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3:2 gegen Bremen Hamburger Sieg im Nordderby

Der HSV gewinnt das Prestigeduell mit Werder Bremen. Nach dem Sieg die die Hamburger als Tabellenachter die Nummer eins im Norden. Die Bremer beenden das Spiel zu neunt.

© dpa Vergrößern Innige Freude: Die HSV-Torschützen Dennis Aogo und Hyeung-Min Son (r.)

Unterhaltsam und umkämpft sind die großen Nordderbys der Bundesliga fast immer. Hamburger SV gegen Werder Bremen, das bedeutet meist spannenden Fußball, unabhängig vom Tabellenstand. Im Grunde spielten am Sonntagnachmittag ja nur zwei Teams aus dem grauen Mittelfeld gegeneinander. Doch das Duell bezieht seinen Reiz aus der Historie und der Rivalität, auch, wenn der Zehnte gegen den Zwölften spielt. Das, was sich beim umkämpften 3:2-Sieg des HSV gegen Werder dann nämlich zutrug, hatte im zweiten Durchgang Züge eines Spektakels.

Früh war der ersatzgeschwächte SV Werder durch Lukimyas Kopfball in Führung gegangen, Son glich in der 23. Minute nach schöner Einzelleistung aus. Nach der Pause überschlugen sich für zehn Minuten die Ereignisse, als der HSV zunächst durch die Treffer von Aogo und Rudnevs 3:1 vorne lag, ehe Sokratis die Partie durch sein 3:2 in der 54. Minute wieder spannend machte.

Im offenen Schlagabtausch vergaßen beide Abwehrreihen zeitweilig völlig ihre Aufgabe, auf beiden Seiten gab es gute Chancen. Werder beendete die Partie nach der Roten Karte gegen Clemens Fritz (80. Minute) und Arnautovic (90.) zu neunt. Durch diesen achten Saisonsieg, mit dem der HSV wieder an den Europa-League-Plätzen schnuppert, erfüllte sich auch Trainer Thorsten Finks Wunsch. Er hatte in der Woche gesagt: „Ich will auch mal so ein Derby gewinnen.“

Erster Derby-Sieg für Fink

Die vergangenen beiden Aufeinandertreffen mit dem Nordrivalen verlor Fink als Trainer des HSV. Doch Fink hatte so eine Ahnung, dass sich der Trend drehen würde: „Wir sind momentan einfach besser drauf als Werder“, behauptete er und hielt vor allem große Stücke auf Rudnevs. Der Stürmer habe das Zeug, das Derby zu entscheiden, sagte Fink in den Tagen vor dem Spiel. Rudnevs hatte beim 1:1 in Nürnberg getroffen.

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Trotz technischer Schwächen kommt er in Hamburg gut an, weil er rennt und kämpft, als gäbe es kein Morgen. Bremen überraschte mit der Startformation, in der Mehmet Ekici zum ersten Mal in dieser Serie von Beginn an stand. Er machte ein gutes Spiel. Arnautovic besetzte erst Mitte der zweiten Halbzeit die rechte Außenbahn und sorgte gleich durch gute Flanken für Gefahr. Doch nicht nur an ihm wollte Trainer Thomas Schaaf festmachen, dass es eine andere Bremer Mannschaft sein würde als beim 0:5 zum Rückrundenstart gegen Borussia Dortmund: „Wir dürfen den Gegner nicht einfach gewähren lassen. Wenn wir attackieren, wird unser Spiel automatisch besser.“

Hamburger SV - Werder Bremen © dapd Vergrößern Enges Duell: Hamburgs Rafael van der Vaart (l.) und Bremens Clemens Fritz kämpfen um den Ball

Attacke hatte es schon in der Trainingswoche geheißen, als Verteidiger Assani Lukimya am Dienstag bei der Übungseinheit Eljero Elia umgetreten hatte - der musste darauf hin im Krankenhaus untersucht werden. Und während Kollegen wie Kevin De Bruyne sich noch im Training bei Schaaf beschwerten, Lukimya sei doch nicht zum ersten Mal derart ungestüm beim Üben eingestiegen, behauptete Schaaf später, es sei eine unglückliche Aktion gewesen, kein Foul. Wie auch immer - Lukimya stand am Sonntag in der Startelf, wie auch Ignjovski. Der zuletzt formschwache Elia nicht.

