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3:1 in Mönchengladbach Leverkusen nimmt die Verfolgung auf

06.12.2008 ·  Die Rote Laterne hängt nach dem 16. Spieltag in Gladbach. Im abschließenden Hinrunden-Heimspiel verlor die Borussia gegen Leverkusen mit 1:3. Bayer nahm durch den Sieg die Verfolgung des Spitzenduos auf.

Von Peter Hess, Mönchengladbach
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Mit einer atemraubenden Mischung von Naivität und Pech ist Borussia Mönchengladbach am Samstag dem Bundesliga-Abstieg einen Schritt näher gekommen. Bei der 1:3-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen erspielte sich die Mannschaft von Trainer Hans Meyer sieben hochkarätige Torchancen, vermochte aber nur eine zu nutzen.

Die überraschende Offensivstärke ging allerdings mit ungeheuren Lücken in der Abwehr einher, die Leverkusen bis zur 3:0-Führung in der 54. Minute entschlossen nutze. Erst in der Schlussphase passte sich Bayer dem Gladbacher Vorbild an und versäumte es, noch höher zu gewinnen. Der zweifache Torschütze Kießling überragte bei Leverkusen, Marin bei den Mönchengladbachern.

Vier große Tormöglichkeiten für Mönchengladbach

Es war ein Spiel mit vielen Wahrheiten. Dass es den Gladbachern an fußballerischer Qualität fehlt, die durch enormen Einsatz aber insoweit auszugleichen ist, um nicht aus der Bundesliga absteigen zu müssen. Dass Marko Marin als zentraler offensiver Mittelfeldspieler noch viel wertvoller für die Borussia sein kann als auf den Flügeln. Dass Leverkusen über die Konterfähigkeiten einer Spitzenmannschaft verfügt, aber nicht über die Geschlossenheit, um einen Abstiegskandidaten zu kontrollieren. Vor allem aber wurde an diesem trüben Nachmittag im Borussenpark wieder der alte Fußball-Lehrspruch belegt: Wer unten steht, hat Pech, wer oben steht, hat Glück.

Vier große Tormöglichkeiten erkämpften und erspielten sich die Gladbacher alleine in der ersten Halbzeit. Nach 40 Sekunden schon hätte Colautti das 1:0 erzielen können, doch sein Kopfball aus abseitsverdächtiger Position landete am Außenpfosten. In der 22. Minute legte Gohouri den Ball um Zentimeter am Leverkusener Tor vorbei, in der 36. Minute erwischte Nationaltorwart Adler gerade noch einen Kopfball von Friend, und in der 39. Minute rettete Barnetta nach Gohouris Kopfball auf der Torlinie stehend für seinen bereits geschlagenen Torwart Adler. Der Ball schien hinter der Linie gewesen zu sein.

Die Borussia gibt auch nach dem 0:3 nicht auf

Zu diesem Zeitpunkt stand es allerdings schon 2:0 für Bayer. So hartnäckig das Pech die Gladbacher Offensivbemühungen verfolgte, so unbarmherzig schlug es zu, als sie in Rückstand gerieten. Auf Höhe der Mittellinie grätschte Gohouri den Ball zur Seite. Die völlig ungefährliche Situation wurde dadurch dramatisch, dass der Ball gegen das Bein des Kollegen Dorda prallte und von dort genau in den Lauf des lauernden Kießling. Der Leverkusener entschwand und erzielte das 1:0. Auch das 2:0 erzielte Kießling. Nach einem Sololauf von Kadlec musste er den Ball nur noch ins leere Tor schieben. Gohouri hatte mit einem naiven Versuch des Spielaufbaus den Leverkusener Konter eingeleitet.

Als Helmes in der 54. Minute das 3:0 erzielte, glaubten wohl alle im Stadion, das war es nun. Doch Gladbach gab noch nicht auf. A-Jugend-Spieler Jantschke traf in der 61. Minute per Kopf zum 1:3. Und wenn Friend und Bradley in den folgenden Minuten den Nerv gehabt hätten, freistehend vor Adler den Ball am Leverkusener Torwart vorbei und ins Tor zu bringen, die Partie hätte doch noch eine Wende erfahren. So aber überstand Bayer die kritische Phase und spielte in der letzten Viertelstunde erstmals in dieser Partie seine überlegene Klasse richtig aus. Und da hatte Gladbach plötzlich einmal das Glück auf seiner Seite: nicht noch höher zu verlieren.

Borussia Mönchengladbach - Bayer Leverkusen 1:3 (0:2)
Mönchengladbach:
Heimeroth - Levels, Gohouri, Daems, Dorda - Jantschke - Alberman (46. Baumjohann), Paauwe (63. Bradley) - Marin - Colautti, Friend (82. Matmour). - Trainer: Meyer
Leverkusen: Adler - Castro, Friedrich, Henrique, Kadlec - Rolfes - Barnetta, Renato Augusto (86. Hegeler), Dum (67. Djakpa) - Helmes (86. Gekas), Kießling. - Trainer: Labbadia
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Landshut)
Tore: 0:1 Kießling (25.), 0:2 Kießling (37.), 0:3 Helmes (54. ), 1:3 Jantschke (61.)
Zuschauer: 44.161
Gelbe Karten: Paauwe (3), Daems (5), Baumjohann (2) - Kadlec

Quelle: FAZ.NET
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