubauen. Trotz des frühen und klaren Rückstandes ließen die Leverkusener sich nicht entmutigen. Bei ihren Vorstößen erzeugten sie durchaus Gefahr, aber im Abschluss (oder auf dem Weg dahin) fehlte ihnen der Tick Präzision, den die Dortmunder ihnen im ersten Durchgang voraushatten, so etwa bei einem Flugkopfball von Kießling oder einem Schuss von Schürrle. Langerak und seine Vorderleute hatten also keineswegs einen entspannten Abend.

Bayer blieb am Ball

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Bayer buchstäblich am Ball. In der Pause muss das Trainerteam Lewandowski/Hyypiä die „Werkself“ dazu ermuntert haben, (noch) mehr Angriffslust - und Mut - zu entwickeln als im ersten Durchgang. Das dokumentierte auch die erste Auswechslung. Er flinke Flügelmann Sidney Sam kam für den defensiven Mittelfeldspieler Simon Rolfes ins Spiel - und hätte sich beinahe schon nach zwei Minuten als Torschütze eingeführt, doch Langerak parierte famos. Der BVB-Torhüter rückte mehr und mehr in den Blickpunkt. Gegen Stefan Kießling konnte er den Anschlusstreffer noch verhindern, den Nachschuss von Schürrle wehrte Mats Hummels vor der Linie ab. Aber ein Tor für Bayer lag in der Luft - und es fielen sogar zwei. Stefan Reinartz, ein defensiver Mittelfeldspieler, holte binnen vier Minuten nach, was offensive Facharbeiter wie Kießling und Schürrle versäumt hatten. Erst traf stocherte er die Kugel nach Kießlings Vorlage über die Linie, dann macht er es mit Köpfchen.

Alles schien wieder offen. Aber auch Dortmund zeigte Nehmerqualität. Nur eine Minute nach dem Ausgleich ging der BVB wieder in Führung. Götzes Schuss konnte sich Leno noch in den Weg stellen, doch den im nächsten Versuch beförderte Lewandowski den Ball ins leere Tor. Und es blieb ein famoses Fußballspiel, wohl auch deshalb weil Dortmund die große Chance, den Vorsprung abermals zügig auszubauen, ungenutzt ließ. Nachdem Verteidiger Sebastian Bönisch Lewandowski ungeschickt und unnötig gefoult hatte, bot sich Blaszczykowski abermals die Chance vorm Elfmeterpunkt zu treffen. Der Pole verzögerte den Anlauf, vermochte den Torhüter damit aber nicht zu übertölpeln. Leno wehrte den Strafstoß ab - und hielt Bayer im Spiel. Die Leverkusener versuchten mit Feuereifer, nochmals ausgeglichene Verhältnisse zu schaffen. Die Chance dafür war durchaus gegeben. Doch in der Schlussoffensive fehlte Bayer das Schussglück. Obwohl sie das Spiel und den zweiten Platz verloren hatten, wurden auch die Rheinländer mit viel Beifall in den Feierabend verabschiedet.

Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund 2:3 (0:2)

Bayer Leverkusen: Leno - Carvajal, Wollscheid, Toprak, Boenisch - Bender, Reinartz (87. Milik), Rolfes (46. Sam) - Castro (79. Hegeler), Kießling, Schürrle
Borussia Dortmund: Langerak - Piszczek, Felipe Santana, Hummels, Schmelzer - Gündogan (90.+3 Schieber), Bender - Blaszczykowski (80. Großkreutz), Götze (90. Kehl), Reus - Lewandowski
Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)
Zuschauer: 30 210 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Reus (3.), 0:2 Blaszczykowski (9./Foulelfmeter), 1:2 Reinartz (58.), 2:2 Reinartz (62.), 2:3 Lewandowski (63.)
Besonderes Vorkommnis: Leno (Bayer Leverkusen) hält Foulelfmeter von Blaszczykowski (70.)
Gelbe Karten: Boenisch (4), Carvajal (6), Leno (1), Reinartz (6), Toprak (5) / Langerak (1)

Quelle: FAZ.NET

 
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Veröffentlicht: 03.02.2013, 19:30 Uhr

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