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3:0 in Hamburg : Bayern setzen sich ab

  • -Aktualisiert am

Nassgemacht: Schweinsteiger beginnt in Hamburg mit dem Torreigen der Bayern Bild: REUTERS

Viel besser kann man die erste Niederlage in der Bundesliga nicht verarbeiten. Nach dem 1:2 gegen Leverkusen zeigen die Bayern in Hamburg wieder ihre Extraklasse und begeistern durch drei herrliche Treffer.

          Schöner hätte dieser zehnte Spieltag für den FC Bayern München gar nicht verlaufen können. Zu den Punktverlusten der Konkurrenz aus Gelsenkirchen, Dortmund und Frankfurt gesellte sich am Samstagabend ein blitzsauberer 3:0-Sieg beim Hamburger SV. Der Spitzenreiter baute seinen Vorsprung vor dem FC Schalke 04 damit auf sieben Punkte aus. Hamburg bleibt im Mittelfeld der Tabelle hängen.

          In einer kontrolliert und clever geführten Partie beeindruckte der deutsche Rekordmeister durch gezielte Tempoverschärfung und begeisterte durch drei herrliche Treffer. Die Tore zum ungefährdet und konzentriert eingefahrenen neunten Saisonsieg erzielten Bastian Schweinsteiger in der 40. Minute und Thomas Müller sowie Toni Kroos in der 49. und 53. Minute.

          Damit verlor auch René Adler im Hamburger Tor das Duell der besten deutschen Torhüter deutlich gegen Nationalkeeper Manuel Neuer - obwohl Neuer vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löws Assistenten Hansi Flick keine Gelegenheit bekam, sich auszuzeichnen.

          Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer hatte vor dem Spiel daran erinnert, dass es immer der Anspruch des FC Bayern sei, das nächste Spiel nach einer Niederlage zu gewinnen. Damit wollte er auch die bösen Geister des Novembers 2011 vertreiben, als er persönlich zwar noch nicht im Münchner Einsatz war, der FC Bayern aber zuerst 0:1 gegen Dortmund verlor und eine Woche später 2:3 in Mainz.

          Au backe: Van der Vaart und die Hamburger erleiden einen Rückschlag
          Au backe: Van der Vaart und die Hamburger erleiden einen Rückschlag : Bild: dpa

          Ähnliches sollte dem Titelfavoriten nach dem 1:2 gegen Leverkusen nicht passieren. Hoch konzentriert gingen die Bayern dementsprechend in diese Partie und gewannen am Ende völlig verdient seit sechs Jahren zum ersten Mal wieder beim HSV.

          Die Führung des FC Bayern erzielte zwar Bastian Schweinsteiger mit dem Kopf, doch der größere Anteil an diesem 1:0 in der 40. Minute war Toni Kroos zuzurechnen: es hatte Klasse, wie der Nationalspieler im Hamburger Strafraum freistehend Tempo herausnahm, wartete, schaute und den Ball dann zum heranstürmenden Schweinsteiger flankte.

          Der Anfang vom Ende: Schweinsteiger fliegt über der Grasnarbe ins Glück
          Der Anfang vom Ende: Schweinsteiger fliegt über der Grasnarbe ins Glück : Bild: dpa

          Manch anderer hätten diesen Konter sicher hektisch zum eigenen Vorteil beendet und einen Torschuss vorgezogen. Nicht so Kroos, bis dahin unauffällig, dann aber clever und mannschaftsdienlich. Die Bayern führten, sie hatten das Spiel auch diktiert gegen einen abwartenden HSV, ohne die ganz große Chancen herauszuarbeiten.

          Den Treffer ermöglichte erst Maximilian Beisters Fehler im Mittelfeld, der einen freien Ball nicht erkämpfte sondern ihn Thomas Müller überließ. Überhaupt hatte man das Gefühl, dass die Bayern die Partie gegen den wieder erstarkten HSV geduldig angehen und auf Fehler der Heimmannschaft warten wollten.

          Holländischer Spaß an der Seite: Robben hat gut lachen, van der Vaart eher nicht
          Holländischer Spaß an der Seite: Robben hat gut lachen, van der Vaart eher nicht : Bild: dpa

          Solche Misslichkeiten im Aufbauspiel brachten den Tabellenführer zweimal Mitte der ersten Halbzeit aussichtsreich in Aktion: erst Milan Badelj, dann Tomas Rincon verloren den Ball in der Vorwärtsbewegung, und die Bayern marschierten schnurstracks Richtung HSV-Tor.

          Beide Male flog René Adler im Hamburger Tor dem Ball hinterher, hatte aber Glück, dass in der 25. Minute Mario Mandzukic am Tor vorbei köpfte, eine Minute später schoss Franck Ribéry am Gehäuse vorbei. Die Gefahr der Münchner Offensivspieler blitzte auf.

          Die Bayern machen in Person von Mandzukic die Hamburger im Wortsinne platt
          Die Bayern machen in Person von Mandzukic die Hamburger im Wortsinne platt : Bild: dpa

          Der HSV verbrachte die erste Halbzeit in reiner Konterstellung, hatte dann aber eine paar gute Szenen, wenn es über Diekmeier oder Jansen schnell nach vorn ging. Mehr als ein Zentimeter am Tor vorbei streichender Schuss Rincons sprang aber nicht heraus.

          Aus dem Spiel heraus gelang dem HSV wenig, was auch daran lag, dass Rafael van der Vaart über weite Strecken wie ein Mittelstürmer agierte und deswegen im Hamburger Mittelfeld als Anspielpartner fehlte. Zur zweiten Halbzeit wechselte der Hamburger Trainer Thorsten Fink den lettischen Angreifer Artjoms Rudnevs für Rincon und gab damit die sehr defensive Ausrichtung des HSV auf.

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          Doch der HSV profitierte von diesem Umbau nicht mehr, weil Thomas Müller mit seinem herrlichen Tor zum 2:0 früh für klare Verhältnisse sorgte. Mit viel Druck begannen die Bayern den zweiten Durchgang, als wollten sie den HSV überlaufen: erst scheiterte Mandzukic noch an Adler (47. Minute), dann schlenzte Müller den Ball einen halben Meter von der Grundlinie entfernt stehend ins lange Eck.

          Kroos’ 3:0 führte dazu, dass die letzte halbe Stunde der Partie eine Vorbereitung für das Spiel gegen OSC Lille in der Champions League am Mittwoch wurde.

          Hamburger SV - Bayern München 0:3 (0:1)

          Hamburger SV: Adler - Diekmeier, Mancienne, Westermann, Jansen - Badelj, Rincón (46. Rudnevs) - Arslan, van der Vaart, Beister (59. Aogo) - Son
          Bayern München: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Alaba - Schweinsteiger, Luiz Gustavo (55. Javi Martínez) - Müller, Kroos (75. Timoschtschuk), Ribéry (83. Rafinha) - Mandzukic
          Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)
          Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
          Tore: 0:1 Schweinsteiger (39.), 0:2 Müller (48.), 0:3 Kroos (53.)
          Gelbe Karten: Diekmeier (2), Jansen (3) / Javi Martínez (1), Ribéry (1)

          Quelle: FAZ.NET

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