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3:1 in Köln Hoffenheim holt sich Platz eins zurück

22.11.2008 ·  Während Leverkusen im Bielefelder Schnee ausrutschte, behielt Hoffenheim in Köln den Durchblick - und sprang mit einem 3:1-Sieg zurück an die Spitze. Ba und zweimal Top-Torjäger Ibisevic waren für 1899 erfolgreich, Petit für den FC.

Von Peter Penders, Köln
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Ob das so eine gute Idee mit diesem Motivationsvideo war? Kurz vor Spielbeginn flimmerten in Köln noch einmal die Bilder von jenem 3:1-Erfolg über 1899 Hoffenheim auf dem großen Stadionbildschirm, mit dem der 1.FC Köln vor einem Jahr am 31. Spieltag der zweiten Liga der Erstklassigkeit ein entscheidendes Stück näher gekommen war.

Hier ist nichts zu holen für euch - das sollte diese Einlage wohl den Hoffenheimern suggerieren, für die der 1. FC Köln bislang so etwas wie ein Angstgegner gewesen war. Vor sechs Jahren hatte es ein 1:5 im Pokal gegeben, und auch im vergangenen Jahr gingen beide Partien gegen die Rheinländer verloren. Verdrängt und vergessen: Am Samstag gewannen die Hoffenheimer 3:1. „Die Jungs haben gezeigt, dass sie sich im Vergleich zum Spiel vor fünf Monaten weiterentwickelt haben“, sagte der Hoffenheimer Trainer Ralf Rangnick.

„Von der Einstellung her war ich mit meiner Mannschaft zufrieden“

Aber wer würde den Bundesliga-Neuling schon ernsthaft mit der Mannschaft vergleichen, die er einmal gewesen ist? Das zwar die meisten Spieler aus der vergangenen Saison noch dabei sind und trotzdem ein ganz anderes Team auf dem Rasen steht, wurde auch in Köln von Beginn an deutlich. Hoffenheim dominierte trotz des Ausfalls von Obasi die Partie von Beginn an.

„Wir müssen die Durchschlagskraft und die Passgenauigkeit erhöhen“, sagte Trainer Christoph Daum aus Kölner Sicht. „Von der Einstellung her war ich mit dem Spiel meiner Mannschaft zufrieden.“ Viel mehr als Kampf konnte der 1. FC im Treffen zweier Aufsteiger nicht entgegensetzen, und selbst das scheint die spielerisch so veranlagten Hoffenheimer nicht mehr besonders zu beeindrucken. Halbwegs gefährlich wurde Köln zunächst nur, wenn der Ball mal bis zu Novakovic durchkam.

McKenna sieht glatt Rot, Gustavo wenig später Gelb-Rot

In der 26. Minute allerdings hätte das beinahe gereicht - der Kölner Alleinunterhalter im Angriff traf aus 20 Metern nur den Pfosten. Den besseren Fußball spielte der andere Aufsteiger, und der lag zur Pause verdient vorne. Demba Ba hatte in der 33. Minute das 1:0 aus sechs Metern erzielt, als die in dieser Saison stabile Kölner Innenverteidigung mit Mohamad und Geromel für einen Moment den Überblick verloren hatte.

Trotz der Kälte ging es zu Beginn der zweiten Halbzeit hitzig zur Sache. Zunächst sah der Kölner McKenna für sein rabiates Einsteigen gegen Salihovic die Rote Karte (52.), aber nur drei Minuten später war dieser Vorteil für Hoffenheim schon Vergangenheit, weil Gustavo mit Gelb-Rot von Platz musste. Beide Entscheidungen waren vertretbar, aber die Zeit, die sich SchiedsrichterAytekin dabei in seinem vierten Bundesliga-Spiel ließ, verrieten Unsicherheit.

„Vielleicht haben wir uns heute auch etwas wegputzen lassen“

Am Geschehen auf dem Platz änderte diese Episode nichts. Hoffenheim blieb besser und führte nach 67 Minuten durch Ibisevic 2:0. Sein 15. Saisontreffer fiel ihm leicht: Freigespielt von Salihovic, musste er den Ball nur noch ins leere Tor schieben. Fußball aber bleibt unberechenbar - und ein Fehlerspiel. Ehe sich die Hoffenheimer Profis in der 79. Minute entscheiden konnten, eine Abwehrmauer zu bilden, hatte Petit den Freistoß schon geschossen und Demba Ba den Ball zum 1:2 in eigene Tor abgefälscht.

Plötzlich drängte der 1. FC Köln, aber Ibisevic kann auch die schweren Tore: Drei Minuten vor dem Ende nutzte er einen Konter per Alleingang zum 3:1. Und vom ehemaligen Angstgegner fahren die Hoffenheimer so als Tabellenführer der Bundesliga nach Hause. „Vielleicht haben wir uns heute auch etwas wegputzen lassen“, sagte der Kölner Trainer Daum. „Denn die Foulquote bei Hoffenheim war höher.“

1. FC Köln - 1899 Hoffenheim 1:3 (0:1)
Köln:
Mondragon - McKenna, Geromel, Mohamad, Wome - Pezzoni, Petit - Vucicevic (62. Sanou), Antar (69. Matip), Chihi (62. Radu) - Novakovic. - Trainer: Daum
Hoffenheim: Haas - Janker (90.+1 Nilsson), Jaissle, Compper, Löw - Weis (84. Teber), Luiz Gustavo, Salihovic, Carlos Eduardo (71. Vorsah) - Ibisevic, Ba. - Trainer: Rangnick
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Nürnberg)
Tore: 0:1 Ba (32.), 0:2 Ibisevic (67.), 1:2 Petit (78.), 1:3 Ibisevic (88.)
Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)
Rote Karte: McKenna wegen groben Foulspiels (52.)
Gelb-Rote Karte: Luiz Gustavo wegen wiederholten Foulspiels (55.)
Gelbe Karten: Mohamad (3), Mondragon (3), Antar (3) - Löw, Jaissle (3), Salihovic (5)

Quelle: FAZ.NET
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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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