Home
http://www.faz.net/-gtn-111jg
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

3:1 gegen Bielefeld Bayern quälen sich zum Pflichtsieg

 ·  Die alten Bayern sind wieder da: Ohne jeden Glanz mühten sich die Münchner zum 3:1-Sieg gegen Bielefeld. Lukas Podolski durfte sich zwar über ein Tor freuen, aufgrund seiner Nichtberücksichtigung zu Beginn des Spiels muss er sich aber noch ernstere Gedanken machen als zuvor.

Artikel Bilder (7) Lesermeinungen (1)

Eigentlich ist Franck Ribery nicht in erster Linie fürs Toreschießen zuständig beim FC Bayern München, aber notfalls übernimmt der Fußballkünstler eben auch das noch. Dieses Mal erzielte der Franzose die lang ersehnte Führung und traf damit im dritten Spiel hintereinander.

Mit dem 3:1-Sieg am Samstag gegen Arminia Bielfeld kam der Meister seinem Ziel näher, an Weihnachten die Bundesligatabelle wieder anzuführen. Aber nicht alle dürften sich an diesem Samstag uneingeschränkt gefreut haben. Denn für Lukas Podolski begann der Arbeitstag mit einer herben Enttäuschung. Er hat beim FC Bayern schon einiges erlebt, dass er aber gegen Bielefeld nicht zur Anfangsformation zählte, sondern wieder nur eingewechselt wurde, dürfte der Nationalstürmer als bisher deutlichste Ohrfeige in seiner Münchner Karriere empfunden haben.

Tiefschlag für Podolski

Solange Luca Toni wegen einer lädieren Rippe fehlt, sollte Podolski eigentlich neben Klose im Sturm gesetzt sein. Der Verweis auf die Ersatzbank war ein deutliches Zeichen, dass die Karriere des ehemaligen Kölners in München wohl nicht mehr allzu lange dauern wird. „Bei allen Dingen, die ich in den letzten vier Monaten beobachtet habe, kommt er nicht an Toni und Klose vorbei“, hatte der Bayern-Trainer schon am Freitag wissen lassen, dass er mit der Leistung seines dritten Stürmers weder im Spiel noch im Training zufrieden ist.

Vermutlich zu diesem Zeitpunkt war schon die Entscheidung gereift, es ohne Podolski zu versuchen - und damit ohne echte zweite Spitze. Franck Ribery, Bastian Schweinsteiger und Tim Borowski agierten dafür offensiver und übernahmen zusätzliche Offensivaufgaben.

Bayern anfangs zu lässig

Die Bayern schienen nicht viel gelernt zu haben aus den letzten beiden Partien gegen Wolfsburg und Frankfurt. Sie dominierten das Spiel, versprühten aber keinen Esprit, agierten manchmal beinahe aufreizend lässig und ließen den nötigen Druck nach vorne vermissen. Die spielerisch limitierten Ostwestfalen fanden kaum einmal den Weg in die gegnerische Hälfe, mühten sich dafür, die Münchner früh zu attackieren. Eine der wenigen Szenen, in denen der FC Bayern entschlossen handelte, führte prompt zum 1:0.

Nach Riberys Freistoß setzte Schweinsteiger per Distanzschuss nach, der Abpraller landete bei Klose, und der Nationalstürmer erzielte in der 25. Minue wieder einmal den ersten Münchner Treffer.

Demichelis verschenkt Führung

Nachdem die Bayern in den letzten beiden Bundesligaspielen jeweils einem Rückstand hinterher gelaufen waren, befanden sie sich nun in der formidablen Lage einer frühen Führung. Aber sie wussten damit nicht viel anzufangen. Martin Demichelis verschuldete nur fünf Minuten später - wie gegen Wolfsburg - einen Foulelfmeter, als er Robert Tesche zu Fall brachte.

Kapitän Artur Wichniarek nutzt das freundliche Geschenk zum 1:1. Zuvor hatten die Bielefelder gerade einmal einen Schuss auf das Tor von Michael Rensing abgegeben.

Podolski durfte doch noch ran

Zunächst blieb die Reaktion der Münchner aus, erst in der zweiten Hälfte setzten sie alles daran, auch das vierte Bundesligaspiel hintereinander zu gewinnen. Podolski durfte nun mithelfen, er kam nach der Pause als zusätzlicher Offensivspieler für Andreas Ottl.

Zum ersten Mal fiel er auf, als er in der 61. Minute aus kurzer Distanz das Tor nicht traf, zum zweiten Mal, als er nach langen Pass von Klose seine Schnelligkeit auf der linken Seite ausspielte, den Ball anschließend in die Mitte zu Ribery flankte. Der Franzose bescherte seiner Mannschaft den langersehnten und verdienten Führungstreffer.

Die Münchner hatten bis dahin den Bielefelder Torhüter Dennis Eilhoff kaum eine Verschnaufpause gegönnt, ließen allerdings beste Chancen ungenutzt. Für Bielefeld kam es am Ende noch schlimmer: Zuerst sah Robert Tesche die Gelb-Rote Karte (83.), kurz darauf foulte Kauf im Strafraum Ribery. Zum fälligen Strafstoß durfte Podolski antreten. Sein Treffer zum 3:1 (84.) war für den Stürmer aber wahrscheinlich nur ein kleiner Trost.

Bayern München - Arminia Bielefeld 3:1 (1:1)

München: Rensing - Lell, Lucio, Ze Roberto, Demichelis - Ottl (46. Kroos), van Bommel - Schweinsteiger (46. Podolski), Borowski, Ribery (86. Sosa) - Klose. - Trainer: Klinsmann
Bielefeld: Eilhoff - Fischer (71. Kauf), Herzig, Bollmann, Schuler (66. Rau) - Kucera - Katongo, Marx (81. Aigner), Tesche, Kamper - Wichniarek. - Trainer: Frontzeck
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Tore: 1:0 Klose (25.), 1:1 Wichniarek (30., Foulelfmeter), 2:1 Ribery (77.), 3:1 Podolski (84., Foulelfmeter) Zuschauer: 69.000 (ausverkauft)
Rote Karte: Tesche wegen groben Foulspiels (83.)
Gelbe Karten: Ottl - Herzig (4), Kamper (2), Wichniarek (2)

Quelle: F.A.S.
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Lesermeinungen zu diesem Artikel (1)
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel
Ergebnisse, Tabellen und Statistik