Geschichte wiederholt sich, auch in der Fußball-Bundesliga. Manuel Neuer hätte auf die Erkenntnis verzichten können. Wie den Bundesligastart im vergangenen August hat der Münchner Nationaltorwart auch den Rückrundenauftakt gegen Borussia Mönchengladbach durch einen spektakulären Fehler entschieden.
Damals hatte sich die Nummer 1 der Bayern beim Herauslaufen verschätzt und de Camargo den 1:0-Siegtreffer der Borussen ermöglicht. Am Freitagabend spielte Neuer in der elften Minute seinem Nationalmannschaftskollegen Marco Reus den Ball zum 1:0-Führungstreffer der Gladbacher vor die Füße.
Seine Feldspieler hätten den Fauxpas ihres Torwarts noch ausbügeln können, aber die Bayern waren an diesem Abend nicht in der Lage, die Borussia zu gefährden. Im Gegenteil, am Ende wurde die Partie nicht nur für Neuer peinlich. Herrmann (41. und 71. Minute) erhöhte auf 3:0, ehe Schweinsteiger zum 3:1-Endstand verkürzte.
Mit dem frühen Vorsprung gesegnet, konnten sich die Borussen ganz auf ihre Lieblingstaktik einrichten: einigeln und überfallartig kontern. Sie taten das mit großem Geschick und Selbstbewusstsein. Die Bayern zeigten phasenweise gute Ansätze, aber unter Druck setzen vermochten sie die Gladbacher nur selten. Dafür waren sie für die überfallartigen Gegenangriffe anfällig.
Mönchengladbach hat nur noch einen Punkt Rückstand
Von der zwischenzeitlichen Untergangsstimmung in Mönchengladbach, nachdem in der Winterpause der Wechsel von Reus nach Dortmund und Neustädter zu Schalke im nächsten Sommer bekannt geworden war, war nie etwas zu spüren gewesen, am Ende wurde im ausverkauften Borussia-Park eine Party gefeiert. Nach dem Erfolg hat die Borussia den Rückstand zu Tabellenführer München auf einen Punkt verkürzt. Das Gladbacher Fußballwunder geht erst einmal weiter.
Zehn Minuten lang geschah gar nichts Interessantes. Miesepeter konnten behaupten, die Winterpause wäre um 600 Sekunden verlängert worden; wer dazu neigt, in allem das Gute zu sehen, mochte von dem Versuch zweier Fußballmannschaften sprechen, ein Handballspiel zu kopieren. Die Gladbacher formierten sich um ihren Kreis, sprich Strafraum, und die Bayern ließen den Ball in den eigenen Reihen wandern, freilich, ohne zum Abschluss zu kommen.
Bevor so etwas wie Unmut im Borussia-Park aufkommen konnte, riss der Münchner Torwart Manuel Neuer die Massen in seinen Bann. Nicht durch eine spektakuläre Parade, sondern durch einen hanebüchenen Fehler. War es eine Unkonzentriertheit, war es Hybris, Lässigkeit oder eine Mischung aus allem.
Nach einem Rückpass vom Gladbacher Herrmann leicht unter Druck gesetzt, war es dem Nationaltorwart nicht genug, den Ball weit in die gegnerische Spielhälfte zu schlagen. Neuer versuchte lieber einen Steilpass - traf dabei aber keinen Kollegen, sondern den neuen Borussen-Star Reus.
Neuer hüpft wie ein Schuljunge durch den Strafraum
Der frischgebackene Nationalstürmer ließ sich die Einladung nicht entgehen. Er beförderte den Ball umstandslos aus etwa 30 Metern Entfernung ins leere Münchner Tor. Neuer hatte Schwierigkeiten, das Geschehene zu verarbeiten. Seine Bemühungen, cool und unbeeindruckt zu wirken, wurden durch seine Übersprungshandlungen zunichte gemacht.
Er hüpfte wie ein Schuljunge durch den Strafraum, und dann zog er das Trikot bis zur Nase hoch, bevor er entschuldigend den Arm in Richtung Mitspieler hob. Neuer fing sich wieder. Zwar johlte das Publikum fortan bei jedem Rückpass auf ihn, doch der Bayern-Torwart löste fortan alle Aufgaben sicher.
Mönchengladbach macht allen Bayern-Konkurrenten Mut
Zweimal allerdings gab es nichts für ihn zu lösen. Herrmanns Schuss zum 2:0 nach hervorragendem Zuspiel von Hanke war bestens plaziert und in der 71. Minute schob der Gladbacher nach sehenswertem Pass von Reus den Ball ins leere Tor. Als der Rückrundenauftakt für die Bayern zur Blamage zu werden drohte, verkürzte Schweinsteiger wenigstens auf 1:3.
Der Sturmlauf in der Schlussphase brachte den Münchnern viele Chancen ein, aber nichts Zählbares mehr. Nur die Erkenntnis, dass die Balance zwischen Offensive und Defensive wieder gefunden werden muss. Zumal Innenverteidiger Daniel van Buyten in den kommenden Wochen wegen eines Bruchs am linken Mittelfuß ausfallen wird.
Bor. Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Brouwers, Daems - Nordtveit, Neustädter - Herrmann (89. Marx), Arango - Reus (90.+3 Leckie), Hanke (81. de Camargo)
Bayern München: Neuer - Boateng (66. Rafinha), van Buyten (76. Luiz Gustavo), Badstuber, Lahm - Timoschtschuk (57. Alaba), Schweinsteiger - Robben, Müller, Kroos - Gomez
Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)
Zuschauer: 54.047 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Reus (11.), 2:0 Herrmann (41.), 3:0 Herrmann (71.), 3:1 Schweinsteiger (76.)
Gelbe Karten: Arango (3) / -
Durch die rote Brille...
Alex Popa (apopa)
- 21.01.2012, 14:38 Uhr
Fohlen sei Dank!
Closed via SSO (thammbe)
- 21.01.2012, 14:21 Uhr
Bayerns Abwehr, spielt wie Werders Hintermannschaft ... trotzdem Bayern
MUSSTE gewinnen ...
Peter Slater (Wales-Rhondda)
- 21.01.2012, 10:37 Uhr
Taktisches Genie Favre
Christoph Rohde (prediger1)
- 21.01.2012, 10:34 Uhr
Ob Löw gesehen hat
gisbert heimes (gisbert4)
- 21.01.2012, 10:12 Uhr