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3:1 in Augsburg Dortmunder Pflichtsieg

Nach den Gala-Auftritten gegen Real Madrid besteht Borussia Dortmund auch die Pflichtaufgabe in der Liga. Reus und Doppel-Torschütze Lewandowski führen den deutschen Meister zum Sieg in Augsburg.

© dpa Vergrößern Keine Chance: Gegen Dortmunds Mario Götze waren die Augsburger - mit Ragnar Klavan (l.) - hoffnungslos unterlegen

Das schien ein schwieriger Spagat zwischen Feiertag und Alltag werden zu können, den Borussia Dortmund da in Augsburg zu bewältigen hatte. Gerade noch mit Lobeshymnen nach dem 2:2 bei Real Madrid überschüttet – und schon war es drei Tage später zum Tabellenletzten der Bundesliga gegangen. Dort erlebten die Augsburger Zuschauer ein Spiel, wie man es in der Bundesliga schon so oft kurz nach Gala-Auftritten eines Champions-League-Teilnehmers gesehen hat. Für den Außenseiter wäre durchaus etwas möglich gewesen, aber der Favorit entledigte sich seiner Aufgabe mit großer Effizienz. Marco Reus sorgte für die frühe Führung (9. Minute), danach durfte Augsburg lange am Ausgleich schnuppern, wurde gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit durch Robert Lewandowski wieder kalt erwischt (51.), der Pole traf noch ein zweites Mal (70,), ehe Sascha Mölders für Augsburg der Treffer (81.) zum 1:3-Endstand gelang.

Borussia Dortmund's Reus, Goetze and Lewandowski celebrate goal during German Bundesliga soccer match against Augsburg in Augsburg © REUTERS Vergrößern Gute Laune: Götze, Lewandowski und Reus (v.l.) haben auch in Augsburg großen Spaß

Peter Penders Folgen:  

Rund 19 Millionen Euro waren der Dortmunder Borussia die Dienste von Reus vor der Saison wert. Dafür haben die Westfalen nicht nur einen Stürmer mit einem von allen Gegnern gefürchteten Antritt bekommen – sondern auch einen Meister des ruhenden Balls. Die Freistoßchance des Nationalspielers von der linken Strafraumkante sah nicht besonders groß aus, aber Reus löste diese Aufgabe mit ganzer Klasse und schlenzte den Ball in den rechten Torwinkel zur Führung des Meisters (9.). Da schien schnell alles nach Plan zu laufen, aber so einfach funktioniert Fußball nicht immer. Der FC Augsburg weigerte sich in der Folge, in die Rolle des chancenlosen Außenseiters einzuwilligen. „Wir dürfen uns nicht auf die schlechte Chancenauswertung der Augsburger verlassen“, hatte BVB-Trainer Jürgen Klopp vor der Partie gesagt – und irrte sich: Darauf war Verlass. Matthias Ostrzolek (11.) gab BVB-Torwart Roman Weidenfeller die Gelegenheit zu einer Flugeinlage, und kurz darauf war es Torsten Oehrl, der das ganze Augsburger Dilemma präsentierte.

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Nach einem Fehlpass von Felipe Santana, der anstelle des geschonten Neben Subotic den Platz neben Mats Hummels in der Innenverteidigung der Borussia einnehmen durfte, kam der Augsburger Stürmer aus elf Metern frei zum Schuss – und drosch den Ball weit über das Tor. Auch bei Oehrls nächsten Versuch (35.) hätte Weidenfeller sicher nicht eingreifen können, doch der Ball strich knapp am Winkel des BVB-Gehäuses vorbei. Mit dem Spiel seiner Vorderleute war Weidenfeller offensichtlich nicht zufrieden – gleich zweimal lief er für einen lebhaften Gedankenaustausch zu Klopp an die Seitenlinie. Auch im Spiel blieb er aufmerksam und parierte so den Schuss von Daniel Baier aus spitzem Winkel überaus sehenswert. Im Gegenzug hätte die erste Halbzeit dagegen fast noch bitter für die emsigen Augsburger geendet, als die Borussia eine ihrer vielen Kontermöglichkeiten tatsächlich einmal zu Ende spielte und Mario Götze aus zwölf Metern den Pfosten traf.

Germany Soccer Bundesliga © dapd Vergrößern Technisch überlegen: Torschütze Lewandowski (r.) setzt sich gegen Augsburgs Langkamp durch

Die Augsburger Hoffnungen, dass die Borussia nach der Pause vielleicht irgendwann müde werden könnte, waren in der zweiten Halbzeit schnell dahin. Der bis dahin wirkungslose Lewandowski, von Götze im Strafraum frei gespielt, stocherte bei erster Gelegenheit den Ball am Augsburger Torwart Simon Jentzsch vorbei. Nach 51 Minuten waren die Verhältnisse so geklärt, zumal sich der FC Augsburg treu blieb. Der eingewechselte Knowledge Musona vergab die große Chance zum Anschlusstreffer, als er mit seinem Nachschuss den Pfosten traf (61.).

Auch die Dortmunder neigen mitunter dazu, großzügig mit ihren Möglichkeiten umzugehen – zum Leidwesen der Augsburger aber nicht an diesem Tag. Lewandowski nutzte im Zusammenspiel mit Reus auch seine nächste Gelegenheit (70.) zum 0:3. Und was durchaus ein unangenehmer Nachmittag für den Meister hätten werden können, wurde so am Ende eine nervenschonende Angelegenheit. Daran änderte auch das 1:3 durch Mölders in der 82. Minute nichts mehr. Es war der erste Augsburger Treffer nach zuvor 370 torlosen Minuten. Dass Mölders aber gleich in seinem ersten Spiel nach seinem Knöchelbruch wieder traf, war zumindest eine gute Nachricht für die Schwaben an

FC Augsburg - Borussia Dortmund 1:3 (0:1)

FC Augsburg: Jentzsch - Callsen-Bracker, Langkamp, Klavan, Ostrzolek - Vogt (84. Bancé), Ottl - Koo, Baier, Werner (60. Musona) - Oehrl (69. Mölders)
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Felipe Santana, Hummels, Schmelzer - Bender, Gündogan - Großkreutz, Götze (76. Leitner), Reus (85. Kirch) - Lewandowski (74. Schieber) Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 30 660 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Reus (9.), 0:2 Lewandowski (51.), 0:3 Lewandowski (70.), 1:3 Mölders (81.)
Gelbe Karten: Langkamp (2), Vogt (4) / Bender (1), Weidenfeller (1)

Quelle: FAZ.NET

 
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Veröffentlicht: 10.11.2012, 17:50 Uhr

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