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3:0 gegen Nürnberg Köln kann doch noch treffen - nur Podolski nicht

20.12.2009 ·  In sechzehn Spielen schoss Köln nur sieben Tore. Gegen Nürnberg brannte der FC elf Tage vor Silvester ein wahres Feuerwerk ab und siegte mit 3:0. Geromel und zweimal Novakovic waren erfolgreich. Für die Franken werden es stürmische Weihnachtstage.

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Aufsteiger 1. FC Nürnberg überwintert nach einem 0:3 (0:1)-Debakel im Krisenduell beim 1. FC Köln auf einem Abstiegsplatz. Pedro Geromels Kopfballtreffer (37. Minute) und die Tore von Milivoje Novakovic (70./77.) bescherten dem „Club“ am Sonntagabend die vierte Pleite nacheinander. „Unterm Strich war das zu wenig“, sagte der Nürnberger Trainer Michael Oenning. „Wir haben jetzt vier Spiele nacheinander verloren, das kann man nicht wegdiskutieren.“

Auf seine Zukunft angesprochen, antwortete er: „Was der Verein macht, weiß ich nicht.“ Nürnbergs Präsident Schäfer Franz Schäfer kündigte angesichts der „katastrophalen Lage“ mit 12 Punkten und Tabellenplatz 17 für Montag eine genaue Analyse an und verweigerte dem Coach eine Job-Garantie. „Natürlich ist auch die Position des Trainers zu diskutieren“, sagte Schäfer.

Die Kölner dagegen verhinderten mit ihrem zweiten Heimsieg einen historischen Negativ-Rekord. Geromel beendete nicht nur die 408-minütige Kölner Torflaute in der Fußball-Bundesliga; mit den Saisontreffern acht, neun und zehn blieb dem FC zudem die bislang schlechteste Bundesliga-Bilanz (sieben Tore nach 17 Spielen) erspart. Nürnbergs Juri Judt sah wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (84.). „Wir wollten einen würdigen Abschluss und das ist uns mit dem 3:0 ganz ordentlich gelungen“, sagte Nationalstürmer Lukas Podolski.

Kölner Fans feiern mit „Oh, wie ist das schön“-Sprechchören

Im rheinischen Schneetreiben kamen die Gastgeber mit den schwierigen Platzverhältnissen besser zurecht. Taner Yalcin (7.), Novakovic (9.) und Adil Chihi (17.) kamen zu den ersten Mini-Chancen, doch erst nach 37 Minuten war die traurige Torlos-Zeit für den FC beendet. Nach einem Eckball von Chihi köpfte Geromel das erste Kölner Heimtor seit dem 17. Oktober, als Novakovic zum 1:0-Siegtreffer gegen den FSV Mainz 05 getroffen hatte.

Damit vermied der Club auch einen unfreiwilligen Eintrag in die Bundesliga-Geschichtsbücher. Hätte Köln keinen Treffer erzielt, hätte der Geißbock-Klub eine Tiefstmarke unterboten: Nur sieben Tore nach 17 Begegnungen hatte noch nie ein deutscher Erstligaverein. Tasmania 1900 Berlin (1965/66) und Eintracht Frankfurt (1988/89) halten bislang mit jeweils acht Treffern die Spitzenposition dieser „Minus-Rangliste“.

Doch nach den 90 Minuten interessierten all die negativen Zahlenspielereien nicht mehr. Die FC-Fans unter den 44.500 Zuschauern feierten den höchsten Saisonsieg ihrer Mannschaft mit „Oh, wie ist das schön“-Sprechchören. Dabei hatten sie vor allem in den ersten 45 Minuten keine gute Partie gesehen. Dafür waren die spielerischen Mittel auf beiden Seiten zu bescheiden.

Das Traum-Duo Novakovic/Podolski harmoniert endlich

Vor allem dem „Club“ merkte man nach zuletzt drei Niederlagen in Serie und 0:9 Toren die Verunsicherung an. Obwohl Nürnbergs Coach Michael Oenning in Juri Judt, Pascal Bieler, Marcel Risse und Isaac Boakye gleich vier Neue brachte, änderte sich am ideen- und planlosen Auftritt wenig. Nach vorne ging nichts, die Franken gehen im Abstiegskampf schweren Zeiten entgegen.

In Köln dagegen kann sich Trainer Zvonimir Soldo etwas beruhigter in die Winterpause verabschieden. Erfreulich aus Kölner Sicht war zudem, dass beim zweiten Treffer das lange verhinderte Traum-Duo Novakovic/Podolski endlich harmonierte. Nach schöner Hereingabe des 10-Millionen-Euro-Rückkehrers Lukas Podolski musste Novakovic nur noch einschieben. Da wird Podolski wohl auch verschmerzen können, dass er nun schon seit mehr als 1000 Minuten ohne eigenen Treffer im FC-Trikot ist.

1. FC Köln - 1. FC Nürnberg 3:0 (1:0)
Köln:
Mondragon - Brecko, Geromel, Mohamad, Ehret (90. Wome) - Petit, Pezzoni (90. McKenna) - Chihi, Yalcin - Novakovic (90. Ishiaku), Podolski. - Trainer: Soldo
Nürnberg: Stephan - Judt, Wolf, Pinola, Bieler - Kluge - Risse, Mintal (62. Gündogan), Frantz - Boakye (62. Charisteas), Bunjaku. - Trainer: Oenning
Schiedsrichter: Lutz Wagner (Hofheim)
Tore: 1:0 Geromel (37.), 2:0 Novakovic (70.), 3:0 Novakovic (77.)
Zuschauer: 44.500
Gelb-Rote Karte: Judt wegen wiederholten Foulspiels (84.)
Gelbe Karten: Pezzoni (3) - Kluge (2)

Quelle: FAZ.NET
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