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2:2 in Wolfsburg Hoffenheim mit neuer Hoffnung

 ·  Fast fährt Hoffenheim im zweiten Spiel unter dem neuen Trainer Gisdol den zweiten Sieg ein. Das 2:2 in Wolfsburg gibt der TSG dennoch neue Hoffnung im Abstiegskampf. Vorerst klettert sie auf Platz 16.

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© dpa Vergrößern Kein Durchkommen: Hoffenheimer Übermacht gegen den Wolfsburger Olic

Mit rudernden Armbewegungen hatte Markus Gisdol seine Mannschaft immer wieder angetrieben. Der neue Trainer der TSG Hoffenheim durfte bis kurz vor Schluss auf das ersehnte Erfolgserlebnis und sogar einen Sieg beim VfL Wolfsburg glauben. Aber ein später Kopfballtreffer von Naldo sorgte in der 86. Minute noch für den ernüchternden Ausgleich und den 2:2-Endstand.

Vier Punkte aus zwei Spielen unter der Regie von Gisdol sind für eine stark abstiegsbedrohte Mannschaft der Fußball-Bundesliga als Erfolg zu werten. Aber seine Spieler hatten es versäumt, eine Entscheidung zu ihren Gunsten herbeizuführen. Nach dem Wolfsburger 1:0 (13.) von Maximilian Arnold hatte die TSG noch die Wende geschafft und nach Treffern von Sejad Salihovic (35./Foulelfmeter) und Andreas Beck (63.) schon wie der Sieger ausgesehen, aber doch viele Konter leichtfertig verspielt.

Der neue Schwung, den der vierte Trainer in dieser Saison bei der TSG Hoffenheim entfacht hat, war trotz des frühen Rückstandes jederzeit spürbar. Gisdols Elf hatte sich in der ersten Halbzeit die Mehrheit der hochkarätigen Torchancen erspielt, aber auch erarbeitet. Und der Trainer nahm am taktischen Konzept seiner Mannschaft immer wieder kleine Korrekturen vor.

Der Hinweis an seine beiden Innenverteidiger Vestergaard und Delpierre, keine Dribblings zu wagen und mit lang geschlagenen Bällen das dicht gestaffelte Mittelfeld zu überbrücken, machte sich bezahlt. Als Ergänzung zum Ausgleichstreffer von Salihovic per umstrittenem Foulelfmeter gab es auch für dessen Kollegen Weis und den agilen Delpierre hochkarätige Torchancen.

Mehr Mut in die eigene Nachwuchsarbeit

Der Versuch beider Vereine, eine missratene Saison doch noch zu einem versöhnlichen Ende zu bringen, ist mit dem frommen Wunsch verbunden, einen Wandel in der Personalpolitik vorzunehmen. Gisdol ist in Hoffenheim angetreten, um nach dem erhofften Klassenverbleib eine neue Grundlagenarbeit aufzunehmen, die von weniger hochkarätigen Einkäufen und mehr Mut in die eigene Nachwuchsarbeit geprägt ist.

Gleiches gilt für den VfL Wolfsburg, dessen Geschäftsführer Klaus Allofs einen Paradigmenwechsel einleiten will und eine bessere Verzahnung zwischen Amateur- und Profimannschaft anstrebt. Der mutige Auftritt des erst 18 Jahre alten Arnold und dessen Tor dürften die Verantwortlichen bestätigt haben, dass es sich mit Blick auf die Tabelle und die Identifikation der eigenen Fans lohnt, auf den eigenen Nachwuchs zu setzen.

Wolfsburger Fans pfeifen auf ihre Mannschaft

Die Wolfsburger Fans, von denen vielen die nötige Identifikation mit dem eigenen Verein abhanden gekommen ist, lechzen nach einer solchen Lösung. Dass es in sieben Heimspielen unter der Regie von Cheftrainer Dieter Hecking erst einen Heimsieg gegeben hat, lässt die Ungeduld wachsen. Während sich das Team aus Hoffenheim artig bei seinen Fans für die Unterstützung auf dem Weg zum Punktgewinn bedankte, mussten sich die Wolfsburger Spieler Pfiffe von ihrem Anhang gefallen lassen.

VfL Wolfsburg - 1899 Hoffenheim 2:2 (1:1)

VfL Wolfsburg: Benaglio - Hasebe, Naldo, Kjaer (46. Madlung), Rodriguez - Polak, Medojevic - Vieirinha (75. Helmes), Diego, Arnold (67. Dost) - Olic
1899 Hoffenheim: Casteels - Beck, Delpierre, Vestergaard, Johnson - Polanski - Weis, Salihovic (69. Rudy), Roberto Firmino (80. Ochs), Volland - Schipplock (58. Ludwig)
Schiedsrichter: Siebert (Berlin)
Zuschauer: 24.221
Tore: 1:0 Arnold (13.), 1:1 Salihovic (35./Foulelfmeter), 1:2 Beck (63.), 2:2 Naldo (86.)
Gelbe Karten: Arnold (1), Medojevic (1) / Roberto Firmino (8)

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