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3:1 in Wolfsburg Viel Tempo und ein wenig bayerische Arroganz

06.02.2010 ·  Achter Sieg in Folge: Der FC Bayern ließ sich von Meister Wolfsburg nicht aufhalten. Die Tabellenführung aber verpassten die Münchner trotz des 3:1-Auswärtssiegs knapp. Robben wirbelte in roter Hose, doch Trainer van Gaal war nicht zufrieden.

Von Frank Heike, Wolfsburg
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„Rib“ und „Rob“ hatten an diesem eiskalten Nachmittag jede Menge Spaß. Ihre Gegenspieler weniger. In der ersten Halbzeit erschreckte Robben die Wolfsburger mit seinen Dribblings und einem Tor, im zweiten Durchgang wirbelte Ribéry die Abwehr der Wölfe durcheinander und traf fast: das Endergebnis von 3:1 für den FC Bayern war also zuvorderst „Robbery“ zu verdanken.

Ganz souverän besiegte der mögliche neue den amtierenden deutschen Meister durch die Treffer von Robben (2. Minute), van Buyten (26.) und einem Eigentor von Barzagli (57.). Zudem hielt der Münchner Torwart Butt noch einen Foulelfmeter von Grafite (66.), dem in der Nachspielzeit dann doch noch der Anschlusstreffer gelang. Bayern-Trainer van Gaal zeigte sich trotzdem nicht ganz zufrieden. „Ich finde nicht, dass wir guten Fußball gespielt haben. Wir waren in einigen Szenen zu arrogant“, sagte der Holländer. Dazu Robben: „Wir sind auch nur Menschen.“

Die Bayern finden tatsächlich eine Hose für Robben

Für die Bayern war es der achte Sieg nacheinander. Wolfsburg hat nun neunmal am Stück nicht gewonnen. Deren neuer Trainer Köstner versuchte es gegen die Bayern mit einer offensiven Taktik und sah seine Mannschaft 20 Minuten gut spielen, dann aber in alte Fehler verfallen. Bis zum Schluss versuchte der VfL alles, doch bei der Cleverness des Rekordmeisters hatte man nie das Gefühl, dass noch etwas passieren würde. Die Bayern ließen das Spiel gemütlich austrudeln.

Ja, sie hatten dann doch tatsächlich eine Hose für Robben gefunden. Nachdem seine graue Unterzieh-Turnhose gegen wichtige Statuten verstoßen hatte, lief Robben am Samstag mit roten Beinen (und grünen Schuhen) auf. Kalt genug war es im Wolfsburger Winter, als dass der Niederländer wärmendes Beinkleid brauchte. „Mit Hilfe unseres Ausrüsters“, wie Manager Nerlinger gern erläuterte, hatten die Bayern ihre wertvollsten Spieler regelgerecht ausgestattet: An der Thermohose sollte es bestimmt nicht scheitern.

Aggressiv, mutig und angriffslustig sind die Wolfsburger

Mit lang-rot unter kurz-rot war Robben sofort hellwach und machte da weiter, wo er in Bremen und gegen Mainz aufgehört hatte - einfach atemraubend das Tempo, mit dem die Bayern ihren ersten Angriff des Nachmittags vortrugen: Schweinsteiger spielte den Ball lang auf Müller, der passte in die Mitte, und dort war Robben vor Schäfer am Ball - es waren gerade zwei Minuten gespielt, und die Bayern führten.

Doch der VfL Wolfsburg steckte den frühen Rückstand gut weg. Aggressiv, mutig und angriffslustig waren die Wolfsburger; vor allem das Sturmduo Grafite/Dzeko war zehn Monate nach dem sagenumwobenen 5:1 gegen die Bayern im Meisterjahr ständig in Bewegung. In der zehnten Minute vergab Grafite eine Riesenchance, Dzeko stellte die Bayernabwehr vor manche Probleme. Tempo war drin, Zweikämpfe und Torchancen würzten das Ganze.

Butt hält einen Foulelfmeter - später trifft Grafite doch noch

Ein gutes Spiel. Mit Bayern, die vor Selbstvertrauen strotzten. Die Wolfsburger waren nach einer Bayern-Ecke gedanklich schon auf dem Weg nach vorn, als Olic höher sprang als Madlung und Josué das Abseits aufhob, in dem van Buyten eigentlich gestanden hätte. So aber war der Belgier völlig frei und köpfte zum 2:0 für die Bayern ein.

Der VfL war gezeichnet vom deutlichen Rückstand und erreichte bis zur Pause nichts mehr. Da lief sich Ribéry schon warm für seinen Einsatz, der von Beginn an spektakulär war: der Franzose sprühte vor Spielfreude, als er dann eingewechselt war. In der 57. Minute bedrängte er den Wolfsburger Innenverteidiger Barzagli so vehement, dass dem Italiener kaum etwas anderes übrig blieb, als den Ball ins eigene Tor zu schießen. 3:0 für die Bayern - mag dieser Treffer auch ein Eigentor gewesen sein, 90 Prozent davon hatte Ribéry erwirtschaftet. Dass Butt im Bayern-Tor noch einen Foulelfmeter hielt, passte sehr gut ins Bild. Der Kopfballtreffer von Grafite am Ende störte die Bayern nicht mehr.

VfL Wolfsburg - Bayern München 1:3 (0:2)
Wolfsburg:
Lenz - Riether, Madlung, Barzagli, Schäfer - Josue - Hasebe (61. Pekarik), Gentner - Misimovic (72. Kahlenberg) - Dzeko, Grafite
München: Butt - Lahm, van Buyten, Demichelis, Badstuber - Robben (81. Klose), Schweinsteiger, van Bommel, Müller - Gomez, Olic (46. Ribery)
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Tore: 0:1 Robben (2.), 0:2 van Buyten (26.), 0:3 Barzagli (57., Eigentor), 1:3 Grafite (90.)
Zuschauer: 30.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Hasebe (5), Gentner (3) - Olic, Demichelis (3)
Besonderes Vorkommnis: Butt hält Foulelfmeter von Grafite (66.)

Quelle: FAZ.NET
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