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3:1 gegen Bochum Die Münchner Feiertage beginnen

01.05.2010 ·  Einst war es Gerd Müller, nun schießt Thomas Müller den FC Bayern zu Erfolgen: Der Jung-Nationalspieler trifft beim 3:1 gegen Bochum dreimal. Durch die Schalker Niederlage ist den Münchnern die 22. Meisterschaft kaum mehr zu nehmen.

Von Elisabeth Schlammerl, München
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Es dauerte, bis der künftige deutsche Meister so richtig in Partylaune kam. Auf dem Rasen verhielt sich der FC Bayern München nach dem 3:1-Sieg gegen den VfL Bochum erst noch etwas verhalten. Die Stimmung stieg, als das Endergebnis aus Schalke auf der Anzeigentafel erschien. Und in der Kabine ging es dann richtig rund. „Da wurde gefeiert, gesprungen, getanzt und gesungen“, sagte Arjen Robben. Der Verlauf der spontanen Meisterparty war durchaus ein Abbild der Saison. Auch da hat der FC Bayern verhalten begonnen und sich im Laufe der Monate rasant gesteigert.

Trocken blieb am Samstag keiner aus dem Münchner Ensemble, dafür sorgte vor allem Bastian Schweinsteiger, der mit dem eilig bereit gestellten Champagner wild um sich spritzte, auch nicht halt machte vor den Chefs. Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß gerieten ebenso ins Visier wie der Trainer. Louis van Gaal, so war zu hören, soll ziemlich verdutzt gewesen sein, dass ein Spieler ihn so respektlos nass machen wollte.

Schweinsteiger versuchte später, sich reinzuwaschen. „Mark van Bommel war der Übeltäter, nicht ich.“ Der Holländer dürfte beiden jedenfalls schnell vergeben. Zumal er später bekannte: „Ich bin ein Feierbiest.“ Immerhin hat die Mannschaft am Samstag den ersten von drei möglichen Titeln eingefahren. „Dieser erste Titel“, sagte Kapitän van Bommel, „hilft uns beim Versuch, auch den zweiten und dritten zu gewinnen. Der Druck ist ein bisschen weg.“ Für Robben ist die Meisterschaft der Auftakt vor dem Duell um den Pokalsieg gegen Bremen am 15. Mai und eine Woche später um die Champions-League-Trophäe gegen Inter Mailand. „Das sind zwei Finals zum Genießen.“

„Das ist ein phantastisches Gefühl und für mich ein Traum“

In der Bundesliga führt der FC Bayern vor dem letzten Spieltag nun mit drei Punkten und der um 17 Treffer besseren Tordifferenz. Es müsste schon ein größeres Wunder geschehen, um am kommenden Samstag ohne Schale aus Berlin zurückzukehren. „Wenn wir das noch verlieren, wäre es ein Eintrag in die Geschichtsbücher“, sagte Thomas Müller, der drei Tore erzielte: „Das ist ein phantastisches Gefühl und für mich persönlich ein Traum. Wir haben mit der Meisterschaft unser großes Ziel erreicht - jetzt kommt die Kür.“

Die Bayern, die in neuen, rot-weiß gestreiften Trikots antraten, hatten in den vergangenen Wochen fast alles richtig gemacht und nahmen den Schwung aus der Champions League mit. „Wir sind hungrig“, hatte van Bommel nach dem Triumph von Lyon gesagt, und das ließen die Bayern die Schalker im Fernduell um den Titel von der ersten Minute an spüren. Sie agierten zielstrebig und überzeugten mit glänzenden Spielzügen, ließen jedoch die Effektivität zunächst vermissen.

Müller brach dann in der 18. Minute mit seinem Tor zum 1:o den Bann. Nur zwei Minuten später gelang ihm auch der zweite Münchner Treffer. Er vollendete - dieses Mal per Kopf - eine glänzende Kombination von Robben, über Lahm zu Ribéry. Der Franzose, der noch hofft, vielleicht doch im Champions-League-Finale am 22. Mai dabei sein zu können, bot nach der Zwangspause in Lyon eine glänzende Leistung.

„Die Meisterschaft ist der wichtigste Titel. Den haben wir“

Der FC Bayern bot auch nach der Pause nicht mehr höchsten Tempofußball, das war auch gar nicht notwendig, denn der Gegner wusste sich kaum zu wehren. Auch mit reduziertem Aufwand kamen die Münchner noch zu glänzenden Chancen. Eine nutzte Müller in der 69. Minute zum 3:0. Kurz darauf nahm ihn van Gaal aus dem Spiel, brachte dafür Miroslav Klose.

Aber zu diesem Zeitpunkt waren die Fans nicht nur wegen des Ergebnisses der Bayern in der Arena längst schon außer Rand und Band. In der 56. Minute hatte auf der Tribüne die Nachricht von der Bremer Führung bei Schalke die Runde gemacht, und kurzfristig feierten die Zuschauer die Münchner Mannschaft frenetisch. Acht Minuten später fiel in Gelsenkirchen das zweite Bremer Tor. Die Bayern versuchten, die Partie konzentriert zu Ende zu spielen, aber in der 85. Minute gelang Bochum per Freistoß durch Christian Fuchs noch das 1:3.

Da war der künftige Meister mit dem Gedanken vielleicht doch schon bei der ersten Titelfeier. Und Trainer van Gaal war mächtig stolz - auch auf sich: „Der Vorstand hat schon vor einem Jahr gesagt, dass dies der wichtigste Titel ist. Den haben wir jetzt erreicht. Ich bin sehr stolz. Für mich hat das einen sehr großen Wert. Ich denke nicht, dass es viele Trainer in Europa gibt, die in drei Ländern Meister geworden sind.“

Bayern München - VfL Bochum 3:1 (2:0)
München:
Butt - Lahm, Demichelis, Badstuber, Contento - van Bommel, Schweinsteiger (84. Timoschtschuk) - Robben, Ribery - Müller (71. Klose), Olic (79. Gomez). - Trainer: van Gaal
Bochum: Heerwagen - Concha (27. Yahia), Maltritz, Mavraj, Bönig - Freier (60. Holtby), Maric, Azaouagh, Fuchs - Sestak (54. Hashemian), Dedic. - Trainer: Wosz
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Tore: 1:0 Müller (18.), 2:0 Müller (20.), 3:0 Müller (69.), 3:1 Fuchs (85.)
Zuschauer: 69.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Demichelis (5), van Bommel (10/1)

Quelle: FAZ.NET
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