29.10.2008 · Die TSG Hoffenheim lässt sich nicht aufhalten: auch wenn in der ersten Hälfte gegen Bochum wenig gelang, hatte die Mannschaft beim Schlusspfiff den nächsten überzeugenden Sieg eingefahren. Die hochgelobte Offensivabteilung drehte das Spiel.
Von Richard Leipold, BochumBochum gegen Hoffenheim: dieser Partie hätte vor ein paar Wochen noch der strenge Geruch des Abstiegkampfes angehaftet. Inzwischen setzt die TSG 1899 Hoffenheim viel weiter oben ihre Duftmarken, zuletzt sogar ganz oben an der Spitze der Bundesligatabelle. Dort steht der Aufsteiger auch nach der zehnten Runde.
Beim 3:1 in Bochum fand der goldene Hoffenheimer Oktober einen runden Abschluss. Dank der Tore von Demba Ba (64. Minute), Vedad Ibisevic (70.) und Carlos Eduardo (71.) bei einem Gegentreffer von Dennis Grote (3.) zog Hoffenheim wieder an Bayer Leverkusen vorbei, das nach einem Sieg in Bremen für 24 Stunden die Tabellenspitze eingenommen hatte.
Grote trifft früh
Beflügelt von dem furiosen 3:0 über den Hamburger SV ging Hoffenheim auch in dieses Auswärtsspiel als Favorit, zumal gegen eine Mannschaft, die von den ersten neun Bundesliga-Begegnungen dieser Saison nur eine gewonnen hatte. Also warnte Trainer Ralf Rangnick seine Spieler davor, eine Mannschaft wie Bochum zu unterschätzen. „Man muss jeden Gegner ernst nehmen.“ Der VfL werde voller Inbrunst danach trachten, den Spitzenreiter zu schlagen, „wir müssen dagegenhalten“, hatte der fünfzig Jahre alte Fußball-Lehrer vorher gesagt. Seine Warnung erwies sich durchaus als berechtigt, zumindest mit Blick auf die erste Halbzeit.
Ehe Rangnicks Gefolgsleute sich versahen, lagen sie auch schon zurück. Der Bochumer Mittelfeldspieler Dennis Grote, von seinem Vereinstrainer Koller lange ignoriert, fasste sich ein Herz und erzielte mit einem präzisen Schuss aus fünfzehn Metern den frühen Führungstreffer. Welch ein Auftakt, zumal hervorgerufen durch einen Spieler, der zum ersten Mal nach einem Jahr wieder der Startelf des VfL angehörte.
In der ersten Halbzeit hat Hoffenheim nur zwei Chancen
Die Hoffenheimer pflegen sich durch Rückstände aber nicht einschüchtern zu lassen. Auch in Bochum lebten sie mit mutigen und gefälligen Spielzügen ihre Angriffslust aus. Der Aufsteiger zeigte sich technisch beschlagener und drängte die Heimelf zumeist in die Defensive. Allerdings blieb es längere Zeit bei torloser Kunst. Der Aufwand führte in der ersten Hälfe nur zu zwei Chancen, die Ibisevic und Obasi vergaben. Der VfL deutete bei vereinzelten Vorstößen sogar Torgefahr an. Im Abschluss fehlte Bochum allerdings die letzte Konsequenz - und vor allem ihr bester Stürmer Stanislav Sestak, der wegen einer Zehenverletzung mehrere Wochen lang ausfällt.
Auch nach der Pause suchten die Hoffenheimer mit gediegenem Fußball nach einem Lösungsweg; er führte sie aber zunächst selten so nah ans gegnerische Tor wie bei Marvin Comppers Versuch nach gut einer Stunde. Doch die Männer aus dem Kraichgau ließen sich nicht beirren, übten weiter Druck aus und belohnten sich schließlich mit dem Ausgleich für ihre Geduld. Demba Ba drückte eine Flanke von Carlos Eduardo zum 1:1 über die Linie.
Ibisevic trifft zum elften Mal in dieser Saison
Dann gewann die Hoffenheimer Torproduktion doch noch an Fahrt. Binnen kurzer Zeit schuf die TSG klare Verhältnisse. Nach einem Foul von Grote an Beck erkannte Schiedsrichter Gagelmann auf Strafstoß. Torjäger Vedad Ibisevic nutzte den Elfmeter zu seinem elften Saisontor. Nur eine Minute später baute Eduardo den frischen Vorsprung entscheidend zum 3:1 aus.
In der Schlussphase hatten die Bochumer dem überlegenen Gegner nichts mehr entgegenzusetzen, zumal sie die letzte Viertelstunde in Unterzahl bestreiten mussten. Mittelfeldspieler Christoph Dabrowski wurde wegen wiederholten Foulspiels mit der Gelb-Roten Karte des Feldes verwiesen. So fiel es dem Favoriten nicht sonderlich schwer, den Sieg routiniert über die Zeit zu bringen. Während Hoffenheim weiter die Höhenluft genießt, herrschte unter den Bochumer Anhängern nach dem Sturz auf einen Relegationsplatz wieder einmal Reizklima. Die einen riefen „Koller raus“, andere stärkten dem Trainer den Rücken.
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |