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Veröffentlicht: 16.02.2013, 17:35 Uhr

2:2 in Mainz Experiment gelungen - Schalke lebt

Trainer Keller spielt ohne echte Sturmspitze, darf sich aber über ein 2:2 in Mainz freuen. Neuzugang Bastos trifft doppelt.

© dapd Schalker Punktgarant: Michel Bastos erzielt beide Tore in Mainz

Der westfälische Patient zeigte erste Gesundungssymptome und eroberte nach chronisch erfolglosen Wochen mit etwas Glück, aber frisch erwachtem Kampfgeist einen Punkt beim 1. FSV Mainz 05. 34000 Zuschauer in der ausverkauften Arena der Rheinhessen erlebten am Samstag eine jederzeit packende Partie, in der es den Mainzern nicht gelang, ihr deutliches Chancenplus in einen Sieg umzuwandeln. Der FC Schalke 04 hielt endlich mal wieder engagiert und mutig dagegen und hatte in dem Brasilianer Bastos einen zweifachen Torschützen in den eigenen Reihen (41./82. Minute). Mainz ging zweimal in Führung durch Ivanschitz (27.) und Pospech (63.) und konnte seine Vorteile danach nicht nutzen. So vergab allein Soto gleich drei erstklassige Gelegenheiten nach dem 2:1. Vier Tage vor dem Achtelfinalhinspiel der Champions League bei Galatasaray nahmen die auf Platz acht vorgerückten Schalker wenigstens etwas Wegzehrung mit in die Türkei, während der Tabellensiebte aus Mainz hadern musste, diesen Schlagabtausch nicht gewonnen zu haben.

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Not macht erfinderisch. So auch den seit dem Beginn seiner Schalker Cheftrainermission auf Zeit heftig kritisierten Jens Keller. Huntelaar nicht dabei wegen eines Blutgerinnsels im Auge, Marica nach einer Meniskusoperation noch nicht wieder fit, die anderen Angreifer nicht in Form: Mangels eines einzigen vorzeigbaren Stürmers durfte sich ausnahmsweise Jefferson Farfan, sonst auf dem rechten Flügel heimisch, als Spitze im Wechsel mit Raffael versuchen. Schalke mit einer „falschen Neun“ - ob das nach zuletzt nur einem Sieg aus den vergangenen zehn Ligaspielen gut gehen würde wie beim FC Barcelona oder der spanischen Nationalelf? In ein, zwei Szenen konnten die stürmischen Mittelfeldspieler beweisen, dass sie auch ganz vorn zu Unruhestiftern taugen, doch den ganz großen Schrecken vermochten sie nicht heraufzubeschwören. Wichtiger noch als sein Angriffsexperiment war Keller aber Grundsätzliches: „Aggressivität, Draufgehen, Pressing, den letzten Schritt machen“.

1. FSV Mainz 05 - FC Schalke 04 © dapd Vergrößern Der erste Streich: Bastos (Mitte) trifft in Mainz

Mehr Biss und Leidenschaft in den Duellen Mann gegen Mann war in der Tat zu sehen, doch viel Gefahr beschworen die „Königsblauen“ zunächst nicht herauf. Zu gefestigt wirkte die Mainzer Defensive, die den Ausfall von Jan Kirchhoff (Oberschenkelzerrung) locker verschmerzte. Da auch die Offensive der 05er mit viel Druck und Tempo zu Werke ging, erkämpften sich die Rheinhessen früh leichte Vorteile in dieser dynamischen Auseinandersetzung. Sehenswert war das Führungstor der Mannschaft von Trainer Tuchel, das der starke Nicolai Müller auf der rechten Seite mit einer scharfen Flanke in die Wege leitete und Ivanschitz per Direktabnahme im Fallen vollendete (27.). Danach dauerte es, bis die Westfalen wieder Tritt fassten. Als es so weit war, hieß es nach Jones’ Distanzschuss, den Wetklo nur abklatschen konnte, Raffaels Querpass und Bastos’ Schuss aus kurzer Distanz 1:1 (41.).

Psychologisch gestärkt gingen die Schalker die zweite Hälfte an, besaßen auch durch Draxler eine große Gelegenheit, der Wetklo im Wege stand (54.) - und standen dann doch erschrocken herum, als Pospech sein erstes Bundesligator für die Mainzer mit einem Flachschuss ins linke Eck erzielte (63.). Der 34 Jahre alte Tscheche profitierte auf der rechten Seite wie Müller vor dem 1:0 von dem laxen Abwehrverhalten des früheren Mainzer Außenverteidigers Fuchs. Danach besaß wieder Mainz alle Vorteile, hatte allein durch Soto drei glänzende Gelegenheiten und musste dann doch das 2:2 durch einen Schuss des freistehenden Bastos (82.) in Kauf nehmen. Aufatmen bei Schalke, Entsetzen bei Mainz in diesem jederzeit hin und her wogenden Duell.

FSV Mainz 05 - FC Schalke 04 2:2 (1:1)

FSV Mainz 05: Wetklo - Pospech, Svensson, Noveski, Júnior Díaz - Baumgartlinger, Soto - Nicolai Müller, Zimling (84. Caligiuri), Ivanschitz (86. Ede) - Szalai
FC Schalke 04: Hildebrand - Höger, Höwedes, Matip, Fuchs - Jones, Neustädter - Draxler (90.+1 Barnetta), Raffael (72. Meyer), Bastos - Farfán (85. Pukki)
Schiedsrichter: Stark (Ergolding)
Zuschauer: 34 000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Ivanschitz (27.), 1:1 Bastos (41.), 2:1 Pospech (63.), 2:2 Bastos (82.)
Gelbe Karten: Svensson (4) / Fuchs (6), Matip (3), Neustädter (3)

Quelle: FAZ.NET

 

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