Werder gleich voll da

Doch in der ungewohnten Aufstellung war Werder gleich voll da. Und von der Zweikampfschwäche aus dem Dortmund-Spiel war auch wenig zu sehen. Ekics Freistoß flog zunächst am Tor vorbei, den 20-Meter-Schuss des Türken wehrte René Adler im Hamburger Tor ab. Doch nach Ignjovskis hohem Ball in den Strafraum und Lukimyas Hinterkopf-Kopfball war Adler machtlos: der Ball senkte sich ins Hamburger Tor (9. Minute). Jeffrey Bruma, für den in Nürnberg verletzten Michael Mancienne ins Spiel gekommen, verteidigte in dieser Szene ungeschickt.

Die Bremer führten, aber der HSV war nun wach und bestimmte die Partie. Schon in der 23. Minute fiel der Ausgleich. Heung-Min Son vernaschte den Bremer Theodor Gebre Selassie auf der linken Hamburger Angriffsseite und drosch den Ball ins lange Eck. Beim sechsten Saisontreffer des Südkoreaners sah Sebastian Mielitz in Werder-Tor nicht gut aus. Der HSV dominierte die Partie nun und kam zu einigen aussichtsreichen Chancen. Allerdings rappelte sich Werder zum Ende der ersten Halbzeit wieder auf und trug seinen Teil zu diesem umkämpften Nordderby bei.

Hamburger SV - Werder Bremen © dpa Vergrößern So jubeln Sieger: Der HSV mit Anführer van der Vaart

Gleich nach der Pause war dann wieder Hamburg am Drücker und kam schnell zum 2:1 - Dennis Diekmeier lief auf der rechten Seite Kevin de Bruyne weg, in der Mitte bekamen Lukimya und Gebre Selassie den Ball nicht weg: Dennis Aogo profitierte davon und traf mit rechts zur Hamburger Führung. Dem Tor war allerdings ein unabsichtliches, aber entscheidendes Handspiel des Schützen vorangegangen.

Es war das erste Tor Aogos für den HSV in seinem 117. Bundesligaspiel. Wenig später bereitete Aogo den dritten Hamburger Treffer in der nun sehr unterhaltsamen Partie vor; Rudnevs traf in der 52. Minute zum 3:1. Nur zwei Minuten später gelang Sokratis der Anschlusstreffer; sein Ball rutschte unter Adlers Körper ins Tor. Auch wenn Werder am Drücker blieb, hatte der HSV wie schon oft in dieser Saison die Cleverness, den knappen Erfolg über die Zeit zu bringen.

Hamburger SV - Werder Bremen © dapd Vergrößern Ratlos: Werder-Trainer Thomas Schaaf

Hamburger SV - Werder Bremen 3:2 (1:1)

Hamburger SV: Adler - Diekmeier, Bruma, Westermann, Jansen - Badelj - Skelbred (62. Arslan), Aogo - van der Vaart (83. Rincón) - Rudnevs, Son (90. Rajkovic)
Werder Bremen: Mielitz - Gebre Selassie (56. Arnautovic), Lukimya, Sokratis, Schmitz - Fritz, Junuzovic - Ekici (89. Prödl) - de Bruyne, Ignjovski - Petersen
Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)
Zuschauer: 54.758
Tore: 0:1 Lukimya (9.), 1:1 Son (23.), 2:1 Aogo (46.), 3:1 Rudnevs (52.), 3:2 Sokratis (54.)
Gelbe Karten: Adler (4), Rudnevs (2) / Petersen (2)
Gelb-Rote Karten: - / Fritz (80./Foulspiel), Arnautovic
(90.+1/Unsportlichkeit)

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 27.01.2013, 17:32 Uhr

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