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3:1 gegen Hannover Dortmund spielt 17 und 4

Komfortabler Vorsprung dank eines bisweilen knappen Siegs: Borussia Dortmund baut gegen gefährliche Niedersachsen die Tabellenführung aus. Vor allem Dortmunds Offensive begeistert.

© dpa Vergrößern Erst Knall, dann Fall: Lewandowski (m.) schießt Dortmund in Führung, Zieler ist platt

Der FC Bayern hatte mit dem Sieg über Schalke am Nachmittag vorgelegt und damit auch in Dortmund die Grundlage für Spannung am sogenannten Supersonntag gelegt. Der Bundesliga-Tabellenführer hielt dem Druck jedoch stand und konterte den Angriff aus München mit einem 3:1 über Hannover 96. Mit dem siebten Sieg nacheinander und dem 17. Bundesligaspiel ohne Niederlage hält der BVB die Bayern weiter auf Abstand und behauptet mit vier Punkten Vorsprung die Spitzenposition.

Vor mehr als 80.000 Zuschauern waren die Seriendarsteller der Fußball-Bundesliga unter sich: Hannover hatte neunmal nacheinander nicht verloren, Dortmund war sogar seit sechzehn Spielen ungeschlagen. Die Serie der Sechsundneunziger fand ihr Ende, weil der Tabellen-Siebte erst nach den beiden Toren des Dortmunder Stürmers Robert Lewandowski (27./54.) mit Nachdruck seine Chance suchte. Mehr als der Anschlusstreffer des Einwechselspielers Didier Ya Konan (60.) gelang ihnen aber nicht mehr. Ivan Perisic machte in der Nachspielzeit alles klar.

Auf der Nase läufts: Bender muss nach Dioufs Tritt verletzt vom Feld © dapd Vergrößern Auf der Nase läufts: Bender muss nach Dioufs Tritt verletzt vom Feld

Der BVB wollte unbedingt verhindern, dass sich ein Kreis schließt. Die letzte Bundesligamannschaft, der es gelungen war, Dortmund zu besiegen, war Hannover 96 gewesen, am 18. September des vergangenen Jahres. Seitdem hatte Dortmund in keinem einzigen Ligaspiel mehr als ein Gegentor zugelassen.

Auf der anderen Seite hatte Hannover allen Grund, selbstbewusst aufzutreten. Drei Tage zuvor waren die Niedersachsen zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ins Achtelfinale der Europa League eingezogen. Die Dortmunder waren also in verschiedener Hinsicht gewarnt.

Polnische Co-Produktionen

Also begannen sie offensiv, aber keineswegs übereifrig. Es dauerte eine Viertelstunde, bis im Strafraum der Hannoveraner zum ersten Mal Unruhe aufkam. Die 96-Abwehr bekam einen scheinbar harmlosen Freistoß nicht unter Kontrolle, aber auch der Lewandowski geriet zu stark ins Rutschen, als dass er die unverhoffte Chance hätte nutzen können. Während Hannover wenig Angriffslust zeigte, wurden die Borussen bei ihren Vorstößen allmählich energischer und erhöhten auch die Taktung ihrer Angriffe.

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Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, wann das erste Tor fallen würde. Bei seiner zweiten Chance wirkte Lewandowski wacher als zuvor. Der polnische Nationalstürmer nahm einen präzisen Pass seines Landsmannes Piszczek geschickt an, lief zielstrebig in den Strafraum und vollendete mit einem wuchtigen Schuss zum 1:0 - sein fünfzehntes Saisontor und eine lupenreine polnische Co-Produktion - eingeleitet hatte den Angriff Jakub Blaszczykowski, der Dritte im Bunde der Borussen.

Mit der Führung im Rücken entwickelte die Heimelf noch mehr Dynamik und hätte den Vorsprung vor der Pause ausbauen können. Schmelzer vermochte Kagawas präzise Vorarbeit nicht zu veredeln, Lewandowski traf erst den Pfosten, und Blaszczykowski konnte sich offenbar nicht recht entscheiden, als er kurz vor dem Halbzeitpfiff die Wahl hatte, ob er aufs Tor schießen oder flanken sollte.

Gelb wurde zur Modefarbe der zweiten Hälfte

Neben dem Vorsprung ihrer Mannschaft dürfte die große Dortmunder Mehrheit unter den 80.000 Zuschauern vor allem die Rückkehr Kagawas erfreut haben. Der Japaner hatte einen Anriss des Außenbandes schneller überstanden als allgemein erwartet worden war. Aber die Borussen hatten auch einen personellen Rückschlag verkraften. Sven Bender, laufstarke Ordnungskraft im defensiven Mittelfeld, musste schon in der 8. Minute verletzt (gegen Ilkay Gündogan) ausgewechselt werden. Gegenspieler Diouf hatte ihn mit dem Fuß am Kopf getroffen. Benders Auge war danach zugeschwollen wie bei einem Boxer.

Den Kopf und Überblick haben die Dortmunder auch ohne ihn nicht verloren. Dafür sorgte schon die Dortmunder Polen Connection. Auch das zweite Tor ging auf ihr Konto. Diesmal setzte Piszczek seinen Kompagnon auf der rechten Seite, Blaszczykowski, der Mittelfeldspieler ließ Eggimann stehen, mit Übersicht zurück an die Fünfmeterlinie; dort stand Lewandowski bereit und erledigte den Vollstreckungsauftrag ohne große Mühe.

Doch damit war noch nicht alles klar. Wie aus dem Nichts tauchte plötzlich Didier Ya Konan im Dortmunder Strafraum auf. Gerade erst für Schlaudraff eingewechselt, nutzte der Stürmer seinen ersten Ballkontakt zum Anschlusstor. Die Auseinandersetzung wurde nicht nur offener, sondern auch hektischer und giftiger, aufgrund einer Fülle Gelber Karten bekam die Partie buchstäblich Farbe. Hannover kam dem Ausgleich näher, vermochte aber letztlich nichts mehr auszurichten, sondern musste in der Nachspielzeit ein weiteres Gegentor hinnehmen.

Borussia Dortmund - Hannover 96 3:1 (1:0)

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender (8. Gündogan), Kehl - Blaszczykowski, Kagawa (87. Perisic), Großkreutz - Lewandowski (77. Barrios)
Hannover 96: Zieler - Cherundolo, Eggimann, Pogatetz, Schulz - Pinto (76. Stoppelkamp), Schmiedebach, Stindl - Schlaudraff (59. Rausch) - Diouf, Abdellaoue (59. Ya Konan)
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 80.720 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Lewandowski (27.), 2:0 Lewandowski (54.), 2:1 Ya Konan (60.), 3:1 Perisic (90.+2)
Gelbe Karten: Gündogan (2), Kehl (5), Schmelzer (3) / Diouf (1), Schmiedebach (6), Stindl (7), Ya Konan (2)

Quelle: FAZ.NET

 
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Veröffentlicht: 26.02.2012, 19:35 Uhr

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